WKÖ-Generalsekretär Danninger zu WIFO-/IHS-Prognose: Unternehmen jetzt den Rücken stärken

Wien (OTS) – Die aktuellen geopolitischen Risiken und Unsicherheiten
dämpfen die
konjunkturelle Entwicklung auch in Österreich. WIFO und IHS gehen in
ihren heute, Freitag, veröffentlichten Prognosen davon aus, dass die
ohnehin nur moderate Konjunkturerholung, die Ende des Vorjahres für
2026 und 2027 erwartet wurde, nicht zu halten sein wird. Das IHS
rechnet für 2026 nun mit einem realen BIP-Wachstum von 0,5 Prozent.
Das WIFO erwartet – abhängig von der weiteren Entwicklung der Rohöl-
und Erdgaspreise – ein Wachstum zwischen 0,2 und 1,1 Prozent. Die
Inflationsrate dürfte heuer laut WIFO zwischen 2,5 und 4,1 Prozent
liegen; das IHS prognostiziert 2,9 Prozent.

„Der Nahost-Konflikt und die zusätzliche Unsicherheit drücken die
ohnehin verhaltenen Wachstumsaussichten weiter nach unten. Für viele
Betriebe ist das ein Warnsignal: Wenn Unsicherheit steigt und die
Kosten hoch bleiben, werden Investitionen aufgeschoben“, sagt Jochen
Danninger, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).
Erschwerend kommt hinzu, dass beide Institute die Risiken für ihre
Prognosen als hoch einschätzen. Besonders betroffen ist die heimische
Industrie, die seit Jahren unter der schwachen
Investitionsgüternachfrage leidet.

Aus Sicht der Wirtschaft steigt damit der Handlungsdruck noch
weiter. „Gerade in Phasen erhöhter Unsicherheit braucht es
verlässliche Rahmenbedingungen – damit Investitionen möglich bleiben
und Beschäftigung gesichert wird“, betont Danninger.

Kostendruck abfedern, Lohnnebenkosten senken

Der starke Anstieg der Lohnstückkosten, hohe Energiepreise und
wachsende internationale Konkurrenz setzen den Wirtschafts- und
Industriestandort Österreich unter Druck. „Umso wichtiger ist, dass
wir in unserem eigenen Gestaltungsbereich das Heft in die Hand
nehmen. Im Hinblick auf das geplante Doppelbudget sagen wir klar Nein
zu neuen Steuern und Belastungen – das wäre gerade jetzt
standortschädlich. Die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit muss
Priorität haben“, so Danninger.

„Gerade jetzt braucht der Standort die richtigen Maßnahmen:
Entlastung statt neuer Belastungen und mehr Spielraum, um auch in
einer schwierigen konjunkturellen Lage bestehen zu können“, ergänzt
der WKÖ-Generalsekretär.

Auch die OECD hat kürzlich festgehalten, dass die
Produktionskosten in Österreich in den letzten Jahren stark gestiegen
sind – und damit die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer
Unternehmen massiv unter Druck geraten ist. Besonders ausgeprägt ist
diese Entwicklung bei den Lohnstückkosten. Hier muss dringend
gegengesteuert werden. „Unser Appell ist klar: Die im
Regierungsprogramm festgeschriebene Senkung der Lohnnebenkosten muss
jetzt rasch auf den Weg gebracht werden“, so Danninger.

Außenwirtschaftliches Umfeld aktiv gestalten

Auch auf EU-Ebene müssen Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz
gestärkt werden: Es gilt, Potenziale im Binnenmarkt zu nutzen, eine
offene und zugleich strategische Handelspolitik zu verfolgen und
Schutzinstrumente wirksam einzusetzen, damit heimische Unternehmen
international unter fairen Bedingungen bestehen können. „Fakt ist:
Geopolitische Spannungen sowie wirtschafts- und handelspolitische
Unsicherheiten werden nicht so bald verschwinden. Damit sich
Unternehmen an diese neue Normalität anpassen können, ist die Politik
gefordert, das außenwirtschaftliche Umfeld aktiv mitzugestalten“, so
der WKÖ-Generalsekretär abschließend. (PWK145/TK)