Wien (OTS) – Der Equal Pension Day ist jener Tag, an dem Männer
bereits so viel
Pension erhalten haben, wie Frauen erst bis zum Ende des Jahres
bekommen. Dieser Tag fällt heuer österreichweit auf den 9. August.
Der Unterschied in den Pensionen beträgt 39,4 Prozent (2025: 39,7
Prozent) und liegt damit zum zweiten Mal unter 40 Prozent. Der Gap
bedeutet allerdings 144 Tage weniger Pension für Frauen. Wäre die
Pension für Männer und Frauen gleich und kein Gap vorhanden, würde
der Tag auf den 31. Dezember fallen. Derzeit liegt die Frauen-
Durchschnittspension bei 1.614 Euro brutto, die durchschnittliche
Pension der Männer bei 2.664 Euro brutto (Daten:
Pensionsversicherungs-Jahresstatistik Dezember 2025, Berechnung: MA
23 – Wirtschaft, Arbeit und Statistik der Stadt Wien). Der
Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes hat den Equal
Pension Day im Jahr 2015 ins Leben gerufen, damals lag der Gap bei
43,3 Prozent. Das heißt, die Situation verbessert sich nur sehr
langsam.
Zwtl.: Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist Voraussetzung für
faire Pension
Städtebund-Präsident Bürgermeister Michael Ludwig betont, im Jahr
2026 muss es möglich sein, dass sich Frauen und Männer unbezahlte
Care-Arbeit gerecht aufteilen. Auch Männer sind aufgefordert, in
Karenz zu gehen und später Teilzeit zu arbeiten, damit Frauen nicht
automatisch in die Teilzeitfalle geraten und später weniger Pension
bekommen. Ludwig sagt dazu: „Ein faires Einkommen ist die beste Basis
für eine faire Pension. Zusätzlich verringert ein faires Einkommen
die Gefahr von Altersarmut.“
Die Wiener Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch , Mitglied im
Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes, sagt: „Das oberste
Ziel muss es immer sein, Frauen ein selbstbestimmtes und unabhängiges
Leben zu ermöglichen. Dafür ist die wirtschaftliche Unabhängigkeit
durch faire Löhne und entsprechend faire Pensionen eine
Grundvoraussetzung. Lohntransparenz ist dabei ein wichtiger Schritt
für mehr Gerechtigkeit. Aber es braucht auch die Männer dazu, die
ihre Verantwortung in der unbezahlten Care-Arbeit wahrnehmen. Wir
brauchen aktive Väter, die sich in der Kindererziehung maßgeblich
positiv einbringen und Kinderbetreuungseinrichtungen mit flexiblen
Öffnungszeiten. Als Stadt müssen wir Frauen Chancen bieten, ihren
persönlichen Lebensweg zu gehen und Möglichkeiten ergreifen zu
können. Diese persönliche Unabhängigkeit stärkt die Position der Frau
nachhaltig und bietet zusätzliche Sicherheit. Deswegen müssen wir mit
aller Kraft weiter daran arbeiten, den Gender Pay Gap zu schließen.“
Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger , ehemaliger
Karenzvater, betont, dass es Männern und Frauen einfacher gemacht
werden muss, Beruf und Familie zu vereinbaren. Laut Weninger müssen
sich Männer aktiv darum kümmern, dass sie zu Hause 50 Prozent der
unbezahlten Arbeit leisten. Und Weninger weiter: „Wenn sich Männer zu
50 Prozent an Haushalt und Kindererziehung beteiligen, nutzt das
nicht nur Frauen, sondern vor allem den Kindern, die ein anderes
Rollenverständnis und Familienbild vorgelebt bekommen.“ Und so
schaffen wir gute Rahmenbedingen für Frauen, damit sie Tätigkeiten
nachgehen können, die fair entlohnt sind und später eine gerechte
Pension sichern. „Partnerschaftliches Teilen der Verantwortung ist
das Gebot der Stunde“, betont Weninger.
Es gilt daher die Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes
Leben für Frauen zu verbessern: So müssen zum Beispiel typische
Frauenbranchen finanziell aufgewertet werden – mit dem Ziel gleichen
Lohn für gleiche Arbeit zu bekommen, denn nur so kann die
Pensionslücke geschlossen werden. Zudem geht der Städtebund davon
aus, dass die EU-Entgelttransparenzrichtlinie zeitnah in Österreich
umgesetzt wird. Auch wenn die vollständige nationale Umsetzung noch
aussteht, können einzelne, hinreichend bestimmte Vorgaben der
Richtlinie – insbesondere zu mehr Transparenz im Bewerbungsverfahren
und zu Auskunftsrechten bereits jetzt rechtlich relevant sein.
Insgesamt soll die Richtlinie dazu beitragen, Entgeltunterschiede
zwischen Frauen und Männern transparenter zu machen, den Grundsatz
gleichen Entgelts wirksamer durchzusetzen und damit den Gender Pay
Gap zu verringern.
Zwtl.: Städtebund-Ludwig: Finanzielle Mittel für zweites
verpflichtendes Kindergartenjahr sicherstellen
Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger verweist ebenso wie
Hanel-Torsch auf die Kinderbetreuung: „Eine gut ausgebaute und
qualitätsvolle Kinderbetreuung ist Voraussetzung für eine faire
Bezahlung.“ Städte und Gemeinden befinden sich aber in einer
finanziell anspannten Situation; es werden Einsparungen getätigt und
Investitionen verschoben. Das heißt, hier braucht es dringend
finanzielle Unterstützung von Bund und Ländern, um eine gute
Kinderbetreuung zu sichern, so Weninger.
Erst am kürzlich stattgefundenen Städtetag in Leoben hat
Städtebund-Präsident Bürgermeister Michael Ludwig betont, dass Geld
für Kinderbetreuung eine „Investition für die Zukunft unseres Landes“
ist. Das heißt, es braucht laut Städtebund-Präsident Bürgermeister
Michael Ludwig beim zweiten verpflichtenden Kindergartenjahr Klarheit
über die Kostenaufteilung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden. Dies
ist noch Gegenstand von Verhandlungen.
Zwtl.: Finanzielle Unabhängigkeit ist bester Gewaltschutz für Frauen
Städtebund-Generalsekretär Thomas Wenigner betont abschließend
einen weiteren Aspekt: „Finanzielle Unabhängigkeit ist einer der
wirksamsten Schutzfaktoren gegen Gewalt an Frauen. Denn wer über ein
eigenes Einkommen verfügt, hat bessere Möglichkeiten, sich aus
Gewaltbeziehungen zu lösen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Deshalb braucht es neben konsequentem Gewaltschutz – wie gesagt –
auch gezielte Maßnahmen zur Stärkung der wirtschaftlichen
Eigenständigkeit von Frauen – von fairer Bezahlung und fairen
Arbeitsbedingungen über leistbare Kinderbetreuung bis hin zu
qualifizierten Aus- und Weiterbildungsangeboten.“
Zwtl.: Der Equal Pension Day 2026 im Detail
Die Differenz zwischen Männer- und Frauenpensionen hat sich im
Vergleich zum Vorjahr in Österreich um zwei Tage nach hinten
verschoben. Das zeigt die Berechnung, die von der Abteilung
Wirtschaft, Arbeit und Statistik (MA 23) und des Frauenservice (MA 57
) der Stadt Wien für den Österreichischen Städtebund anhand der
Pensionsversicherungsjahresstatistik vorgenommen wurde. Laut diesen
Daten bekommen Frauen im Durchschnitt um 39,4 Prozent weniger Pension
als Männer.
Zwtl.: Österreichweit gibt es große regionale Unterschiede
Wien bleibt nach wie vor an der Spitze: Als einziges Bundesland
begeht Wien den Equal Pension Day im September – sogar in der zweiten
Hälfte des Monats (21.9). 2015 lag der Equal Pension Day hier noch am
21.8. Somit hat sich Wien in elf Jahren um einen Monat verbessert.
Kärnten ist – mit großem Abstand zu Wien – wieder zweitbestes
Bundesland (11.8.). In Niederösterreich fällt der Equal Pension Day
auf den 8.8., dicht gefolgt vom Burgenland (7.8.) und Salzburg (5.8.)
. Die Steiermark reiht sich mit dem 2.8. ein. Erst im Juli folgen
Tirol (25.7.), Oberösterreich (20.7) und Vorarlberg, wobei Vorarlberg
das Schlusslicht bildet (14.7.). Hier ist die Frauenpension auch in
absoluten Zahlen (1.408 brutto) von allen Bundesländern am
niedrigsten.
Zwtl.: Bundesländervergleich: Entwicklung des Equal Pension Day seit
2015
Vorarlberg: 3.7.2015 – 14.7.2026
Oberösterreich: 7.7. 2015 – 20.7.2026
Tirol: 19.7.2015 – 25.7.2026
Steiermark: 21.7.2015 – 2.8.2026
Salzburg: 25.7.2015 – 5.8.2026
Burgenland: 15.7.2015: – 7.8.2026
Niederösterreich: 21.7.2015 – 8.8.2026
Österreich: 26.7.2015 – 9.8.2026
Kärnten: 2.8.2015 – 11.8.2026
Wien: 21.8.2015 – 21.9.2026
Zwtl.: Durchschnittliche Bruttopensionen von Frauen und Männern in
Österreich
Die durchschnittliche Pension für Frauen in Österreich liegt bei
1.614 Euro brutto. Bei Männern liegt die durchschnittliche Pension
bei 2.664 Euro brutto. Die Differenz beträgt 1.050 Euro brutto pro
Monat.
Auch bei den Pensionen gibt es österreichweit starke regionale
Unterschiede. Der „früheste Equal Pension Day in Österreich“ fällt
auf Vorarlberg; auch die Pensionen der Frauen sind in absoluten
Zahlen – mit 1.408 Euro brutto – die niedrigsten. Gleich danach
liegen die Tirolerinnen mit 1.475 Euro brutto. Die höchste Pension
bekommen Frauen in der Bundeshauptstadt Wien: 1.834 Euro brutto;
danach folgt Niederösterreich mit 1.678 Euro brutto Pension für
Frauen. Dahinter reihen sich Burgenland (1.586 Euro brutto),
Oberösterreich (1.534Euro brutto), Steiermark (1.527 Euro brutto),
Kärnten (1.552 Euro brutto) und Salzburg (1.613 Euro brutto) ein.
Die Tabelle „Durchschnittliche Bruttopensionen in Österreich“
findet sich auch auf der Städtebund-Website unter folgendem Link:
https://www.staedtebund.gv.at/equal-pension-day/
Zwtl.: Aktionen zum Equal Pension Day in den Städten
Der Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes hat den
Equal Pension Day im Jahr 2015 ins Leben gerufen, um auf die großen
Pensionsunterschiede zwischen Männern und Frauen aufmerksam zu
machen. Dazu gibt es in vielen Städten Österreichs von den
Frauenbeauftragten und den Frauenbüros Aktionen – wie etwa Infostände
mit gemeinsamem Material, um mit Menschen zu diesem Thema ins
Gespräch zu kommen. Das Städtebund-Video wird in Öffis und in
diversen Kinos gezeigt und soll mehr Bewusstsein für diese Thematik,
auch bei Männern, die derzeit noch viel zu wenig in Karenz und
Teilzeit gehen, schaffen.
Hier das Städtebund-Video zum Equal Pension Day 2026:
Zwtl.: Über den Österreichischen Städtebund
Der Österreichische Städtebund ist die in der Verfassung
verankerte Interessenvertretung und eine starke Stimme für Städte und
größere Gemeinden in Österreich. Aktuell sind es 266
Mitgliedsgemeinden. Zwei Drittel der Menschen in Österreich leben in
Städten und Stadtregionen. Auch 71 Prozent der Arbeitsplätze befinden
sich in Städten. Mehr Informationen unter www.staedtebund.gv.at (
Schluss)