Wien (OTS) – Am Montag, den 22.06.2026 und am Dienstag, den
23.06.2026, findet in
Luxemburg der Rat der EU-Agrarministerinnen und Agrarminister statt.
Der Schwerpunkt des zweitägigen Agrarministerrats liegt auf der
Europäischen Fischereipolitik (GFP) nach 2027 sowie auf der Zukunft
der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027.
Im Bereich der Fischerei beraten die Ministerinnen und Minister über
die Verordnung zur Förderung von Fischerei, Aquakultur und
Meerespolitik für den Zeitraum 2028 bis 2034. Diese ist die
Nachfolgeregelung des Europäischen Meeres-, Fischerei- und
Aquakulturfonds (EMFAF). Österreich unterstützt eine rasche Einigung.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig: „Die Fischproduktion in
Österreich ist naturgemäß nur begrenzt möglich. Gleichzeitig setzen
Überfischung und Klimawandel die Fischbestände weltweit massiv unter
Druck. Aus diesem Grund müssen wir die Aquakultur in der EU deutlich
stärker forcieren und den Selbstversorgungsgrad von derzeit rund 8 %
der in Österreich erhöhen. Die österreichische Fischereiwirtschaft
produziert unter höchsten Standards und in hervorragender Qualität.
Das Know-how ist vorhanden, jetzt gilt es, das Potenzial zu nutzen
und dafür braucht es eine bessere finanzielle Unterstützung der
Aquakultur.“
Um die Aquakultur in der GFP stärker in den Fokus zu rücken, braucht
es schnellere Genehmigungsverfahren, mehr Investitionen in Innovation
und Forschung, einen leichteren Zugang zu Finanzierungen für kleine
Betriebe sowie langfristige Planungssicherheit, um den Sektor
attraktiver zu machen.
GAP: Ausreichend Mittel und Flexibilität gefordert
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik
(GAP) nach 2027. Unter dem Leitmotiv „Flexibilität, Subsidiarität und
gemeinsame EU-Ziele“ wird über die künftige Ausgestaltung der GAP
beraten. Für Österreich sind die Prioritäten klar.
Totschnig: „Die EU braucht eine flächendeckende, produzierende
Landwirtschaft und die GAP ist das effektivste Instrument dies zu
garantieren. In den Verhandlungen dazu setzt Österreich drei
Schwerpunkte. Ausreichende Finanzierung, Gestaltungsfreiraum und
klare Zuständigkeiten was die Umsetzung angeht.
Landwirtschaftspolitik muss Sache des Landwirtschaftsministeriums
bleiben. Wir verhandeln seit einem Jahr und haben bisher viel
erreichen können, um die Landwirtschaft als prioritären
Politikbereich abzusichern.“
Der Rat für Landwirtschaft und Fischerei (AGRIFISH) tagt letztmals
unter dem Vorsitz Zyperns. Mit 1. Juli übernimmt Irland den Vorsitz
im Rat der Europäischen Union.