Wien (OTS) – Anlässlich des Welttags der Humanitären Hilfe fordert
die weltweit
tätige Hilfsorganisation World Vision besseren Schutz für Helfer in
Konflikten: Durch neue Formen der Kriegsführung, etwa mit Drohnen,
geraten Hilfskräfte immer mehr ins Visier. Als Folge davon ist auch
das Überleben von Kindern noch mehr in Gefahr.
World Vision macht darauf aufmerksam, dass durch neue
Waffensysteme die humanitäre Hilfe zur Zielscheibe wird: So wurden im
ostsudanesischen Darfur bei einem Drohnenangriff auf das
Lehrkrankenhaus Al-Daein Berichten zufolge mindestens 64 Menschen
getötet, darunter 13 Kinder. Das Krankenhaus wurde vollständig außer
Betrieb gesetzt, lebensrettende medizinische Versorgung war nicht
mehr möglich.
„Die Technologie verändert zwar die Art, wie Kriege geführt
werden, sie ändert jedoch nichts an der Verantwortung, Menschenleben
und die Menschenwürde zu schützen. Jeder Drohnenangriff, der eine
Klinik betrifft, eine Straße zerstört oder humanitäre Helfer zum
Umkehren zwingt, ist zugleich ein Angriff auf die Überlebenschancen
eines Kindes. Humanitäre Helfer sind keine Ziele. Krankenhäuser sind
keine Ziele. Kinder sind keine Kollateralschäden“, betont Isabel
Gomes, Leiterin der Humanitären Hilfe bei World Vision International.
Im vergangenen Jahr begrüßte World Vision die „Declaration for
the Protection of Humanitarian Personnel“. Mit dieser Erklärung
verpflichten sich Staaten, das humanitäre Völkerrecht einzuhalten und
konkrete Maßnahmen zum Schutz humanitärer Hilfskräfte zu setzen.
Zum Welttag der Humanitären Hilfe fordert World Vision
Regierungen und Konfliktparteien weltweit auf:
– humanitäres Personal und die Zivilbevölkerung konsequent laut
humanitärem Völkerrecht zu schützen;
– sicheren und ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe
sicherzustellen;
– Angriffe auf humanitäre Helfer und zivile Infrastruktur konsequent
zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Als künftiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates komme dabei auch
Österreich eine bedeutende Rolle zu.