Wien (OTS) – Anlässlich der diesjährigen Gedenkfeier am Peršmanhof am
kommenden
Sonntag betonen die Nationalratsabgeordneten Olga Voglauer,
Volksgruppensprecherin der Grünen, und Lukas Hammer, Sprecher für
Rechtsextremismus und Gedenkpolitik der Grünen, die besondere
Bedeutung des Erinnerungsortes für Österreichs demokratische
Erinnerungskultur.
„Der Peršmanhof ist ein zentraler Ort des Gedenkens an die
Verbrechen des Nationalsozialismus und an den mutigen Widerstand der
Kärntner Sloweninnen und Slowenen. Die Erinnerung an Verfolgung,
Entrechtung und Ermordung, aber auch an den Widerstand der
Partisan:innen gegen das NS-Regime, ist ein unverzichtbarer Teil
unserer gemeinsamen Geschichte und Verantwortung“, sagt Voglauer.
Fast ein Jahr nach dem skandalösen Polizeieinsatz gegen ein
antifaschistisches Bildungscamp am Peršmanhof seien die Folgen noch
immer spürbar. „Die Traumata dieses rechtswidrigen Einsatzes sind
noch lange nicht verheilt. Innenminister Gerhard Karner hat sich bis
heute nicht entschuldigt, obwohl die von ihm eingesetzte Kommission
die Rechtswidrigkeit des Einsatzes festgestellt hat. Inzwischen wurde
das auch von Kärntner Gerichten bestätigt. Dabei wurde immer wieder
auf die Rolle des Völkermarkter Bezirkshauptmanns Gert Klösch
verwiesen, Konsequenzen gab es jedoch bislang keine. Das muss sich
ändern. Es muss sichergestellt werden, dass sich ein solcher Vorgang
niemals wiederholt“, fordert Voglauer.
Angesichts des dokumentierten Anstiegs rechtsextremer Vorfälle in
Österreich verweisen die Grünen auf die aktuelle politische
Verantwortung. „Der Rechtsextremismusbericht zeigt deutlich, dass die
extreme Rechte auf dem Vormarsch ist. Gerade deshalb braucht es Orte
wie den Peršmanhof, die die Erinnerung an Widerstand und Verfolgung
lebendig halten und demokratische Werte vermitteln“, sagt
Rechtsextremismussprecher Hammer.
Zugleich fordert Hammer eine langfristige finanzielle Absicherung
des Museums und Lernorts Peršmanhof sowie die Umsetzung eines
nationalen Gedenkstättenkonzepts: „Der Peršmanhof leistet seit
Jahrzehnten unverzichtbare Bildungs- und Erinnerungsarbeit. Diese
Arbeit braucht eine nachhaltige finanzielle Grundlage und eine klare
Verankerung in einem österreichweiten Gedenkstättenkonzept.“