Wirtschaft

Götze/Grüne: „Wirtschaftskammer-Rücklagen könnten sofort zur Senkung der Beiträge verwendet werden“

Wien (OTS) – Zum heutigen Ö1-Interview von WKO-Chefin Martha Schultz
sagt die
Wirtschaftssprecherin der Grünen, Elisabeth Götze: „Das Argument,
dass man zwei Milliarden Euro als Krisensicherung brauche, ist
absurd. Die Wirtschaftskammer hat in der Corona-Krise keine
finanzielle Unterstützung geleistet. Es gibt keine vernünftige
Erklärung, warum die Wirtschaftskammer solch astronomisch hohe
Rücklagen braucht. Stattdessen sollte die Kammer die Rücklagen
abbauen, um sofort die Beiträge zu senken und die Unternehmen zu
entlasten. Seit mehr als einem Jahr liegt unser Gesetzesvorschlag
dafür im Parlament, wir können das sofort beschließen.“

Auch die Einführung der Kammerumlage für Arbeitnehmer:innen ab 60
Jahren ist ein unehrliches Manöver, kritisiert Götze: „Selbst fordert
die Wirtschaftskammer ständig die Senkung der Lohnnebenkosten. Wenn
es um die eigenen Einnahmen geht, hält sie aber einfach die Hand auf.
Hier werden die Lohnnebenkosten nämlich erhöht, zulasten der
Unternehmen und der älteren Arbeitnehmer:innen. Das ist politisch
kurzsichtig und von der Wirtschaftskammer einfach nur scheinheilig.“

Den Sager der Kammerpräsidentin zur Verkürzung der Sommerferien
bezeichnet Götze abschließend als Nebelgranate: „Damit versucht
Martha Schulz offensichtlich von den Problemen in den eigenen Reihen
und ihrem Verantwortungsbereich ablenken. Jedenfalls ist mit einer
Verkürzung der Ferien kein Problem gelöst. Gleich im nächsten Satz
spricht sie nämlich von den Betreuungsthemen, die Beschäftigte im
Tourismus in der Weihnachtszeit haben. Die Eltern erwarten zu Recht,
dass die Politik die passende Kinderbetreuung organisiert, anstatt
noch mehr Druck auf Teilzeitbeschäftigte zu machen und die Care-
Arbeit als ‚keine Arbeit‘ herabzuwürdigen.“