Zwtl.: Milchmarkt 2025 mit stabiler Entwicklung,
Rückgänge seit Ende
2025
Der Milchmarkt zeigte 2025 im Durchschnitt eine stabile Entwicklung,
wobei seit dem Ende des Jahres massive Preisverfälle, z. B. bei
Butter, den Markt prägen, die sich erst teilweise erholt haben.
Ursache dafür sind deutliche Mehranlieferungen in wichtigen
Produktionsländern.
Zwtl.: Anhaltend hohe Kostenbelastungen
Die aktuellen weltpolitischen Krisen führen zu massiven
Kostensteigerungen, dazu stehen in Österreich mit der geplanten
Plastiksteuer neben den ohnehin sehr hohen Rohstoffpreisen
zusätzliche, neue Belastungen ins Haus, weiters zusätzliche,
bürokratische Auflagen. Anstatt eine
positive Konsumstimmung zu verbreiten, wird mit einer negativen,
öffentlich geführten Preisdebatte und politischen Kampagne dem
Wirtschaftsstandort geschadet.
Zwtl.: Innovationen, Qualität, Tierwohl und Nachhaltigkeit
Die Milchwirtschaft hat 2025 unter wirtschaftlich
herausfordernden Zeiten ihre Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstrategie
weiter ausgebaut. Sie investiert in weitere Verbesserungen der
Produktqualität, beim Tierwohl und der Nachhaltigkeit, sie setzt auf
Innovationen und nutzt moderne Ernährungstrends. Trotz vieler neuer
handelspolitischer Herausforderungen konnten die Exporte mit
Qualitätsprodukten aus Österreich gesteigert werden.
Zwtl.: Milchanlieferung Österreich 2025 2,8 % gestiegen, EU-weit
höchster Bioanteil
Die Gesamtanlieferung ist 2025 mit 3,68 Mio. t in Österreich um
2,8 % gestiegen. Der Anteil von Biomilch in Österreich erreichte 18,1
% bzw. 633.600 t, der mit Abstand höchste Biomilchanteil in der EU.
Daneben bestehen mit Heumilch, Biowiesenmilch und Tierwohlmilch
weitere hochwertige Milchsorten. Im Jänner 2026 lag die
Mehranlieferung in Österreich um 6,3 % über dem Vorjahr.
Deutlich mehr Anlieferung in der EU
Die EU verzeichnete 2025 2 % Mehranlieferung, wobei diese ab dem
zweiten Halbjahr einsetzte und seitdem ungebrochen hoch ist. Dazu
kommen höhere Inhaltstoffe, wodurch die effektive Mehranlieferung 2,8
% war. Die hohen Mehranlieferungen in einzelnen Ländern mit bis über
10 % in einzelnen Monaten ab Ende 2025 führten zu massiven
Preisverfällen und Verwerfungen auf den Milchmärkten. Die Gründe
dafür liegen in der guten Futtergrundlage, den Spätfolgen der
Blauzungenkrankheit in wichtigen Produktionsgebieten und den hohen
Kosten, die zu höherer Produktion und Effizienz treiben. Im Jänner
lag die Anlieferung in der EU um 5 % über dem Vorjahr.
Zwtl.: Erzeugermilchpreise 2025 über 2024
Der durchschnittliche Auszahlungspreis erreichte 2025 63,58 Cent
(2024 56,86 Cent) für Milch mit natürlichen Inhaltsstoffen inkl. USt.
(+11,8 % zum Vorjahr). Für gentechnikfreie Qualitätsmilch (mit 4,2 %
Fett, 3,4 % Eiweiß, ohne USt.) wurden durchschnittlich 54,04 Cent/kg
erzielt (2024: 48,19 Cent/kg).
Zwtl.: Preisverfall seit Jahresende
Im Februar 2026 waren es 45,75 Cent/kg (Februar 2025: 53,12
Cent/kg). Die Erzeugerpreise lagen damit in Österreich 2025 im
Durchschnitt über dem Vorjahr, sie legten zu Beginn 2025 zu, seit
Ende 2025 sind sie stark gefallen.
Zwtl.: Molkereiumsätze um 9 % gestiegen
Die Umsätze der heimischen Milchverarbeiter sind 2025 um
insgesamt ca. 9 % auf 4,4 Mrd. Ꞓ gestiegen, wobei Zuwächse sowohl im
Inland als auch im Export zu verzeichnen waren.
Zwtl.: Knappe Ertragslage in den Molkereien
Die Anzahl der Milch verarbeitenden Unternehmen blieb 2025 mit 69
gleich, ebenfalls die Anzahl der Betriebsstätten mit 92. 2025 waren
5.900 Mitarbeiter (2024 5850) beschäftigt. Die Ertragslage der
österreichischen Molkereien ist gemäß einer Auswertung des
Raiffeisenverbandes OÖ mit einem Ergebnis vor Steuern (EvS) von ca. 1
% bezogen auf den Umsatz weiterhin sehr knapp. Die knappe Ertragslage
ist auch die Ursache für strukturelle Veränderungen in der
Milchwirtschaft im Jahre 2025.
Zwtl.: 3,5 % weniger Milchbauern
Die Anzahl der Milchbauern verringerte sich 2025 um 3,5 % von
21.569 auf 20.811. Der Milchkuhbestand ist mit 536.200 (- 0,1 %)
konstant geblieben, im Durchschnitt hielt jeder Landwirt 25,8 Kühe,
international gesehen ein sehr kleiner Wert. Die durchschnittliche
Milchlieferleistung der Kühe lag bei 6.853 kg, im internationalen
Vergleich ein sehr moderater Wert, der die nachhaltige Produktion in
Österreich dokumentiert.
Die durchschnittliche Anlieferung je Landwirt stieg von 166,1 t
auf 176,9 t. Das durchschnittlich ausbezahlte Milchgeld je Landwirt (
Umsatz aus Milchverkauf) lag mit 112.482 Ꞓ incl. USt. um 19,1 % über
dem Vorjahr. Diese Entwicklung war nach mehreren schwierigen Jahren
notwendig, um die Kostensteigerungen auf den Höfen zu bewältigen.
Zwtl.: Exporte und Importe gestiegen
Die österreichischen Milchexporte erreichten 2025 auf Basis der
vorläufigen Zahlen der Statistik Austria mit 1,95 Mrd. Ꞓ einen neuen
Höchstwert und konnten um 9,5 % oder 175 Mio. Ꞓ weiter zulegen. Bei
den Importen gab es einen Zuwachs auf 1,32 Mrd. Ꞓ (plus 12,4 % oder
150 Mio.Ꞓ), was zu einem gestiegenen, positiven Außenhandelssaldo von
634 Mio. Ꞓ (+ 4 %) führte. Die Exportquote bezogen auf den Umsatz
betrug damit ca. 44,3 %, die Importquote 29,9 %.
Zwtl.: Deutschland wichtigstes Export- und Importland
Die Hälfte der Exporte geht nach Deutschland, gefolgt von
Italien, Spanien, Griechenland und den Niederlanden, ähnlich verteilt
liegen die Importe. Insgesamt exportiert die heimische
Milchwirtschaft in über 100 Staaten.
Zwtl.: Käse wichtigstes Exportprodukt
Wichtigstes Außenhandelsprodukt ist Käse. Hier wurden mit einem
Export von 987 Mio. Ꞓ und einem Import von 841 Mio. Ꞓ mehr als die
Hälfte der Umsätze erzielt. Flüssige Milchprodukte wurden um 449 Mio.
exportiert und um 92 Mio. Ꞓ importiert, drittwichtigste Kategorie im
Export sind fermentierte Produkte mit 305 Mio. an Exporten und 85
Mio. Ꞓ an Importen. Bei Butter lagen die Importe mit 156 Mio.
deutlich über den Exporten von 27 Mio. Ꞓ, ebenfalls gibt es bei
Trockenmilchprodukten mit 87 Mio. an Importen und 51 Mio. Ꞓ Exporten
einen Importüberschuss.
Die starken Außenhandelszahlen bestätigen den Erfolg der
Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstrategie der heimischen
Milchwirtschaft auch im Export. Durch die Einführung von Tierhaltung
plus konnte der Export nach Deutschland abgesichert werden, mit
Innovationen konnten auch auf Exportmärkten die modernen
Ernährungstrends abgedeckt werden.
Zwtl.: Neue Zölle belasten den Handel
Irritationen im Außenhandel verursachten die sehr sprunghaften
Zollankündigungen des US – Präsidenten und die daraus folgenden
Zölle. Auch die neuen Zölle nach China belasten die europäische
Milchwirtschaft. Erschwerend wirken sich weiters kriegsbedingte
Einschränkungen und Verteuerungen der Transporte aus. Neue
Handelsabkommen der EU sollen so verhandelt werden, dass sie Vorteile
für die Milchwirtschaft bringen.
Zwtl.: Tierwohl plus positiv
Positiv gesehen wird die Implementierung von Tierhaltung plus.
Das System bringt eine wesentliche Verbesserung der Tierwohlstandards
und wird von den Konsumenten positiv bewertet. Petschar bedankt sich
dafür bei den Landwirten, den Kontrollstellen und den
Betreuungstierärzten.
Der Konsum von Milchprodukten entwickelt sich trotz
Teuerungsdebatte positiv. Grund dafür ist, dass Milchprodukte einen
sehr hohen Nährwert haben. Sie liefern viel Eiweiß, Vitamine und
Mineralien in einer großen Vielfalt und einer hohen biologischen
Verfügbarkeit, ihr Wert wird wieder mehr geschätzt. Besonders der
Käsekonsum hat sich über die letzten Jahre mit einem
Durchschnittsverbrauch von 26,5 kg und Jahr gemäß Erhebungen der
Statistik Austria sehr positiv entwickelt.
Zwtl.: Milchprodukte keine Inflationstreiber
Mehrjährigen Vergleichen zufolge liegt die Entwicklung der
Inflation bei Lebensmitteln in Österreich deutlich unter der
allgemeinen Teuerung, das heißt Lebensmittel sind in Österreich keine
Inflationstreiber. Daher ist auch die permanent geführte, politische
Debatte um angeblich teure Lebensmittel in Österreich sachlich nicht
begründet, ebenfalls nicht bei Milchprodukten. Sie bewirkt eine
negative Konsumstimmung und schadet zusammen mit den rechtlichen
Änderungen dazu dem Wirtschaftsstandort Österreich. So ist der Anteil
der Lebensmittel an den Gesamtausgaben zuletzt von 12,1 auf 11,8 %
gesunken, auch weisen Lebensmittel aus Österreich gegenüber Importen
oft zusätzliche Qualitätsmerkmale auf, die in dieser Debatte
unerwähnt bleiben (Gentechnikfreiheit, hohe Umwelt- und
Tierhaltungsstandards, hohe Fütterungsstandards, EU-weit beste
Klimaschutzwerte etc.).
Die geplante Mehrwertsteuersenkung für Grundnahrungsmittel
umfasst auch Milchprodukte der weißen Palette, Butter und Joghurts,
nicht Käse. Sie ist grundsätzlich zu begrüßen, auch wenn
Milchprodukte in Österreich im Hinblick auf den Nährwert und ihre
Qualität schon jetzt sehr günstige und hochwertige Lieferanten für
Eiweiß, Fett, Vitamine und Mineralien sind.
Zwtl.: Keine Mehrbelastung infolge der Senkung der Mehrwertsteuer
Äußerst kontraproduktiv ist die neue Plastiksteuer auf
Kunststoffverpackungen, die neben der Paketabgabe als
Gegenfinanzierung für die österreichischen Konsumenten eine massive
Mehrbelastung bedeutet. Angesichts der Tatsache, dass die
Mehrwertsteuersenkung nur 200 Mio. Ꞓ und nicht, wie von BM
Marterbauer angekündigt, 400 Mio. Ꞓ an Einsparungen für die
Konsumenten ausmachen wird, werden Konsumenten und Wirtschaft mit der
Paketabgabe und der Plastiksteuer mit ca. 400 Mio. Ꞓ an neuen Steuern
belastet, die ganze Aktion ist somit keine Entlastung sondern eine
massive Mehrbelastung für die Haushalte. Die Einführung der
Plastikabgabe ist somit eine überschießende, unnötige Belastung für
den Wirtschaftsstandort Österreich und die heimischen Konsumenten,
sie ist nicht notwendig und nicht gerechtfertigt. Die
Gegenfinanzierung ist bereits über die geplante Paketabgabe gegeben
und neue Steuern sind tunlichst zu vermeiden. Zudem stehen
Kunststoffe infolge der aktuellen, kriegsbedingten Teuerungen schon
jetzt vor einem gewaltigen Kostenschub, so Petschar.
Zwtl.: Bürokratie reduzieren und Kosten vermeiden
Nach wie vor Handlungsbedarf sieht Petschar in der Begrenzung von
Auflagen und Bürokratie: Einige EU- Vorhaben aus dem Green Deal
wurden zwar entschärft, aber noch immer treten viele Umsetzungen
bereits beschlossener Vorhaben als neue Bürokratiemonster in Kraft.
Zudem gilt es nicht notwendige, neue Belastungen im Vertragsrecht
infolge der Beschlüsse zur Gemeinsamen Marktordnung durch
sachgerechte Ausnahmeregelungen für den Sektor Milch und auch für
Genossenschaften tunlichst zu vermeiden. Wir gehen davon aus, dass so
wie bereits während der Verhandlungen vertreten, für Österreich nicht
zielführende Bestimmungen daraus nicht in Kraft gesetzt werden, wenn
diese außer Mehrbelastungen keinen Mehrwert bringen, so Petschar.
Zwtl.: Gentechnikfreiheit weiter ermöglichen
Gefährlich für die österreichische Qualitätsstrategie ist der
nunmehr beschlossene Vorschlag der EU – Kommission zur
Liberalisierung der Neuen Gentechnik. Ohne Zulassung und
Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Produkten wären die
Produktion gentechnikfreier Produkte bzw. der grundsätzlich
gentechnikfreie Biolandbau massiv in Gefahr bzw. mit massiven
Mehrkosten konfrontiert. Wir erwarten hier sachgerechte Lösungen, um
Gentechnikfreiheit und Bio weiter zu ermöglichen.
Zwtl.: Österreichs Milchwirtschaft im nationalen Interesse weiter
unterstützen
Die aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen zeigen, wie
verwundbar internationale Lieferketten geworden sind und wie wichtig
eine sichere, heimische Lebensmittelversorgung ist. Die
österreichische Milchwirtschaft kann hier einen wesentlichen Beitrag
leisten, sie erbringt darüber hinaus über die Pflege der Landschaft
und den Erhalt des Grünlandes, der Wiesen und Almen weitere wichtige
Leistungen für die österreichische Wirtschaft.
Zwtl.: Verpflichtende Herkunfts- kennzeichnung notwendig
Wir erwarten uns seitens der Regierung eine unterstützende und
wertschätzende Politik für unsere Produkte und unsere Leistungen, z.
B. auch über eine entsprechende Kennzeichnung der Herkunft der
Produkte, damit der Konsument auch sieht, welche Produkte unter
welchen Bedingungen hergestellt werden. Wir brauchen
Rahmenbedingungen, die den erfolgreichen Kurs der heimischen
Milchwirtschaft unterstützen und nicht gefährden. „Die
österreichische Milchwirtschaft bringt allen was, sie ist ein
wesentlicher Bestandteil Österreichs“, schloss Petschar.