St. Pölten (OTS) – Am kommenden Montag beginnt für rund 210.000
Schülerinnen und Schüler
in Niederösterreich das neue Schuljahr. „Ein Schulstart ist immer
etwas Besonderes. Für unsere Kinder beginnt ein neues Kapitel, für
viele Familien ein neuer Lebensabschnitt und für unsere Pädagoginnen
und Pädagogen ein weiteres Jahr mit einer großen und
verantwortungsvollen Aufgabe. Ich wünsche allen Schülerinnen und
Schülern, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Eltern einen guten Start
und ein erfolgreiches Schuljahr“, so Bildungs-Landesrätin Christiane
Teschl-Hofmeister.
Insgesamt werden im Schuljahr 2026/27 rund 210.171 Schülerinnen
und Schüler Niederösterreichs Schulen besuchen. Für 18.484
Taferlklassler beginnt am Montag das erste Schuljahr. 68.734 Kinder
besuchen eine Volksschule, 43.822 Schülerinnen und Schüler eine NÖ
Mittelschule, 3.296 eine Allgemeine Sonderschule und 2.287 eine
Polytechnische Schule. An den AHS werden 38.744 Schülerinnen und
Schüler unterrichtet, an den Berufsbildenden Mittleren und Höheren
Schulen 34.582.
Nach der Volksschule entscheiden sich 6.187 Schülerinnen und
Schüler bzw. 36,4 Prozent für eine AHS und 10.794 bzw. 63,5 Prozent
für eine Mittelschule. „Wir sehen hier ein stabiles Bild mit einer
leichten Tendenz zugunsten der Mittelschulen. Das freut mich, denn
unsere Mittelschulen sind eine wertvolle und unverzichtbare Säule
unseres Bildungssystems. Wir wollen ihre vielfältigen Leistungen
sichtbar machen, sie weiter stärken und ihnen durch gezielte
Schwerpunktsetzungen zusätzliche Perspektiven eröffnen“, betont
Teschl-Hofmeister.
Auch beim Lehrpersonal könne das Schuljahr gut vorbereitet
beginnen, berichtet Bildungsdirektor Karl Fritthum: „Was wir vor dem
Sommer angekündigt haben, haben wir erreicht: Wir können jede offene
Lehrerstelle besetzen. Es gab rund doppelt so viele Bewerbungen wie
ausgeschriebene Stellen. Damit ist es uns gelungen, den
Personalbedarf an allen Standorten abzudecken.“ An den NÖ
Pflichtschulen unterrichten rund 15.000 Pädagoginnen und Pädagogen,
darunter rund 480 Studierende. Hinzu kommen rund 4.000 Lehrkräfte an
AHS und rund 3.600 an BMHS. Rund 60 Quereinsteigerinnen und
Quereinsteiger werden neu eingestellt.
Ein besonderer Schwerpunkt des neuen Schuljahres liegt auf dem
Gewaltschutz und dem respektvollen Miteinander. Im vergangenen
Schuljahr wurden in Niederösterreich 78 sogenannte abstrakte
Bedrohungen registriert, nach 64 im Schuljahr davor. Zudem kam es zu
204 Suspendierungen, gegenüber 159 im Jahr davor. „Jeder einzelne
Fall ist einer zu viel. Gewaltandrohungen sind keine
Kavaliersdelikte. Niederösterreich ist beim Gewaltschutz seit Jahren
Vorreiter und soll es auch bleiben“, betont Teschl-Hofmeister. Alle
Schulen verfügen bereits über den im vergangenen Schuljahr
erarbeiteten Krisenerlass mit konkreten Handlungsanleitungen. Die
Schulen werden zudem aufgefordert, ihre Krisenpläne laufend zu
aktualisieren und regelmäßig mit allen Beteiligten zu besprechen.
Neu ist mit diesem Schuljahr die Suspendierungsbegleitung. Wird
eine Schülerin oder ein Schüler für mehr als drei Tage suspendiert,
ist eine Begleitung im Ausmaß von acht bis 20 Stunden pro Woche
vorgesehen. Sie erfolgt grundsätzlich am Schulstandort durch eine
Lehrperson gemeinsam mit einer Beratungslehrperson und mit
Unterstützung der Schulpsychologie. Besteht weiterhin eine
Gefährdungslage, kann die Begleitung online erfolgen. „Eine
Suspendierung alleine löst noch kein Problem. Es geht um Konsequenz,
wenn Grenzen überschritten werden, aber ebenso um Unterstützung und
einen geregelten Weg zurück in den Schulalltag“, erklärt Teschl-
Hofmeister. Fritthum ergänzt: „Unsere Schulen sind auf
Krisensituationen heute deutlich besser vorbereitet. Entscheidend
ist, dass Krisenpläne bekannt sind, regelmäßig aktualisiert und die
richtigen Abläufe auch geübt werden.“
Mit dem Schuljahr 2026/27 tritt auch das gesetzliche
Kopftuchverbot für Schülerinnen unter 14 Jahren in Kraft. Die Schulen
wurden bereits vor den Sommerferien informiert, die Schulleitungen
werden in Dienstbesprechungen nochmals auf die praktische Umsetzung
vorbereitet. „Keine Pädagogin und kein Pädagoge wird mit der
Umsetzung alleine gelassen. Es gibt klare Handlungsabläufe und
verlässliche Ansprechpartner in der Bildungsdirektion“, sagt Teschl-
Hofmeister. „Regeln, die in Österreich gelten, müssen eingehalten
werden. Für mich steht dabei vor allem der Schutz der Mädchen im
Mittelpunkt. Kinder sollen frei und gleichberechtigt aufwachsen und
sich entwickeln können.“ Fritthum verweist auf die gesetzlich
geregelte Vorgehensweise: „Die Schulen sind verpflichtet, die
gesetzlichen Bestimmungen umzusetzen. Für den Fall eines Verstoßes
gibt es einen klar definierten Ablauf von der Ermahnung über die
Einbindung der Schulleitung und der Bildungsdirektion bis zu den
gesetzlich vorgesehenen weiteren Schritten.“
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Medienkompetenz. Vor dem
Hintergrund der von der Bundesregierung geplanten
Zugangsbeschränkungen zu bestimmten Social-Media-Plattformen für
unter 14-Jährige will Niederösterreich im neuen Schuljahr eine eigene
Initiative starten. „Social Media, künstliche Intelligenz und
digitale Technologien bieten große Chancen, bringen aber auch
Herausforderungen wie Cybermobbing, Desinformation, problematische
Inhalte und den Druck, ständig online zu sein. Junge Menschen
brauchen deshalb beides: Schutz und Kompetenz“, erklärt Teschl-
Hofmeister. „Ein Verbot allein reicht nicht. Was wir bereits bei der
heurigen Jugendreferentenkonferenz in St. Pölten angekündigt haben,
setzen wir deshalb in diesem Schuljahr um.“ Details zur neuen
Medienkompetenz-Initiative sollen nach Schulbeginn präsentiert
werden.
Beim sonderpädagogischen Unterricht bekräftigen beide zudem die
Forderung nach einer eigenständigen Ausbildung im Bereich
Sonderpädagogik. In Niederösterreich haben derzeit rund 6.100 Kinder
sonderpädagogischen Förderbedarf, etwa die Hälfte wird an
Sonderschulen und die andere Hälfte in inklusiven Klassen betreut.
„Jedes Kind verdient den bestmöglichen Unterricht. Die Wahlfreiheit
der Eltern zwischen inklusiver Betreuung und Sonderschule wird es in
Niederösterreich auch weiterhin geben“, so Teschl und Fritthum.
Weitere Informationen: Büro LR Teschl-Hofmeister, Pressesprecher
Mag. (FH) Dieter Kraus, Telefon 02742/9005-12655, E-Mail dieter.kraus
@noel.gv.at