Ohne Windkraft keine Energiewende: Wie Österreich im internationalen Vergleich hinterherhinkt

Wien (OTS) – Windkraft sichert Versorgung, stabilisiert Energiepreise
und
verringert die Abhängigkeit von fossilen Importen. Weltweit wird so
viel Windkraft errichtet wie nie zuvor – während in Österreich
zahlreiche Projekte in langwierigen Verfahren stecken bleiben.
Anlässlich des Internationalen Tags des Windes unterstreicht die
oekostrom AG die zentrale Rolle der Windenergie. Das Unternehmen
betreibt in Österreich, Deutschland und Tschechien insgesamt 21
Windparks.

Laut Global Wind Report 2026 des GWEC wurden 2025 weltweit 165
Gigawatt neue Windkraftleistung installiert – ein Plus von 40 Prozent
gegenüber dem Vorjahr¹. Die globale Gesamtkapazität stieg damit auf
rund 1.299 Gigawatt. In Österreich wuchs die installierte Leistung im
selben Zeitraum lediglich um sechs Prozent auf 4.221 MW² – weit
hinter der internationalen Dynamik und den eigenen Ausbauzielen.

Zwtl.: Projekte vorhanden, aber Österreich verliert Tempo

Laut IG Windkraft befinden sich derzeit Projekte mit rund 3.500
MW in Genehmigungsverfahren – fast eine Verdoppelung der aktuell
installierten Leistung³. Langwierige Genehmigungen, fehlender
Netzausbau und politische Unsicherheiten bremsen jedoch die
Umsetzung. „In Österreich sind die Energiepreise strukturell höher
als in Deutschland. Das liegt daran, dass Österreich – hier vor allem
die Bundesländer – den Ausbau der Windkraft ständig verzögert. Die
Leidtragenden sind am Ende Haushalte, Unternehmen und der
Wirtschaftsstandort Österreich“, sagt Ulrich Streibl, CEO der
oekostrom AG.

Zwtl.: Versorgungssicherheit braucht Windkraft

Gerade in den Wintermonaten, wenn der Strombedarf besonders hoch
ist, liefert Windenergie verlässlich große Mengen erneuerbaren
Stroms. Gemeinsam mit Photovoltaik und Speicherlösungen bildet sie
das Rückgrat eines resilienten Energiesystems. Die oekostrom AG
verfügte Ende 2025 über eine Erzeugungskapazität von 105 MW und
produzierte rund 183 GWh Strom aus erneuerbaren Quellen. Bereits 2026
soll die Kapazität auf rund 150 MW steigen – unter anderem durch den
Windpark Erftstadt-Erp sowie Hybridkraftwerke aus Wind, Photovoltaik
und Speichertechnologie.

Zwtl.: Erfolgreiche Projektumsetzung in Deutschland

Wie zügige Realisierung gelingen kann, zeigt das
Gemeinschaftsprojekt mit Green Planet Energy in Erftstadt (Nordrhein-
Westfalen): Sechs Windkraftanlagen wurden errichtet, derzeit laufen
die finalen Netzanschlussarbeiten. Die Inbetriebnahme ist für Sommer
2026 geplant. „Das Projekt belegt, dass Windparks trotz
anspruchsvoller Bedingungen rasch umgesetzt werden können. In
Deutschland sank die Genehmigungsdauer zuletzt deutlich auf knapp 17
Monate. Allerdings drohen neue Hürden wie der Redispatch-Vorbehalt,
der eine entschädigungslose Abregelung neuer Anlagen ermöglichen soll
– mit erheblichen Risiken für Wirtschaftlichkeit und Investitionen“,
ergänzt Nils Müller, Vorstand von Green Planet Energy.

(1): Afrikas grüne Wende: Wie Südafrikas Wind-Rekord den
Kontinent verändert – WKO

(2): Windkraft in Österreich | IG Windkraft

(3): In Zeiten drohender Energiekrise: EABG bringt erste Schritte
– begrenzte Ambition bleibt zentrales Problem | IG Windkraft

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