Steinegger: Futtervermittlung läuft auf Hochtouren

Graz (OTS) – Steinegger: Situation ist sehr ernst. Die noch nie
dagewesene
Trockenheit und langandauernde Hitze bringt die heimischen
Rinderbauern in eine dramatische Situation. Wiesen und Weiden sind zu
einem erheblichen Teil verdorrt, die Ernteeinbußen bei Futter wie Heu
und Silagen liegen je nach Standort bei bis zu 80 Prozent. Viele
Rinderbetriebe sowie Höfe, die Pferde, Schafe, Ziegen und andere
raufutterverzehrende Tiere halten, müssen jetzt schon ihre
Wintervorräte verfüttern. „Die Situation ist sehr ernst. Es geht
nicht nur um Ertragseinbußen, sondern um die Existenz der bäuerlichen
Familienbetriebe und um die Versorgungssicherheit des Landes“,
unterstreicht Landwirtschaftskammer-Präsident Andreas Steinegger.

Futtervermittlung läuft auf Hochtouren. Seit Wochen laufen in der
Landwirtschaftskammer gemeinsam mit den Partnern Maschinenring
Steiermark, Obersteirischer Maschinenring und Bio Austria Steiermark
die Vorbereitungen für die Futtervermittlung. „Die ersten
Grundfutterlieferungen sind bereits auf den Betrieben mit
Futtermangel angekommen – sie laufen seit einigen Tagen“,
unterstreicht Landwirtschaftskammer-Präsident Andreas Steinegger,
Initiator dieser Futtermitteloffensive, die mittlerweile
österreichweit läuft. Und weiter: „Wir unternehmen alles und loten
alle Möglichkeiten aus, um den Futterbedarf so gut wie möglich zu
decken.“ Besonders bedankt sich Steinegger bei jenen bäuerlichen
Futtervermittlern, die in Nachbarschaftshilfe den Berufskolleginnen
und Berufkollegen unkompliziert bei der Futterbeschaffung helfen.

Weiteres Maßnahmenpaket unabdingbar. „Neben der Sicherung der
Futterversorgung und der Absicherung der Dürreschäden durch die
Österreichische Hagelversicherung sind weitere treffsichere
Entlastungen unabdingbar“, unterstreichen Agrarlandesrätin Simone
Schmiedtbauer und Präsident Andreas Steinegger und betonen: „Wir
setzen uns in Gesprächen mit dem Bund für ein Dürre-Maßnahmenpaket
ein, das die bäuerlichen Betriebe entlastet.“ Schmiedtbauer ist etwa
bereits im Austausch mit dem Bund über eine mögliche Freigabe von
weiteren Flächen zur Futtermittelgewinnung. „Neben den dringend
notwendigen Sofortmaßnahmen braucht es aber langfristige Schritte zur
Klimawandelanpassung. Beispielhaft sind hier das Wassernetzwerk
Steiermark 2050 mit einem Investitionsvolumen von 150 Millionen Euro,
die österreichweit höchste Förderung von Bewässerungsanlagen oder die
zahlreichen Versuche zu klimaresistenten Sorten und Anbauweisen an
den landeseigenen Versuchsstationen zu nennen“ , sagt Schmiedtbauer.

Die Verantwortlichen von Maschinenring Steiermark,
Obersteirischer Maschinenring und Bio Austria Steiermark zur
Futtervermittlung:

Sepp Wumbauer, Obmann Maschinenring Steiermark: „Als
Maschinenring-Organisation nutzen wir bereits seit Mai unser
flächendeckendes Netzwerk bei der Grundfutter-Vermittlung – hier
haben wir jahrzehntelange Erfahrung. Ein besonderer Schwerpunkt ist
derzeit die Vermittlung von Silomais als Futterersatz für viele
steirische Rinderbetriebe und Betriebe, die Pferde, Schafe, Ziegen
und andere raufutterverzehrende Tiere halten. Wir gehen davon aus,
dass wir aufgrund der dramatischen Situation heuer die bis zu
fünffache Futtermenge im Vergleich zum Vorjahr zu Betrieben mit
Futtermangel bringen.“

Thomas Gschier, Obmann Bio Austria Steiermark: „Wir haben bereits
mehrere hundert Heu- und Silageballen an Biobetriebe mit Futtermangel
vermittelt. Aktuell akquirieren wir benötigte Maissilage von
Bioackerbauern für unsere Biomilchbetriebe, damit sie in dieser
schwierigen Zeit ausreichend Grundfutter für ihre Milchkühe zur
Verfügung haben“, betont Thomas Gschier, Obmann von Bio Austria
Steiermark.

Martin Siebenhofer, Obmann Obersteirischer Maschinenring und
Obmann Bezirkskammer Murau: „Die ersten Grundfuttertranchen im
Großraum Murau-Murtal sind bereits bei den Betrieben angekommen, die
Futter brauchen. Wir hoffen den Großteil des Futterbedarfs mit
Silomais aus dem Südosten und Süden der Steiermark abdecken zu
können. Die Ernte startet dort in den nächsten Wochen.“

Beratung Landwirtschaftskammer. Bereits im April hat die
Landwirtschaftskammer eine Task Force Trockenheit eingerichtet, um
spezielles Fachwissen im Umgang mit der Trockenheit und Hitze
gebündelt zu den Betrieben zu bringen. Dabei geht es in erster Linie
um spezifische Fütterungsfragen, Fragen der klimafitten
Grünlandbewirtschaftung bei Trockenheit und Hitze, bessere
Wasserspeicherung im Boden sowie um nachhaltige und wassersparende
Bewirtschaftung.