Wien (OTS) – Nach Vorstellung der neuen Nationalen Strategie gegen
Antisemitismus
Ende 2025, in dem Bildung als eine wichtige Säule verankert ist, wird
mit dem Ausbau des Mobilitätszuschusses für Gedenkstättenbesuche für
Schulklassen ein weiterer wichtiger Umsetzungsschritt gesetzt. Bisher
wurden Besuche der KZ-Gedenkstätten Mauthausen und Gusen sowie der
zugehörigen Außenlager-Gedenkstätten Ebensee und Melk gefördert.
Zukünftig sollen 16 weitere nationale Gedenkstätten und
Erinnerungsorte in das Förderprogramm aufgenommen werden. Dazu zählen
unter anderem der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim, das ehemalige
KZ-Außenlager Guntramsdorf sowie der Gedenk- und Lernort Peršmanhof.
Die vollständige Liste der förderfähigen Gedenkstätten und
Erinnerungsorte ist auf der Website des OeAD abrufbar.
Darüber hinaus wird auch die KZ-Gedenkstätte Dachau in
Deutschland in das Förderprogramm aufgenommen, wie Bildungsminister
Christoph Wiederkehr anlässlich seines Besuchs der KZ-Gedenkstätte
Dachau bekannt gab. Gerade für die westlichen Bundesländer Vorarlberg
und Tirol liegt ein Besuch in Dachau geografisch näher als andere
Gedenkorte. Die Einbeziehung mehrerer Gedenkorte ermöglicht es
Schulen, die Auseinandersetzung mit der Geschichte verstärkt im
regionalen Bezug zu gestalten und so dafür zu sorgen, dass möglichst
viele Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Unterrichts zumindest
einmal eine Gedenkstätte oder einen Erinnerungsort besuchen können.
Zusätzlich hat das Bildungsministerium nun die förderfähigen
Schulstufen erweitert: Während mit Beginn des Mobilitätszuschusses im
Schuljahr 2023/24 nur Klassen der 8. Schulstufe förderungsfähig
waren, können nun auch Klassen der 11. Schulstufe eine Förderung
beantragen. Im Kalenderjahr 2025 wurden Anträge von über 1.500
Klassen für rund 31.000 Schülerinnen und Schüler positiv bearbeitet
und Förderbeträge in Höhe von Ꞓ 500 bzw. Ꞓ 250 pro Klasse (je nach
Entfernung der Schule zur besuchten Gedenkstätte) ausbezahlt.
„ Der Mobilitätszuschuss für Gedenkstättenbesuche stellt eine
wichtige, niederschwellige finanzielle Unterstützung dar, um das
Lernen über den Nationalsozialismus sowie die Vermittlung der
vielfältigen jüdischen Geschichte zu ermöglichen. Gedenkstätten sind
weit mehr als historische Orte: Sie machen Geschichte erfahrbar und
geben den Opfern von Verfolgung, Entrechtung und Vernichtung ihre
Namen und Geschichten zurück. Wer diese Orte besucht, setzt sich
nicht nur mit der Vergangenheit auseinander, sondern gewinnt auch ein
tieferes Verständnis dafür, wie zerbrechlich Demokratie,
Menschenrechte und Menschenwürde sein können. Gerade junge Menschen
sollen und müssen die Möglichkeit haben, sich mit diesem Kapitel
unserer Geschichte unmittelbar auseinanderzusetzen. Denn der Auftrag,
niemals zu vergessen, kann nur erfüllt werden, wenn wir Erinnerung
lebendig halten, Verantwortung übernehmen und die Lehren der
Vergangenheit in die Gegenwart tragen “, so Bildungsminister
Wiederkehr.
Die bayerische Kultusministerin Anna Stolz betont hierzu:
„Erinnerungskultur ist kein Blick zurück, sondern eine dauerhafte
demokratische Aufgabe. Orte wie die KZ-Gedenkstätte Dachau machen
Geschichte konkret erfahrbar und erinnern uns daran, dass Freiheit,
Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit nicht selbstverständlich sind.
Schulische Besuche an Gedenkstätten sind ein zentraler Bestandteil
historisch-politischer Bildung. Sie ermöglichen jungen Menschen, sich
unmittelbar mit der Geschichte auseinanderzusetzen und fördern das
Verständnis historischer Verantwortung. Gerade an einem Ort wie
Dachau wird deutlich: Erinnerung muss uns zu gemeinsamem Handeln
gegen Antisemitismus in der Gegenwart verpflichten.“
Die Lehrpläne für das Unterrichtsfach „Geschichte und Politische
Bildung“ des österreichischen Schulsystems sehen eine verpflichtende
Auseinandersetzung mit der Geschichte von Nationalsozialismus und
Holocaust vor. Als didaktische Anregung zur Auseinandersetzung mit
den Folgen von Faschismus und Nationalsozialismus, totalitären
Systemen sowie den Folgen von Rassismus, Antisemitismus und
Missachtung der Menschenwürde wird in den Lehrplänen der Besuch von
KZ-Gedenkstätten empfohlen. Gedenkstättenbesuche vertiefen damit die
Unterrichtsinhalte in den Fächern Geschichte, Politische Bildung,
Religion und Ethik. Sie stärken die Erinnerungskultur bei
Jugendlichen und fördern die Resilienz gegenüber Radikalisierung und
Antisemitismus.
Die Maßnahme wird vom Bundesministerium für Bildung finanziert
und von der OeAD-GmbH – Agentur für Bildung und Internationalisierung
– umgesetzt.
Link: https://oead.at/de/schule/gedenkstaettenbesuch-mauthausen
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