Purkersdorf (OTS) – Der Wald lebt von unzähligen Beziehungen – viele
davon bleiben auf
den ersten Blick verborgen. Sie verbinden unterschiedliche Arten
miteinander und tragen dazu bei, dass Waldökosysteme stabil und
vielfältig bleiben. Eine davon zeigt sich zwischen Fichte und
Haarmützenmoos: Während die Fichte die Standortbedingungen prägt,
findet das Moos dort ideale Lebensbedingungen. Diese besondere
Beziehung steht beispielhaft für die vielfältigen Partnerschaften im
Wald und im Mittelpunkt der Waldbier-Edition 2026. Mit ihr startet
zugleich ein neuer mehrjähriger Waldbier-Zyklus, der den Blick auf
Baumpartnerschaften und Waldsymbiosen richtet.
„Ein Wald ist weit mehr als die Summe seiner Bäume. Seine Stärke
liegt im Zusammenspiel unzähliger Organismen, die miteinander in
Beziehung stehen und voneinander profitieren. Mit dem neuen Waldbier-
Zyklus rücken wir genau diese oft verborgenen Verbindungen in den
Mittelpunkt. Sie prägen unsere Wälder, machen sie vielfältig und
tragen wesentlich zu ihrer Stabilität bei“, so Andreas Gruber,
Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz der Österreichischen
Bundesforste.
Natürliche Aromen aus den Bergwäldern des Salzburger Pinzgaus
Ende Mai ernteten Braumeister Axel Kiesbye sowie ÖBf-Revierleiter
Franz Gruber und dessen Team im Bundesforste-Revier Bruck im
Salzburger Pinzgau die charakteristischen Zutaten für das diesjährige
Waldbier. Dabei wurden rund zwölf Kilogramm Fichtenwipferl sowie zwei
Kilogramm Haarmützenmoos sorgfältig von Hand gepflückt.
Die Ernte führte in einen typischen Fichten-Tannenwald auf rund 1.700
Metern Seehöhe beim Eingang ins Thumersbachtal. Mit bis zu 1.800
Millimetern Niederschlag pro Jahr zählt die Region zu den
niederschlagsreichsten Waldstandorten Österreichs und bietet ideale
Bedingungen für baumartenreiche Bergmischwälder. Die jungen Triebe
der Fichte – die sogenannten Fichtenwipferl – verleihen dem Waldbier
frische, zitronige und leicht säuerliche Aromen.
Ergänzt werden die Fichtenwipferl durch Haarmützenmoos – einen
typischen Begleiter in fichtenreichen Wäldern. Die Moosart profitiert
von den sauren und feuchten Standortbedingungen, die durch
Fichtenbestände und ihre Nadelstreu geprägt werden. Gleichzeitig
erfüllt sie wichtige Funktionen im Ökosystem: Haarmützenmoos gilt als
Pionierpflanze, da es maßgeblich zur Humusbildung beiträgt und den
Boden für nachfolgende Pflanzen vorbereitet. Es kann ein Vielfaches
seines Eigengewichts an Wasser speichern und unterstützt bei der
Stabilisierung des Waldbodens.
„Das Haarmützenmoos dient zur Bierklärung und ersetzt einen Teil der
für Bier typischen Hopfenbittere. Zudem bringt es rotfruchtige
Nuancen in das Aromenspiel ein. Die jungen Fichtenwipferl sind
hocharomatisch und liefern harzig-balsamische Töne, begleitet von
frischen, zitronigen Noten und eine dezente Bittere im Abgang. Das
Zusammenspiel dieser Zutaten verspricht einen komplexen
Gesamteindruck, der den Duft des Waldes nach einem Sommerregen ins
Glas bringen soll“, erläutert Braumeister Axel Kiesbye.
Nach der Ernte werden die Zutaten nun weiterverarbeitet und
eingebraut. Wie sich die Aromen von Fichtenwipferln und
Haarmützenmoos im fertigen Waldbier entfalten, zeigt sich bei der
Präsentation der Waldbier-Edition 2026 im Herbst.
Waldbier-Edition 2026 „Fichte – Moos“ ab Herbst erhältlich
Wie seine Vorgänger wird die Waldbier-Edition „Fichte – Moos“ in
limitierter Auflage hergestellt und ab Herbst 2026 erhältlich sein.
Das Jahrgangsbier wird in Gourmet-Flaschen zu 0,75 l und 0,33 l
abgefüllt. Aufgrund seines höheren Alkoholgehalts verfügt das
Waldbier über eine ausgezeichnete Lagerfähigkeit und kann als
Jahrgangsbier nachhaltig gesammelt und mehrere Jahre gelagert werden.
Bisherige Waldbier-Jahrgänge sind nahezu ausverkauft und nur mehr
vereinzelt bzw. als Sammlerobjekte erhältlich.
Der Geschmack des Waldes – seit 2011 jährlich neu interpretiert
„Seit 2011 bringen wir gemeinsam mit Axel Kiesbye den Geschmack des
Waldes ins Glas. Jede Waldbier-Edition macht dabei die Vielfalt
unserer Wälder auf besondere Weise erlebbar – von charakteristischen
Aromen bis hin zu Einblicken in unterschiedliche Lebensräume und
ökologische Zusammenhänge“, so ÖBf-Vorstandssprecher Georg Schöppl.
Ursprünglich als einmalige Sonderedition anlässlich des
Internationalen Jahres des Waldes 2011 geplant, entwickelte sich das
Waldbier aufgrund des großen Zuspruchs zu einer erfolgreichen
Tradition. Während in den ersten Jahren vor allem Nadelbäume die
natürlichen Zutaten lieferten, rückten später Waldsträucher,
Wildobstarten, besondere Herkunftsregionen und unterschiedliche
Waldlebensräume in den Mittelpunkt.
Nach der Jubiläumsedition „Wald der Zukunft“ anlässlich des 100-
jährigen Bestehens der Österreichischen Bundesforste im Jahr 2025
beginnt mit der Waldbier-Edition 2026 ein neuer mehrjähriger Zyklus.
Unter dem Schwerpunkt „Baumpartnerschaften und Waldsymbiosen“ richten
die kommenden Editionen den Blick auf die vielfältigen Verbindungen,
die das Leben im Wald prägen.
Pressefotos unter www.bundesforste.at .