„Ö1 in der Arktis. Ein Thementag“ am 23. Juli

Wien (OTS) – Wie Forschung unter den extremen Bedingungen der Arktis
abläuft,
welche Herausforderungen der Alltag mit sich bringt und welche
Erkenntnisse sich daraus gewinnen lassen, ist Gegenstand des
Thementages „Ö1 in der Arktis“ am Donnerstag, den 23. Juli. ORF-
Redakteur Paul Sihorsch begleitet dafür eine Forschungsgruppe ins
vermeintlich ewige Eis und berichtet live von Österreichs Arktis-
Station in Ostgrönland. Das Programm im Detail ist abrufbar unter
https://oe1.orf.at/arktis .

Die Arktis übt auf viele Menschen eine besondere Faszination aus.
Nicht erst seit heuer ist der Hohe Norden zudem geopolitisch von
großem Interesse und zunehmend Schauplatz internationaler
Machtdemonstrationen. Ö1 widmet den nördlichsten Gegenden der Erde
daher am 23. Juli den Thementag „Ö1 in der Arktis“. Ein Fokus liegt
dabei auf der österreichischen Forschung in Grönland. ORF-Redakteur
Paul Sihorsch berichtet direkt von der Arktis-Station im Osten des
Landes. Die Sermilik-Forschungsstation der Universität Graz dient
Forschenden als Basis für ihre Feldarbeit am Rand des
Inlandseisschilds der größten Insel der Welt. Forschungsschwerpunkt
ist die Klimaerwärmung, die im Hohen Norden besonders deutlich
sichtbar wird. Die Arktis erwärmt sich etwa viermal schneller als
andere Regionen der Erde und gilt damit als Frühwarnsystem der
globalen Klimaerwärmung.

Schon im Vorfeld des Ö1-Thementages gibt das vierteilige
„Radiokolleg“ zum Thema „Arktis am Scheideweg“ Einblicke in
Geopolitik, Klimaforschung, Wirtschaft und die gesellschaftlichen
Veränderungen in den nördlichsten Regionen der Erde – von Montag, den
20. bis Donnerstag, den 23. Juli jeweils ab 9.05 Uhr. In der ersten
Folge am 20. Juni geht es um die „Klimaanlage des Planeten“, die
weiteren Folgen thematisieren „Vom Schlitten zum Satelliten“ (21.7.),
„Wohlwollende Ausbeutung? Eine Konstante“ (22.7.) und „Rohstoffhunger
2.0“ (23.7.).

Die „Blaue Stunde“ bringt am Montag, den 20. Juli ab 21.00 Uhr
die mit dem „Prix Palma Ars Acustica 2026“ ausgezeichnete Produktion
„Longyearbyen: Leben am Rande von Industrie und Wildnis“ zum
Wiederhören. Der britische Musiker, Soundkünstler und Filmtonmeister
James Welburn hat in dieser Soundscape-Komposition seine akustischen
Eindrücke von einem der nördlichsten Orte der Welt, Longyearbyen auf
Spitzbergen, einer Inselgruppe in der Arktis, festgehalten.

Zwtl.: Von „Rohstoffhunger 2.0“ bis zur Arktis als musikalischer
Projektionsfläche

Am Donnerstag, den 23. Juli sind quer durchs Programm
Kurzberichte von Paul Sihorsch zu hören, der über einen Tag auf der
Forschungsstation berichtet – beginnend in „Guten Morgen mit Ö1“ (
6.10 Uhr). Die Beiträge sind gesammelt unter
https://oe1.orf.at/arktis nachhörbar.

Ab 9.05 Uhr stehen alle drei „Radiokolleg“-Ausgaben im Zeichen
der Arktis. Nach „Rohstoffhunger 2.0“ (9.05 Uhr) geht es ab 9.30 Uhr
in „Die Arktis als Versuchsstation“ um das Werk des slowenischen
Medien- und Konzeptkünstlers Marko Peljhan, der die rücksichtslosen
und verheerenden Ausbeutungsstrategien des 19. und 20. Jahrhunderts
dokumentiert und diese mit den sozialen, kulturellen und räumlichen
Navigations- und Überlebenstechniken der arktischen Bewohner
kontrastiert. „Arktische Audio Topographie“ ist ab 9.45 Uhr Thema:
Die in Norwegen beheimatete Jana Winderen taucht mit hochsensiblen
Hydrophonen in das Meereis am Nordpol, um in „Spring Bloom in the
Marginal Ice Zone“ die verborgenen Klangwelten der Arktis zu
dokumentieren. Die US-amerikanische Komponistin und Musikerin Mary
Edwards verdeutlicht in ihrer auf Spitzbergen entstandenen Arbeit
„Everywhere We Are is the Farthest Place“ durch Klang die drastischen
Veränderungen der arktischen Landschaft.

Live aus der Arktis ist der Geograph und Gletscherforscher
Wolfgang Schöner von der Universität Graz via Satellitentelefon Gast
in „Punkt eins“ (13.00 Uhr). Schöner hat die Sermilik-
Forschungsstation im Hinterhof des am längsten untersuchten
Gletschers Ostgrönlands, des Mittivakkat-Gletschers, initiiert. Seit
Jahren erforscht er die Veränderungen in der Arktis und beobachtet,
wie im Süden Grönlands Gemüse angebaut wird, sich das Leben für Jäger
und Fischer rasch ändert. Als Gast bei Marlene Nowotny spricht
Schöner über das Entstehen der Forschungsstation, das „ewige Eis“ und
den „Schnee von gestern“.

„Jenseits des Polarkreises“ lautet der Titel der „Spielräume“ (
17.30 Uhr). Jedes Eis klingt anders, je nach Herkunft, Alter,
Temperatur, Dichte und Reinheit, weiß der norwegische
Jazzperkussionist Terje Isungset, der sich seit vielen Jahren darauf
spezialisiert hat, Musik mit Instrumenten aus Eis zu schaffen:
Eishörner, Eisflöten, Eisperkussion etc. Weite, Leere, Stille und
Kälte dieser abgelegenen Weltgegend machen die Arktis zu einer
idealen musikalischen Projektionsfläche, die in der Sendung auch von
Schlagzeugerin Anne Paceo und Sängerin Leila Martial aus Frankreich,
vom finnischen Trio Berghäll Triality und vom afroamerikanischen
Jazzpianisten Sun Ra beleuchtet wird.

Zum Abschluss des Thementages „Ö1 in der Arktis“ ist in den
„Tonspuren“ (23.03 Uhr) das Feature „Labyrinthe. Eine akustische
Expedition ins ewige Eis“ zu hören, das die Wege, Umwege und Abwege
von elf Arktis-Expeditionsleitern nachzeichnet – durch Labyrinthe aus
Eis, auf der Suche nach sich selbst. Das Programm im Detail ist
abrufbar unter https://oe1.orf.at/arktis .