Wirtschaft

„WeltWeit“: Verbannen, verbieten, verzweifeln. Was tun gegen die Social-Media-Falle?

Wien (OTS) – Ein „Zensurangriff“ für die FPÖ, ein „schwammiges
Gesetz“ für die
Grünen – die Rede ist vom Vorschlag der Regierung zum Social-Media-
Verbot für unter 14-Jährige. Seit Juli ist das Gesetz in
Begutachtung, ab Jänner 2027 soll es gelten. Dass inzwischen Gefahr
in Verzug ist, belegt eine aktuelle Studie: Jedes vierte Kind zeigt
bereits suchtähnliches Smartphone-Verhalten. Wie schwer sich die
Algorithmus-Falle aber gesetzlich regeln lässt, macht das Beispiel
Australien deutlich: Trotz Millionen gesperrter Accounts von
Jugendlichen hat sich die tatsächliche Nutzung von TikTok, Instagram,
Snapchat und Co kaum verändert. Für die „WeltWeit“-Reportage
„Verbannen, verbieten, verzweifeln. Was tun gegen die Social-Media-
Falle?“ – zu sehen am Freitag, dem 25. September 2026, um 21.20 Uhr
in ORF 2 und auf ORF ON – schauen sich Jörg Winter, Alexandra
Siebenhofer und Patrick A. Hafner in Irland, China bzw. New York an,
ob wir mit Eigeninitiativen gegen die Handy-Sucht letztlich
erfolgreicher sein können als jedes Verbot.

Eine Kindheit ohne Smartphone? In Irlands Kleinstadt Greystones
ist das mittlerweile Realität. Jörg Winter hat die Vorzeige-Stadt an
der Irischen See besucht und porträtiert Familien, deren Kinder keine
Schlafprobleme mehr haben und wo Bullying in der Schule der
Vergangenheit angehört. Bis zum 13. Lebensjahr haben die meisten gar
kein Handy, danach nur solche, auf denen die Apps der üblichen
Plattformen fehlen. Angespornt von so viel Selbstdisziplin, macht
Winter den Selbstversuch mit Smartphone-Entzug während der
Dreharbeiten.

Auch in China läuft ohne Handy kaum noch etwas. Ein Feriencamp am
Gelben Fluss bietet daher „Digital Detox“ für Jugendliche. Statt
Endlos-Scrollen am Smartphone gibt es echte Herausforderungen: 120
Kilometer paddeln in fünf Tagen, schlafen im Zelt und Natur pur.
Alexandra Siebenhofer begleitet die Jugendlichen durch Wind, Wellen,
Erschöpfung und Gruppendynamik und erlebt, wie die jungen
Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei ihrem Abenteuer langsam über sich
hinauswachsen. Ein Blick auf ein modernes China zwischen digitalem
Alltag und der Sehnsucht vieler Eltern, ihren Kindern wieder mehr
Selbstvertrauen und Eigenständigkeit zu vermitteln.

In New York trifft Patrick A. Hafner auf junge Menschen, die für
sich entschieden haben, ohne Smartphone zu leben. Obwohl aus der „Gen
Z“, verweigern sie sich allen Social-Media-Plattformen und besitzen
nur ein altes Klapphandy. Dieser „digitale Detox“ diene der
emotionalen und geistigen Selbstreinigung, sagen sie, denn Smartphone
-Nutzer:innen sollen im Schnitt alle 13 Minuten nachschauen, ob es
irgendwelche Neuigkeiten gibt. Joe Hollier, der Erfinder eines
„dummen Telefons“ sagt: „Das Schöne ist, wenn wir die ‚Angst etwas zu
verpassen‘ und die Langeweile aushalten können, werden wir wieder
präsenter und vermissen all die Dinge nicht.“