Krise der Automobilindustrie – Gewerkschaften fordern maßgeschneiderte Lösungen für Zulieferindustrie

Wien (OTS) – Die Krise der deutschen Automobilindustrie trifft auch
die
österreichische Zulieferindustrie mit rund 900 Betrieben und mehr als
190.000 Beschäftigten hart. Für die Gewerkschaften PRO-GE und GPA ist
klar, dass man nun alles daransetzen muss, die Auswirkungen auf die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Branche gering zu halten.
„Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, braucht es maßgeschneiderte
Lösungen“, betonen die Gewerkschaftsvorsitzenden Reinhold Binder (PRO
-GE) und Barbara Teiber (GPA). „Es ist deshalb wichtig, den
Technologiewandel vom Verbrenner hin zum E-Auto auch im Sinne der
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu gestalten. Österreich hat hier
Nachholbedarf“, unterstreichen Binder und Teiber.

Einige Unternehmen haben bereits in den vergangenen Jahren den
Wandel in der Automobilindustrie erkannt, ihr Produktportfolio
erweitert und somit die Abhängigkeiten von deutschen Autokonzernen
reduziert. Für andere Unternehmen – hier sind vor allem KMU zu
nennen, die sich auf Teile für den Verbrennermotor spezialisiert
haben – ist eine derartige Umstellung weitaus schwieriger. „Genau
hier müssen wir einhaken. Diese Betriebe müssen beim Umbau der
Produktpalette unterstützt werden. Wenn Redimensionierungen
unvermeidbar sind, muss die soziale Absicherung der Beschäftigten von
Anfang an mitgedacht werden“, betonen Binder und Teiber. Darüber
hinaus könnten in besonders betroffenen Regionen nach deutschem
Vorbild Transformationsräte gegründet werden, die Unternehmen,
Gewerkschaften, lokale Politik und Wissenschaft an einen Tisch
bringen, um wirtschaftlich tragfähige Lösungen mit Blick auf die
Beschäftigten zu erarbeiten.

„Das Um und Auf wird aber der Bereich der Weiterbildung sein.
Hier gilt es, in gefährdeten Branchen bereits während eines
aufrechten Dienstverhältnisses verstärkt auf Weiterbildungsmaßnahmen
zu setzen“, fordern die beiden Gewerkschaftsvorsitzenden. Dies könne
Arbeitslosigkeit verhindern und helfe auch der Wirtschaft, die so auf
gut ausgebildete Fachkräfte zählen könne.

„Wir Gewerkschaften werden darauf achten, dass die Krise in der
Automobilindustrie nicht nur auf dem Rücken der Beschäftigten
ausgetragen wird. Mit dem Abbau von Sozialstandards und
Arbeitnehmer:innenrechten wird sich die Transformation nicht
bewältigen lassen. Es gilt, sie so zu gestalten, dass
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht mit Angst, sondern mit
Zuversicht in die Zukunft schauen können“, sagen Binder und Teiber
abschließend.