Holzleitner / Schütze: Österreich wird Zentrum europäischer Demokratieforschung

Wien (OTS) – Das Hauptquartier der europäischen Demokratieforschung
kommt an die
Universität Wien. Die europäische Forschungsinfrastruktur MEDem (
Monitoring Electoral Democracy) wurde in die ESFRI-Roadmap 2026
aufgenommen. Die Entscheidung des Europäischen Strategieforums für
Forschungsinfrastrukturen (ESFRI) ist ein wichtiger Meilenstein für
die europäische Demokratieforschung. MEDem wird von 15 europäischen
Staaten getragen.

„Demokratie braucht Wissen, Fakten und unabhängige Forschung.
Gerade in Zeiten, in denen demokratische Institutionen weltweit unter
Druck geraten, sind verlässliche Daten und wissenschaftliche
Erkenntnisse wichtiger denn je. Die Aufnahme von MEDem in die ESFRI-
Roadmap ist deshalb ein starkes Signal für die Demokratieforschung in
Europa und ein großer Erfolg für den Forschungsstandort Österreich.
Ich gratuliere dem gesamten europäischen Konsortium und insbesondere
dem Team an der Universität Wien zu diesem wichtigen Meilenstein“, so
Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und
Forschung .

„MEDem ermöglicht datenbasiert den aktuellen Zustand
demokratischer Gesellschaften zu analysieren und Handlungsoptionen
aufzuzeigen, wie die Zukunft demokratischer Gesellschaften gesichert
werden kann. Die Aufnahme von MEDem in die ESFRI-Roadmap 2026 ist ein
starkes Signal für die Demokratie in Europa und gleichzeitig eine
besondere Auszeichnung für Österreich und die Universität Wien als
Lead Institution. Dieser Erfolg beruht auf jahrelanger Aufbauarbeit
und dem strategischen Ausbau internationaler Kooperationen. Eine
nachhaltige Universitätsfinanzierung ist die notwendige
Voraussetzung, um solche europäischen Großprojekte nach Österreich zu
holen“, so Rektor Schütze .

MEDem macht Daten zu demokratischen Entwicklungen in Europa
auffindbar, vergleichbar und verknüpfbar: von Wähler:innen und
Parteien über Parlamente und Regierungen bis hin zu Journalismus und
politischer Kommunikation. Dafür entwickelt die
Forschungsinfrastruktur gemeinsame Standards, Schnittstellen und
digitale Werkzeuge für die Auffindbarkeit, Verknüpfung,
Harmonisierung, Analyse und Visualisierung sozialwissenschaftlicher
Daten. So können Forschende Entwicklungen über Länder, Zeiträume und
Datenquellen hinweg untersuchen und belastbare Grundlagen für das
Verständnis demokratischer Gesellschaften sowie für evidenzbasierte
politische Entscheidungen bereitstellen.

Das BMFWF hat die Bewerbung von MEDem für die Aufnahme in die
ESFRI-Roadmap offiziell eingebracht und unterstützt die Initiative
aktiv. Mit der Aufnahme zählt MEDem künftig zu den strategisch
wichtigsten europäischen Forschungsinfrastrukturen.

„Dass Österreich neben BBMRI nun eine zweite
Forschungsinfrastruktur auf der ESFRI-Roadmap beherbergt,
unterstreicht die hohe Qualität und internationale Sichtbarkeit
unseres Forschungsstandorts“, betont Holzleitner.

MEDem ist eine verteilte Forschungsinfrastruktur mit Standorten
an der Universitäten Wien, der Vrije Universiteit Amsterdam, der
Universität Göteborg, der Schlesischen Universität Katowice und LUISS
Universität in Rom sowie bei GESIS in Deutschland und FORS in der
Schweiz. Das Hauptquartier befindet sich an der Universität Wien
unter der Leitung von Sylvia Kritzinger und Hajo Boomgaarden.

Aktuell wird MEDem von 15 Ländern unterstützt: Österreich,
Belgien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Island, Italien,
Kroatien, Lettland, Litauen, den Niederlanden, Polen, Schweden, der
Slowakei und der Schweiz.

Rückfragen Universität Wien:
Cornelia Blum
Pressesprecherin
Telefon: +43-1-4277-10012
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.univie.ac.at