Wien (OTS) – Kunst und Kultur sind nicht nur Ausdruck
gesellschaftlicher
Kreativität, sondern auch unverzichtbare Bestandteile einer
demokratischen Öffentlichkeit. Sie ermöglichen kritische
Auseinandersetzung, fördern Meinungsvielfalt und stärken den sozialen
Zusammenhalt.
Eine starke Demokratie ist Voraussetzung dafür, dass Kunst frei
entstehen, sich entfalten und für alle Menschen zugänglich sein kann.
Öffentliche Förderung, faire Arbeitsbedingungen und die Absicherung
kultureller Institutionen sind keine Selbstverständlichkeiten,
sondern Ergebnisse politischer Entscheidungen und gewerkschaftlicher
Errungenschaften. Gerade Künstler:innen und Kulturarbeiter:innen sind
häufig von prekären Beschäftigungsverhältnissen betroffen. Hier setzt
die gewerkschaftliche Bewegung an, indem sie für soziale Absicherung,
gute Arbeit und Mitbestimmung auch im Kunst- und Kulturbereich
eintritt.
Die FSG-younion bekennt sich klar zu qualitativ hochwertigen
öffentlichen Diensten als tragende Säule der Demokratie. Kunst und
Kultur sind Teil dieser Daseinsvorsorge. Sie tragen wesentlich zur
Lebensqualität bei, schaffen Identität und ermöglichen
gesellschaftliche Teilhabe – unabhängig von Einkommen, Herkunft,
sozialem Status, Religion oder sexueller Orientierung. Eine
demokratische Gesellschaft misst sich daran, wie sie mit Kunst,
Bildung und Kultur umgeht.
„Die Qualität einer Demokratie lässt sich an ihrem Umgang mit den
Künsten messen“, betont Elsbeth Wallnöfer, Vorsitzende der
Hauptgruppe 8 und FSG-Funktionärin. „Nur in einer offenen und
solidarischen Gesellschaft können Künstler:innen frei arbeiten,
kritisch sein und neue Perspektiven eröffnen. Öffentliche
Verantwortung für Kunst und Kultur bedeutet auch, jene Menschen zu
schützen, die tagtäglich in Theatern, Museen, Universitäten,
Musikschulen, Bibliotheken und vielen weiteren Einrichtungen
arbeiten. Gute Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit sind die
Basis für kulturelle Teilhabe.“
Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Verunsicherung, steigender
sozialer Ungleichheit und zunehmender Angriffe auf demokratische
Institutionen braucht es eine klare Haltung: gegen Privatisierung,
gegen Ausgrenzung und gegen den Abbau öffentlicher Leistungen. Die
FSG-younion tritt daher für den Ausbau und den Schutz öffentlich
finanzierter Kunst- und Kulturangebote ein und stellt sich
entschieden gegen Tendenzen, Kultur auf einen bloßen Marktwert zu
reduzieren.
Der Internationale Tag der Kunst ist ein Anlass, die gemeinsame
Verantwortung von Politik, Gesellschaft und Gewerkschaften zu
betonen. Demokratie, Kunst und gewerkschaftliche Solidarität gehören
untrennbar zusammen. Sie sind das Fundament für eine gerechte,
vielfältige und lebenswerte Gesellschaft – heute und in Zukunft.