Wien (OTS) – Die auch vom VGT massiv unterstützte Europäische
Bürger:innen-
Initiative „End the Cage Age“ gegen jegliche Form der Käfighaltung
von sogenannten „Nutztieren“ (dazu gehören Hühner, Enten, Gänse,
Kaninchen, Wachteln, Kälber und Mutterschweine) haben 1,4 Millionen
Menschen unterschrieben. Doch sie wurde bereits vor 6 Jahren der EU-
Kommission übergeben, aber bisher ist nichts geschehen. Gestern hat
die Kommission jetzt endlich ihre „ EU livestock strategy “ (
Strategie zu „Nutztieren“) veröffentlicht. Zu Tierschutz wird darin
angekündigt, dass die Tötung männlicher Kücken von Legehuhnrassen
durch eine Geschlechtsbestimmung noch im Ei ersetzt werden soll.
Bereits Ende 2026 will die EU die Käfighaltung von Legehennen mit
Übergangsfrist verbieten und Tierwohlindikatoren in der
Masthuhnhaltung einführen. Zusätzlich kündigt sie an, dass im 2.
Quartal 2027 neue Regelungen zur Schweinehaltung kommen werden, wobei
jedenfalls ein Ende der Haltung von Mutterschweinen in Kastenständen
vorgesehen ist. Dieses Tierschutzpaket soll durch Maßnahmen wie
Investitionsförderungen und äquivalenten Anforderungen an importierte
Tierprodukte flankiert werden. Der VGT begrüßt diese Entwicklung,
sieht aber Verbesserungsbedarf.
VGT-Obperson DDr. Martin Balluch dazu: „In Österreich ist die
Käfighaltung von Hühnern bereits seit vielen Jahren verboten und die
Kastenstandhaltung von Mutterschweinen ab 2033 drastisch
eingeschränkt. Gut, dass die EU in diesen Bereichen nachziehen will.
Aber was wir jetzt brauchen ist ein echtes Verbot des
Vollspaltenbodens in der Schweine- und Rinderhaltung. Im
Strategiepapier der EU ist das nicht ausgeschlossen, da von
verbessertem Tierwohl bei Schweinen die Rede ist. Aber explizit wird
nur der Kastenstand erwähnt, wobei es auch hier Nachbesserungsbedarf
in Österreich gibt. Hierzulande dürfen die armen Mutterschweine
nämlich ab 2033 immer noch pro Schwangerschaftszyklus 16 Tage in
diese körpergroßen Käfige eingesperrt werden, was einerseits viel zu
lange ist und andererseits den Schweinefabriken ermöglicht, überhaupt
Kastenstände zu belassen. Und dann ist es unmöglich zu kontrollieren,
wie viele Tage sie eingesetzt werden.“
Balluch weiter: „Sehr erfreulich ist die Ankündigung der EU-
Kommission, die Investitionsförderung für Umbauten zu ermöglichen und
insbesondere endlich den Import von Tierprodukten zu verbieten, bei
denen die Tiere nicht unter den Mindeststandards der EU gehalten
worden sind. Besonders letztere Forderung ist zentral, um die
Standards in der EU zu schützen und die Tierquälerei nicht in
Drittländer zu verlagern.“
Und Balluch abschließend: „Ankündigen ist das Eine, diese
Ankündigung auch wirklich umzusetzen das Andere. Der VGT und die
anderen 150 Tierschutzorganisationen der EU, die die Bürger:innen-
Initiative getragen haben, werden die Kommission an ihren Taten
messen und sie an ihre Versprechen erinnern. Aber eines muss für uns
hier in Österreich klar sein: als Land mit Tierschutz als Staatsziel
und einer sehr tierschutzaffinen Bevölkerung sollten wir in der EU im
Tierschutz vorangehen, nicht durch neue Mindeststandards getrieben
werden. Selbst wenn die EU also den Vollspaltenboden nicht explizit
verbieten wird, müssen wir das hierzulande tun, um den Boden für ein
entsprechendes EU-weites Verbot zu bereiten, das dann – wie bei der
Käfighaltung von Hühnern und der Kastenstandhaltung von
Mutterschweinen – folgen wird!“
Mehr über End the Cage Age
Pressefotos von der Aktion am 23.6. am Stephansplatz (Copyright:
VGT.at)