Wirtschaft

Videos des österreichischen Parlaments bekommen C2PA-Sicherheitsstandard

Wien (PK) – Wer ein Video des österreichischen Parlaments online auf
www.parlament.gv.at ansieht, soll künftig leichter erkennen können,
ob es sich tatsächlich um ein Video des Hohen Hauses handelt. Dafür
erhalten ab sofort alle neu produzierten Inhalte der Video-on-Demand-
Plattform des Parlaments sogenannte C2PA-Content-Credentials. Diese
fungieren als digitale Echtheitssiegel, anhand derer Zuschauerinnen
und Zuschauer nachvollziehen können, von welcher Quelle ein Inhalt
stammt und ob er auf dem Weg zur Veröffentlichung verändert wurde.

„Gerade als öffentliche Institution ist es für uns wesentlich,
dass audiovisuelle Inhalte als verlässlich erkennbar bleiben. C2PA
schafft dafür mehr Transparenz und macht die Herkunft unserer
veröffentlichten Videos technisch nachvollziehbar. Das schafft
Vertrauen in unsere Inhalte und stärkt unseren demokratiepolitischen
Auftrag“, erklärt Parlamentsdirektor Roland Weinert.

Hinter dem neuen Standard steht eine Kooperation des Parlaments
mit dem Medientechnologieunternehmen Big Blue Marble, das bereits
seit 2020 die Streaming- und Videodienstleistungen für das Parlament
verantwortet. „Das Projekt mit dem österreichischen Parlament zeigt
eindrucksvoll, wie öffentliche Institutionen neue Standards für
digitale Inhalte konkret für sich nutzen können. Für uns steht dabei
im Vordergrund, solche Innovationen so in bestehende Systeme
einzubinden, dass sie im Regelbetrieb echten Mehrwert schaffen – und
C2PA macht genau das“, sagt Norbert Grill, CTO von Big Blue Marble.

Neuer Sicherheitsstandard setzt neue Maßstäbe

Die Abkürzung C2PA steht für Coalition for Content Provenance and
Authenticity und ist ein offener technischer Standard, der darauf
abzielt, die Herkunft digitaler Inhalte zu zertifizieren. Dazu werden
im Hintergrund von Videos Content Credentials eingefügt, die
Informationen über die Quelle, die Bearbeitung und die digitale
Signatur inkludieren. Sie halten also fest, von wem ein Video stammt
und welche relevanten Schritte bei seiner Erstellung oder
Veröffentlichung durchgeführt wurden. Separate Tools oder aufwändige
Bearbeitungsschritte sind dafür nicht notwendig, da die C2PA-
Zertifizierung im Rahmen der Aufbereitung für die Veröffentlichung
automatisiert erfolgt.

Sicherheit und Glaubwürdigkeit steht im Zentrum

Für das Parlament ist in Zeiten wachsender Desinformation die
Glaubwürdigkeit seiner Medienprodukte zentral. Deshalb haben die
Parlamentsdirektion und Big Blue Marble bereits im Frühling 2026 in
einem Pilotprojekt mit dem ORF und dem Wiener Tech-Scale-Up zerothird
erstmals eine TV-Übertragung zwischen dem Parlamentsgebäude und dem
ORF-Zentrum quantenkryptografisch abgesichert. Dabei kamen über eine
eigene Glasfaserverbindung erzeugte Quantenschlüssel zum Einsatz, um
mögliche Eingriffe in diesen Austausch erkennbar zu machen und
Manipulationen in Live-Streams zu unterbinden.

Die Einführung von Content Credentials nach dem C2PA-Standard
ergänzt diesen Ansatz nun um eine weitere Ebene: Während
Quantenkryptografie den Übertragungsweg schützt, macht C2PA die
Herkunft und Integrität der veröffentlichten Videos nachvollziehbar.
Damit erleichtert das Projekt das Erkennen von Deepfakes,
nachträglichen Manipulationen und Desinformation. Es unterstützt das
Parlament dabei, seine digitalen Inhalte als verlässliche offizielle
Quelle sichtbar zu machen. (Schluss) red

Rückfragehinweise:

Österreichisches Parlament

Karl-Heinz Grundböck

Sprecher der Parlamentsdirektion, Leitung Kommunikation

Telefon: +43 – 1 – 40110 – 2219

E-Mail: [email protected]

Web: https://www.parlament.gv.at

Big Blue Marble

Michael Weber

Corporate Communication

Mobil: +43 664 627 89 06

E-Mail: [email protected]

Web: https://www.bigbluemarble.com