Wirtschaft

Schallmeiner: Digitaler Schildbürgerstreich bei Eltern-Kind-Pass

Wien (OTS) – „Der elektronische Eltern-Kind-Pass sollte längst
Realität sein. Erst
wurde sein Start von Anfang 2026 auf Oktober 2026 verschoben, jetzt
soll er wegen technischer Probleme überhaupt erst im Oktober 2027
kommen. Das ist kein Ruhmesblatt für die zuständige Ministerin
Schumann und ihre Staatssekretärin Königsberger-Ludwig“, sagt der
Gesundheitssprecher der Grünen, Ralph Schallmeiner, anlässlich der
heutigen Berichterstattung in der „Kronen Zeitung“.

Besonders problematisch ist, dass die wichtige Arbeit der
Hebammen im elektronischen Eltern-Kind-Pass offenbar nicht
entsprechend abgebildet werden könne: Sie erheben wichtige Werte wie
Blutdruck, Gewicht, Harnbefund, Lage des Kindes oder Herztöne, aber
sie könnten diese, laut Medienbericht, aufgrund fehlender Zugriffs-
und Schreibrechte nicht selbst vollständig im elektronischen Eltern-
Kind-Pass dokumentieren. „Ein digitaler Eltern-Kind-Pass, in dem
ausgerechnet die Befunde einer zentralen Berufsgruppe fehlen, wäre
ein digitaler Schildbürgerstreich. Es drohen Informationsverluste,
doppelte Untersuchungen und zusätzliche Wege für Schwangere. Das ist
in einer Zeit, in der es an Kassen-Frauenärzt:innen fehlt und viele
Frauen lange auf Termine warten, höchst problematisch“, hält
Schallmeiner fest.

Ministerin Schumann und Staatssekretärin Königsberger-Ludwig
müssen umgehend darlegen, wie Hebammen rechtlich und technisch
vollständig eingebunden werden und wodurch die neuerliche Verzögerung
verursacht wurde. Schallmeiner kündigt dazu eine parlamentarische
Anfrage an: „Wir wollen wissen, welche Probleme weiterhin ungelöst
sind, welche Mehrkosten entstehen und wann Hebammen ihre Leistungen
vollständig selbst dokumentieren können. Eine moderne
Schwangerenvorsorge braucht die Zusammenarbeit von Ärzt:innen und
Hebammen auf Augenhöhe, keine digitalen Mauern zwischen den
Berufsgruppen.“

Schallmeiner hält fest, dass es darüber hinaus die verpflichtende
Hebammenberatung im Zuge des Eltern-Kind-Passes braucht: „Auch hier
hat die Bundesregierung immer noch eine offene Baustelle, die es zu
lösen gilt.“