Klimaschutz: Strategien kombinieren, Emissionen senken

München (OTS) – München (ots)

– Eine Kombination von Maßnahmen ist der Schlüssel für effektiven
Klimaschutz.

– Studie untersucht Klimapolitik in 40 Ländern über einen Zeitraum
von 32 Jahren.

– Internationales Team entwickelt statistische Methode, um
Effektivität von Klimaschutzregeln zu evaluieren.

Eine Maßnahmenkombination – von CO2-Preis und Mineralölsteuer bis
zu Forschung und Investition in erneuerbare Energien – ist am
wirksamsten für den Klimaschutz. Das ist das Ergebnis einer
internationalen Studie, die Regierungsmaßnahmen in 40 Ländern über
Jahrzehnte verglichen hat und aktuell in der wissenschaftlichen
Fachzeitschrift Climate Policy veröffentlicht ist. Das
Forschungsteam, dem Expertinnen und Experten der LMU sowie der
Universitäten Barcelona, Lausanne und Oslo angehören, untersuchte
darin politische Maßnahmen und ihre Effekte auf das Klima in einem
Zeitraum von 32 Jahren.

„Regierungen weiten ihre politischen Bemühungen um den
Klimaschutz aus – doch zu bewerten, was die einzelnen Maßnahmen
bewirken, ist durch die wachsende Zahl parallel bestehender
Instrumente sehr anspruchsvoll“, erklärt Professor Christoph Knill ,
Leiter des Lehrstuhls für Empirische Theorien der Politik an der LMU
und Co-Autor der Studie. Insbesondere ließen sich die Wirkungen
einzelner politischer Instrumente kaum isoliert betrachten, weil die
Effekte zahlreicher anderer Maßnahmen hineinspielten. „Ziel unserer
Studie war eine länderspezifische Bewertung, um herauszufinden,
welche Klimaschutzmaßnahmen den größten Nutzen bringen können.“

Wirksamer Umweltschutz in Norwegen und Schweden

Das internationale Team analysierte politische Maßnahmen und ihre
Wirkungen in der Zeit von 1990 bis 2022. Mit einer neuartigen
statistischen Methode, die es erlaubt, mehrere Parameter der
einzelnen Instrumente zugleich zu modellieren, konnten die
Forschenden die Wirksamkeit 1.737 einzelner Regeln zum Klimaschutz
evaluieren. Dabei stellten sie im Modell sicher, dass nur Initiativen
mit ausreichender empirischer Evidenz berücksichtigt wurden.

Die Forschenden kamen zu dem Schluss, dass ein vielfältiges und
umfassendes Repertoire politischer Instrumente wirksamer ist, als auf
Einzelmaßnahmen zu vertrauen. „Effektiver Klimaschutz hängt nicht
davon ab, eine einzige, optimale Vorgehensweise zu finden“, so
Christoph Knill. „Stattdessen zeigen politische Strategien dann
Wirkung, wenn mehrere Maßnahmen über einen längeren Zeitraum
implementiert und gut aufeinander abgestimmt werden.“ Das Team
verweist in der Publikation auf Schweden und Norwegen, deren breite
Maßnahmenpakete der Studie zufolge große Wirksamkeit für den
Klimaschutz zeigen.

Orientierung für Entscheidungsträger

Bestimmte Maßnahmen entfalten laut Studie besonders nachhaltige
Wirkung: Kohlendioxid-Bepreisung und Mineralölbesteuerung,
wissenschaftliche Forschung zum Klima sowie Investitionen in
erneuerbare Energien waren über längere Zeiträume und Landesgrenzen
hinweg im Zusammenspiel mit unterschiedlichsten weiteren
Klimaschutzmaßnahmen überdurchschnittlich effektiv.

Die Ergebnisse der Studie sollen politischen Entscheidungsträgern
praktische Orientierung bieten, die in ihrem jeweiligen nationalen
Kontext wirksamsten Instrumente zu identifizieren. So könnten Länder
wie Australien, Kanada und Japan der Analyse zufolge ihre
Kohlenstoffdioxidemission effektiv verringern, indem sie die
Mineralölsteuer erhöhen.

Das neu entwickelte statistische Modell sei zudem auch auf andere
schnell wachsende Politikfelder anwendbar, um die Effektivität von
Maßnahmen zu überprüfen.

Publikation

Xavier Fernández-i-Marín, Markus Hinterleitner, Christoph Knill,
Yves Steinebach: „Effective Climate Policies for ‚All Seasons‘: Novel
Evidence from 40 Countries“. In: Climate Policy 2026

https://doi.org/10.1080/14693062.2025.2598684