Wien (OTS) – Die allseits bekannte Sperre der Stammstrecke von
Floridsdorf zum
Praterstern in Wien wird ab dem 4. Juli 2026 allen Pendlerinnen und
Pendlern, die nördlich der Donau auf die öffentlichen Verkehrsmittel
angewiesen sind, das Leben wesentlich schwerer machen. Immerhin haben
es die ÖBB geschafft diese wesentliche Verschlechterung bereits etwas
früher anzukündigen.
Scheinbar bereiten die ÖBB die Fahrgäste auf die Verschlechterung
der Bedingungen vor, denn seit Wochen gibt es permanent Zugausfälle
und Verspätungen, weiters gibt es bei dieser Hitze Probleme mit der
Klimatisierung. Sowie die absurde Warnung der ÖBB, man soll während
der Hitzeperiode die Züge nicht nutzen, denn es könnten sich die
Gleise verbiegen. Leider haben die ÖBB noch immer nicht erkannt, dass
sie ein Dienstleitungsunternehmen sind und viele Pendlerinnen und
Pendler auf die ÖBB angewiesen sind, da sie keine Alternative haben.
Die Notwendigkeit der Öffi-Nutzung hat nicht nur finanzielle
Hintergründe, vielmehr wird von der Stadt Wien die Nutzung des Autos
nach allen Regeln der Kunst blockiert. Parkplätze werden mutwillig
zugebaut, Fahrspuren verengt, alles unter dem Vorwand des
Klimawandels. Jedoch werden keine alternativen Möglichkeiten geboten:
„Wo ist der Ausbau eines Schnellbahnringes um Wien, wo sind Park&Ride
-Anlagen an den Stadtgrenzen, warum werden die wiener Öffis nicht
über die Stadtgrenzen hinaus gebaut?“ alle diese Fragen stellt der
stellvertretende Vorsitzende der Pendlerinitiative Österreich Mag.
Leopold Wagner. „Hätte man vor einigen Jahrzehnten weitsichtiger
geplant, hätten wir eine Vielzahl dieser Probleme nicht“ ergänzt
Leopold Wagner. Von der Wiener Verkehrsstadträtin und vom
niederösterreichischen Verkehrslandesrat wird jedenfalls erwartet,
dass gemeinsam zukunftsfähige Konzepte für alle Pendlerinnen und
Pendler für ihren täglichen Arbeitsweg erstellt werden. Denn laut
einer AK-Pendlerstudie arbeiten von 1,3 Millionen
Arbeiterkammermitgliedern in Ostösterreich über 80 Prozent, das sind
circa 1,000.000 Menschen, nicht in der Wohngemeinde beziehungsweise
in einem wiener Wohnbezirk. 30 Prozent der Pendlerwege der AK-
Mitglieder werden mit Öffis zurückgelegt, somit verwenden mindestens
300.000 Pendlerinnen und Pendler öffentliche Verkehrsmittel um
täglich ihren Arbeitsplatz zu erreichen.
Besonders hart trifft es dann die Pendlerinnen und Pendler aus
dem westlichen Weinviertel ab dem 10. August. Es wird die
Nordwestbahn ab Jedlersdorf, die Laaer Ostbahn ab Gerasdorf und die
Nordbahn ab Süssenbrunn jeweils bis zum Praterstern gesperrt und alle
Pendlerinnen und Pendler müssen in Busse umsteigen. „Jedenfalls muss
noch die gänzliche Sperre der Stecke vor Floridsdorf eingehend
geprüft werden. Ich nehme an, dass die geplanten Ersatzbusse nicht
ausreichen werden um die hohe Zahl der Fahrgäste zu transportieren.
Abgesehen davon wird das bereits vorhandene hohe Verkehrsaufkommen
durch die wahrscheinlich sowieso zu geringe Anzahl der Busse noch
weiter erhöht.“ führt der Pendlersprecher für Niederösterreich
Fraktionsvorsitzender der ÖAAB-Fraktion in der Arbeiterkammer NÖ
Josef Hager aus und ergänzt „in diesem Sinne fordern wir eine
dringende Evaluierung dieser Vorhaben.“ Der Bahnhof in Korneuburg ist
denkbar ungünstig mit Bussen zu erreichen, denn es ist fast die ganze
Stadt zu durchqueren. Es wäre zwar theoretisch günstiger von
Stockerau abzufahren, würde man die Busse direkt vorm Parkhaus
stationieren. Leider gibt es da auch ein Problem, denn ein genialer
Planer hat die Durchfahrtshöhe zur Autobahn Richtung Wien falsch
berechnet, denn die ist für Reisebusse zu niedrig. Obwohl dies
allseits bekannt sein sollte und mehrmals Schienersatzverkehre
durchgeführt wurden, hat dies bis dato Niemanden wirklich
interessiert!
Ab dem 7. September trifft es dann auch alle Pendlerinnen und
Pendler die aus dem Süden ihre Arbeitsplätze in Wien erreichen
wollen: Die Stammstrecke wird vom Hauptbahnhof bis zum Praterstern
gesperrt. „Mich wundert es gar nicht, dass die Pendlerinnen und
Pendler lieber mit dem Auto fahren. Man ist einfach flexibler und
nicht der Willkür der Öffi-Betreiber ausgeliefert“ ergänzt der
Fraktionsvorsitzende der FCG-ÖAAB-Fraktion in der Arbeiterkammer Wien
und Pendlersprecher für Wien Fritz Pöltl. Viele Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer müssen zum Erreichen ihres Arbeitsplatzes relativ lange
Anreisewege auf sich nehmen, denn allzu oft kann man sich den
Standort des Arbeitgebers nicht aussuchen.
Für das Sahnehäubchen auf die bereits ausgeführten Sperren sorgen
die Wiener Verkehrsbetriebe, denn innerhalb von Wien sind im Sommer
Teile der U4, U6 und der Badnerbahn gesperrt. Nachdem die Wiener
Verkehrsbetriebe scheinbar mit den ÖBB nicht wirklich reden und
planen, wird das Chaos noch verschlimmert.