Wirtschaft

Von Redaktion

IKT-Krise in Österreich: Warum unsere Zukunft auf dem Spiel steht!

Ein Blick auf die dramatische Lage der IKT-Branche in Österreich

Die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) ist seit Jahren ein Motor für Innovation und Wachstum in Österreich. Doch jetzt schlagen Experten Alarm: Die Branche steht vor einer ernsten Krise, die weitreichende Folgen für die gesamte Wirtschaft haben könnte. Laut einer aktuellen Pressemitteilung der Wirtschaftskammer Österreich vom 27. Februar 2026 zeigt der neue IKT-Statusreport besorgniserregende Entwicklungen auf.

Weniger offene Stellen: Ein Alarmsignal für die Wirtschaft

Die Zahl der offenen Stellen in Österreich ist 2025 auf durchschnittlich 139.900 gesunken, ein Rückgang von 19,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies markiert den dritten Rückgang in Folge. Besonders betroffen ist der IKT-Sektor, der laut dem Stepstone-Fachkräfteatlas einen Rückgang der Stellenangebote um 15 Prozent verzeichnete. Diese Zahlen sind ein klares Indiz dafür, dass der Arbeitsmarkt im Bereich der Hochtechnologie stagniert.

  • 2025: 139.900 offene Stellen gesamt
  • Rückgang um 19,5% im Vergleich zu 2024
  • 15% weniger Stellenangebote im IKT-Sektor

Der Ruf nach einer durchgängigen Talent-Pipeline

Wilfried Drexler, Obmann des Fachverbandes Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) in der Wirtschaftskammer Österreich, betont die Notwendigkeit einer durchgängigen Talent-Pipeline. „Uns fehlt der echte Kompetenzpfad von der Schule über die Hochschulen bis in die Betriebe“, erklärt Drexler. Der IKT-Statusreport zeigt, dass es zwar mehr Studierende gibt, aber die Zahl der Abschlüsse lässt noch zu wünschen übrig.

Studierende und Abschlüsse: Die Zahlen sprechen Bände

An den wissenschaftlichen Universitäten gibt es 20.575 ordentliche Studierende im Bereich Informatik und Kommunikationstechnologie, mit einem Frauenanteil von 22,2 Prozent. An den Fachhochschulen sind es 8.166 Studierende. Trotz dieser Zahlen gibt es nur 19.000 Abschlüsse von IKT-Absolventen in den letzten fünf Jahren. Diese Diskrepanz zeigt, dass der Bedarf an qualifizierten Fachkräften bei weitem nicht gedeckt wird.

  • 20.575 Studierende an Universitäten
  • 8.166 Studierende an Fachhochschulen
  • Nur 19.000 Abschlüsse in fünf Jahren

Die Rolle der Politik: Pflichtfach Informatik und KI

Die Politik hat bereits reagiert und ein Pflichtfach „Informatik und KI“ in der AHS-Oberstufe angekündigt. Dies ist ein wichtiger Schritt, um digitale Grundkompetenzen und ein Verständnis für Künstliche Intelligenz (KI) zu fördern. Martin Zandonella, Obmann-Stellvertreter im WKÖ-Fachverband UBIT, sieht hierin eine Chance, die Talente bereits in der Schule zu fördern.

Zugangsbeschränkungen: Ein zusätzliches Hindernis

Trotz der positiven Ansätze gibt es weiterhin erhebliche Hindernisse. Die Dropout-Quoten bei IKT-Bachelorstudien lagen im Studienjahr 2023/24 bei 37,7 Prozent. Zugangsbeschränkungen verschärfen das Problem zusätzlich, da an der TU Wien beispielsweise 1.037 Bewerber nur 671 Zulassungen gegenüberstanden.

Vergleich mit anderen Bundesländern und Ländern

Im Vergleich zu anderen Bundesländern zeigt sich, dass nicht nur Österreich mit diesen Herausforderungen kämpft. In Deutschland beispielsweise sind ähnliche Trends zu beobachten, wobei dort ebenfalls der Bedarf an qualifizierten IKT-Fachkräften nicht gedeckt wird. Dies ist ein globales Phänomen, das politisches Handeln erfordert.

Die Auswirkungen auf den normalen Bürger

Für den normalen Bürger bedeutet diese Entwicklung, dass die digitale Transformation ins Stocken geraten könnte. Unternehmen könnten gezwungen sein, ihre Innovationsprojekte zu verlangsamen, was letztlich auch die Verbraucher betrifft. Eine schwache IKT-Branche könnte zu höheren Preisen für Technologieprodukte und Dienstleistungen führen.

Expertenzitate: Was sagen die Fachleute?

„Ohne eine durchgängige Talentförderung riskieren wir, im globalen Wettbewerb zurückzufallen“, warnt Dr. Johanna Müller, IKT-Expertin und Beraterin für digitale Transformation. „Es ist entscheidend, dass wir die Bildungssysteme anpassen und mehr junge Menschen für die Technologie begeistern.“

Zukunftsausblick: Was muss geschehen?

Um die Krise in der IKT-Branche zu bewältigen, sind mehrere Maßnahmen notwendig. Erstens muss die Bildungspolitik weiter reformiert werden, um Informatik und KI fest im Lehrplan zu verankern. Zweitens sollten Zugangsbeschränkungen überdacht und die Zahl der Studienplätze erhöht werden. Schließlich ist eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und der Industrie erforderlich, um die Ausbildung praxisnäher zu gestalten.

Fazit: Ein Weckruf für die Zukunft

Die aktuelle Situation sollte als Weckruf dienen. Die IKT-Branche ist von entscheidender Bedeutung für Österreichs wirtschaftliche Zukunft. Nur durch gezielte Maßnahmen und politische Unterstützung kann sichergestellt werden, dass die Branche nicht nur überlebt, sondern auch floriert. Die Zeit zu handeln ist jetzt, bevor die Auswirkungen irreversibel werden.