Fehlzeitenreport 2026: Bandscheibenerkrankungen im Steigen

Wien. (OTS) – Der aktuelle Fehlzeitenreport 2026 zeigt klar:
Erkrankungen des
Bewegungs- und Stützapparates zählen zu den häufigsten Ursachen für
lange Krankenstände. Der ÖGB fordert deshalb erneut, durch schweres
Heben oder Tragen verursachte Bandscheibenerkrankungen endlich in die
Berufskrankheitenliste aufzunehmen.

Besonders betroffen sind Beschäftigte im Gesundheitsbereich, in
der Langzeitpflege und in der Behindertenbetreuung. Aber auch in
vielen anderen Branchen müssen Beschäftigte zu viel und zu oft schwer
heben und sind damit die Leidtragenden ihres Jobs.

Berufliche Belastung macht krank

Bandscheibenerkrankungen entstehen oft nicht zufällig. Sie sind
häufig die Folge von jahrelanger körperlicher Belastung am
Arbeitsplatz, von schwerem Heben, einseitigen Tätigkeiten und
fehlender Ergonomie.

Anerkennung schafft Schutz

Wird eine Berufskrankheit diagnostiziert, stehen den Betroffenen
Leistungen aus der Unfallversicherung zu. Das heißt umfassendere
medizinische Leistungen, aber möglich sind auch
Rehabilitationsmaßnahmen, medizinisch wie beruflich oder eine
monatliche Rente bei starken und langanhaltenden Einschränkungen.
Gleichzeitig werden Unternehmen aufgefordert, wirksame
Präventionsmaßnahmen zu setzen.

Prävention statt Spätfolgen

Besonders bei Erkrankungen des Bewegungsapparates zeigt sich, wie
wichtig frühe Anerkennung und wirksame Prävention sind.
Bandscheibenschäden führen häufig zu langen Ausfallszeiten, starken
Schmerzen und dauerhaften Einschränkungen. Wer hier rechtzeitig
handelt, schützt nicht nur einzelne Beschäftigte, sondern verbessert
die Arbeitsbedingungen insgesamt.

„Es ist nicht akzeptabel, dass Beschäftigte mit schweren Rücken-
und Bandscheibenproblemen zu oft allein gelassen werden. Die
Krankheit muss anerkannt und entsprechend durch die
Unfallversicherung abgesichert werden“, sagt ÖGB-Gesundheitsexpertin
Julia Stroj: „Das ist eine Frage der Gerechtigkeit, der Gesundheit
und der Prävention.“

Der ÖGB fordert:

– Bandscheibenerkrankungen in die Berufskrankheitenliste aufnehmen.

– Arbeitsbedingte Erkrankungen des Bewegungsapparates besser
anerkennen und absichern.

– Betriebe zu wirksamer Prävention und gesunden Arbeitsbedingungen
verpflichten.

Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2
Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen
sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche
Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und
Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
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