Wien (OTS) – „Eine Rücknahme der Entscheidung zur
gleichgeschlechtlichen Ehe wäre
ein Angriff auf das Fundament der Gleichberechtigung, nicht nur in
den USA, sondern mit globaler Signalwirkung“, warnt David Stögmüller,
LGBTIQ+-Sprecher der Grünen, und begrüßt daher die gestrige
Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA, die
gleichgeschlechtliche Ehe nicht neu zu beraten. Die Ehe soll für alle
Menschen, die für einander Verantwortung übernehmen wollen, möglich
sein. Der mögliche Rückschritt zeigt erneut, dass gesellschaftlicher
Fortschritt keine Selbstverständlichkeit ist. Wir müssen solidarisch
bleiben und die Errungenschaften der LGBTIQ+-Community entschlossen
verteidigen“, unterstreicht Stögmüller.
Der Oberste Gerichtshof der USA hat letzte Woche beraten, ob er
die historische Entscheidung Obergefell v. Hodges (2015) zur
landesweiten Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen erneut aufrollen
möchte. Ausgangspunkt ist der Fall der Standesbeamtin Kim Davis aus
Kentucky, die 2015 einem homosexuellen Paar die Heiratserlaubnis aus
religiösen Gründen verweigerte und damit bis vor das Bundesgericht
zog.
„Ein verfassungsrechtlich garantiertes Recht zur Ehe darf nicht
zum Spielball politischer oder religiöser Ideologie werden. Alleine,
dass es möglich ist, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare wieder
zu kippen, löst für betroffene Menschen eine gewisse Unsicherheit,
Ängste und Zweifel aus, weil die eigene Zukunft, die persönliche
Freiheit und die grundlegende Sicherheit für queere Personen
hinterfragt werden“, betont Stögmüller.