Ludwig/Czernohorszky: Erfolgreiche Bilanz Wiens als Europäische Demokratiehauptstadt

Wien (OTS) – Wien blickt auf ein erfolgreiches Jahr als Europäische
Demokratiehauptstadt zurück. Am Dienstag übergab Bürgermeister
Michael Ludwig den Staffelstab an den Bürgermeister der nächsten
Europäischen Demokratiehauptstadt Cascais (Portugal), Nuno Piteira
Lopes.

„Demokratie lebt von Austausch, Teilhabe und gegenseitigem
Respekt. In Zeiten zunehmender Polarisierung, autoritärer Tendenzen
und digitaler Desinformation ist es daher wichtiger denn je, diese
Werte zu verteidigen. Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit,
sie ist ein gemeinsamer Auftrag, den wir Tag für Tag mit Leben füllen
müssen. 2025 ist aus mehrfacher Hinsicht ein Jubiläumsjahr in Wien.
Wir feiern 80 Jahre Kriegsende und Wiedererrichtung der Republik, 70
Jahre Neutralität und 30 Jahre Beitritt zur Europäischen Union.
Insbesondere Wien wurde immer mehr zu einem Ort der Begegnung, des
Friedens, des Miteinanders und des Dialogs und ist es heute mehr denn
je. Ich freue mich, dass es uns als Europäische Demokratiehauptstadt
gelungen ist, neue Akzente zu setzen und die Möglichkeiten zur
Mitgestaltung für die Bevölkerung weiter auszubauen“, betont
Bürgermeister Michael Ludwig , der dem neu gewählten Bürgermeister
viel Erfolg als nunmehr dritte Europäische Demokratiehauptstadt
wünschte.

„Cascais fühlt sich geehrt, die symbolische Übergabe des Titels
Europäische Demokratiehauptstadt von der Stadt Wien entgegenzunehmen,
und wir sind fest entschlossen, die hier geleistete bemerkenswerte
Arbeit nicht nur fortzusetzen, sondern sie zum Wohle unserer
Bürgerinnen und Bürger sowie der gesamten internationalen
Gemeinschaft weiter auszubauen. Unser Ziel ist es, eine bürgernahe
Demokratie zu stärken, die Vertrauen wiederherstellt, Lebensqualität
schafft und zeigt, wie die Kommunalverwaltung sich wirklich für ihre
Einwohnerinnen und Einwohner einsetzen kann. Wir laden alle herzlich
ein, Cascais im Jahr 2026 zu besuchen und diesen Geist demokratischer
Innovation selbst zu erleben“, erklärt Bürgermeister Nuno Piteira
Lopes .

Wien hatte sich 2023 in einem zweistufigen Verfahren gegen sieben
weitere Bewerberstädte durchgesetzt und war von einer Expert*innen-
Jury und 4.000 Europäer*innen zur Europäischen Demokratiehauptstadt
2024/25 gewählt worden – als zweite Stadt nach Barcelona 2023/24.

Zwtl.: Highlights des Wiener Demokratiejahres

Als Titelträgerin hat die Stadt Wien ab November 2024 das Wiener
Demokratiejahr ausgerichtet. 600 Programmpunkte der Stadt und
zahlreicher Kooperationspartner*innen füllten den
Veranstaltungskalender des vergangenen Jahres, vier internationale
Konferenzen lockten Gäste aus ganz Europa in die Bundeshauptstadt.
Bei den Innovation in Politics Awards im Wiener Rathaus wurden 80
Leuchtturm-Projekte aus 34 Ländern vorgestellt und im Rahmen des
Truth, Lies and Democracy Game Jams 14 Computerspiele gegen
Desinformation entwickelt. Ein weiteres Highlight war der Wiener
Demokratietag , an dem mehr als 40 Organisationen den Internationalen
Tag der Demokratie am 15. September mit Aktionen und Demokratie-
Stationen in 15 Wiener Gemeindebezirken begangen haben.

„Als Europäische Demokratiehauptstadt war uns wichtig, dem
Vertrauensverlust in die Politik in vielen europäischen Ländern eine
starke Botschaft für mehr Demokratie, Zusammenhalt und Zuversicht
entgegenzusetzen“, betont Demokratiestadtrat Jürgen Czernohorszky.
„Das große Interesse unserer europäischen Partnerstädte an unseren
internationalen Veranstaltungen und die starke Beteiligung der Wiener
Bevölkerung machten das Wiener Demokratiejahr zu einem großen
Erfolg“.

Neben den zahlreichen Veranstaltungen ging es im Wiener
Demokratiejahr auch darum, neue und bleibende Akzente setzen. Um
Mitbestimmung und Teilhabe in Wien langfristig zu stärken, hat sich
mit dem Büro für Mitwirkung eine neue Einrichtung der Stadt Wien
etabliert. Es hat die Aufgabe, Teilhabebarrieren abzubauen und die
Verwaltung noch stärker für Bürger*innenbeteiligung zu öffnen. Was
bleibt ist auch die erste Wiener Demokratie-Strategie , die unter
Mitwirkung von 500 Wiener*innen erarbeitet und im Oktober im Wiener
Gemeinderat beschlossen wurde. Die Stadt Wien nimmt damit
international eine Vorreiterrolle ein.

Zwtl.: Förderung für Demokratie-Projekte

„Das Programm des Wiener Demokratiejahres zeigt eindrucksvoll,
wie stark Demokratie wird, wenn Menschen sich aktiv für sie
einsetzen. Gleichzeitig unterstreicht die Vielfalt der Projekte,
welches Potenzial entsteht, wenn Mitgestaltung gelebt wird. Mein Dank
gilt allen, die sich hierbei engagiert haben, denn ihr Beitrag stärkt
unsere liberale Demokratie nachhaltig“, unterstreicht NEOS Wien
Demokratiesprecher Thomas Weber.

Unter dem Motto „Demokratie braucht Beteiligung“ wurde Anfang des
Jahres ein neues Förderprogramm für Demokratie-Projekte ins Leben
gerufen. Insgesamt standen 300.000 Euro zur Verfügung. Bei zwei
Fördercalls gab es in Summe über 270 Einreichungen, von denen eine
Fachjury 34 Projekte ausgewählt hat. Die geförderten Projekte,
umgesetzt von Vereinen, NGOs sowie Einzelpersonen, reichten vom
Beserlparktheater über einen Mitmach-Supermarkt bis hin zu einem
Bürger*innenrat zum Thema Medien und Demokratie. Auch im kommenden
Jahr soll es wieder eine Fördermöglichkeit für Demokratie-Projekte
geben.

„Unser Ziel mit dem Büro für Mitwirkung ist es, Demokratie-
Angebote für alle Wienerinnen und Wiener alltagsnah und zugänglich zu
gestalten. Die geförderten Projekte und viele der Einreichungen haben
uns deutlich gemacht, wie viel Potenzial in unserer Stadt steckt,
wenn Räume für Mitsprache geschaffen werden. Diese Energie wollen wir
langfristig weitertragen und auch die eigenen Formate weiter
ausbauen“, betont Wencke Hertzsch , Referatsleitung des Büros für
Mitwirkung.

Zwtl.: Sammelband „Stimmen unserer Stadt“ mit namhaften Autor*innen

Zum Abschluss des Wiener Demokratiejahres ist der Sammelband „
Stimmen unserer Stadt. Wien als Europäische Demokratiehauptstadt
2024/25 “ erschienen. Im Buch kommen namhafte Autorinnen und Autoren
aus Forschung und Gesellschaft wie Lea Ypi, Barbara Preinsack,
Stefanie Jaksch oder Hosea Ratschiller wie auch Bürger*innen zu Wort,
die mit ihrem Engagement in Vereinen und Organisationen die Zukunft
der Stadt Tag für Tag mitgestalten. Der Poster-Umschlag des Buches
stammt aus der Feder der vielfach ausgezeichneten Wiener
Schriftstellerin und Illustratorin Stefanie Sargnagel. Der Sammelband
ist auf der Website https://mitwirkung.wien.gv.at/europaeische-
demokratie-hauptstadt verfügbar.

Zwtl.: Auswahl für Europäische Demokratiehauptstadt 2027 läuft

„Wien und Barcelona wurden zur Bühne für einen europaweiten
Diskurs, der zeigt, dass wir die Demokratie am besten verteidigen,
wenn wir die Teilhabe der Bevölkerung ausweiten. Cascais möchte
diesen gelungenen Beispielen im Jahr 2026 folgen und die erfolgreiche
Geschichte einer immer noch jungen Initiative fortschreiben“, sagt
Helfried Carl , Gründer von European Capital of Democracy. Derzeit
läuft die Auswahl für die Europäische Demokratiehauptstadt 2027.
Infos dazu finden sich auf https://capitalofdemocracy.eu/

Das Wiener Demokratiejahr wurde vom Büro für Mitwirkung (in der
Abteilung Energieplanung) koordiniert und umgesetzt – mit
Unterstützung von UIV Urban Innovation Vienna, der Klima- und
Innovationsagentur der Stadt Wien.

Alle Infos zum Wiener Demokratiejahr:
https://demokratiehauptstadt.wien.gv.at/

(Schluss)