Grüne/Stögmüller: Erst sicherheitspolitische Strategie klären – dann über Wehr- und Zivildienst abstimmen

Wien (OTS) – Den angekündigten Plänen für eine Volksbefragung zur
Zukunft der
Wehrpflicht kann der Grünen-Sprecher für Landesverteidigung, David
Stögmüller, grundsätzlich Positives abgewinnen: „Beteiligung ist
wichtig – gerade bei einem Thema, das junge Menschen unmittelbar
betrifft. Aber bevor wir abstimmen, müssen wir als Republik zuerst
wissen, wohin wir sicherheitspolitisch überhaupt wollen.“

Stögmüller verweist dabei auf einen klaren Grundsatz: „Structure
follows strategy. Das heißt: Zuerst braucht es eine ehrliche
Diskussion über den Ist-Zustand und das sicherheitspolitische Soll
für Österreich. Erst wenn klar ist, welche Aufgaben und Ziele unsere
Sicherheits- und Verteidigungspolitik in Zukunft hat, können wir
seriös darüber entscheiden, wie Wehr- und Zivildienst strukturiert
sein sollen.“

Besonders betont Stögmüller die Rolle der jungen Generation:
„Gerade jene, die künftig Wehr- oder Zivildienst leisten werden,
müssen in dieser Debatte eine starke Stimme haben. Ihre Erfahrungen,
Erwartungen und Werte gehören ins Zentrum – nicht an den Rand. Es
darf nicht über ihre Köpfe hinweg entschieden werden.“

Deutlich spricht sich Stögmüller gegen oberflächliche Maßnahmen
aus: „Eine bloße Verlängerung der Pflichtzeit ist keine Reform. Junge
Menschen erwarten sich Sinn und Perspektive. Wenn wir Wehr- und
Zivildienst weiterentwickeln, dann braucht es neue Aufgaben, faire
Bedingungen und echte Wertschätzung.“

Abschließend hält Stögmüller fest: „Eine Volksbefragung kann ein
demokratischer Schritt sein – aber sie darf nicht der Ersatz für
politische Verantwortung sein. Sie muss auf einer breiten, offenen
und ehrlichen sicherheitspolitischen Strategie-Debatte aufbauen.“