Wien (OTS) – Vom 24. September bis 11. Oktober wird im Wiener Prater
wieder die
Kaiser Wiesn gefeiert. Rund 400.000 Besucher:innen werden erwartet.
Damit eine Großveranstaltung dieser Dimension sicher über die Bühne
gehen kann, braucht es ausreichend und gut ausgebildetes
Sicherheitspersonal. Die Gewerkschaft vida fordert deshalb endlich
klare gesetzliche Standards für die Branche in Form eines
Sicherheitsdienstleistungsgesetzes.
„Für die Sicherheit Hunderttausender Wiesn-Besucher sorgen
Beschäftigte, die einen verantwortungsvollen Job machen. Sie müssen
Gefahren erkennen, Konflikte entschärfen und im Ernstfall richtig
reagieren können. Dafür braucht es eine fundierte Ausbildung und gute
Arbeitsbedingungen“, sagt Gernot Kopp, Vorsitzender des zuständigen
vida-Fachbereichs Gebäudemanagement.
Es kann nicht sein, dass bei Veranstaltungen
Sicherheitsdienstleistungen möglichst billig vergeben werden und die
Qualität dabei zu kurz kommt. „Sicherheit darf keine Frage des
günstigsten Angebots sein. Wer Sicherheitsdienste beauftragt, muss
auch Verantwortung dafür übernehmen, unter welchen Bedingungen die
Beschäftigten arbeiten“, so Kopp.
Sicherheit braucht Ausbildung und klare Verantwortlichkeiten
Die Anforderungen an Beschäftigte in der Bewachungsbranche sind
hoch: Sie kontrollieren Zugänge, müssen Menschenmengen im Blick
behalten, Konfliktsituationen einschätzen und bei medizinischen
Notfällen, Bränden oder anderen Gefahrensituationen rasch reagieren.
„Von Bewacher:innen wird im entscheidenden Moment erwartet, dass sie
genau wissen, was zu tun ist. Gleichzeitig fehlen in Österreich noch
immer verbindliche und einheitliche gesetzliche Ausbildungsstandards
für die Branche. Das passt nicht zusammen“, kritisiert Kopp.
Problematisch sind aus Sicht der Gewerkschaft auch
Subunternehmerketten und kurzfristige Personalrekrutierungen vor
Großveranstaltungen. „Die Veranstalter planen ihre Events schon
Monate zuvor. Da sollte man erwarten können, dass sie auch das
Sicherheitspersonal früh genug einstellen. Wer jemanden für einen
Sicherheitsjob engagiert, kann nicht einfach darauf vertrauen, dass
irgendwie alles gutgehen wird. Professionelle Sicherheitsarbeit
braucht professionelle Rahmenbedingungen“, so der vida-
Gewerkschafter.
Auch der vereitelte Anschlagsplan auf die Taylor-Swift-Konzerte
in Wien im Jahr 2024 habe gezeigt, dass strengere Regeln und mehr
Kontrolle in der Branche dringend notwendig seien. „Damals hat
Innenminister Karner groß angekündigt, gesetzlich nachzuschärfen.
Mehr als zwei Jahre und zahlreiche Großveranstaltungen später warten
wir noch immer auf das versprochene Sicherheitsdienstleistungsgesetz
– und nehmen damit vermeidbare Risiken in Kauf. Die Wiener Kaiser
Wiesn zieht auch viele Tourist:innen aus aller Welt an. Herr
Minister, ist dieser nachlässige Umgang mit ihrer Sicherheit wirklich
das Bild, das Sie nach außen vermitteln wollen?“, fragt Kopp.
Die Gewerkschaft vida fordert daher:
– verbindliche Ausbildungsstandards mit mindestens 264 Lerneinheiten,
– regelmäßige verpflichtende Auffrischungsschulungen,
– einen einheitlichen Berufsausweis,
– eine zentrale behördliche Registrierung,
– qualitätsorientierte Vergaben statt Billigstbieterlogik sowie
– ein Verbot von Subunternehmerketten.
„Die Wiener Kaiser Wiesn soll für hunderttausende Besucher:innen
ein Fest sein. Damit das funktioniert, leisten die Beschäftigten im
Hintergrund unverzichtbare Arbeit. Doch wer Sicherheit will, muss
endlich die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür schaffen“, so Kopp
abschließend.