Frauen in der Baukultur: Ziviltechnikerinnen des Jahres gesucht

Wien (OTS) – Frauen sind in technischen Berufen immer noch deutlich
unterrepräsentiert – nur ca. 15 Prozent der Ziviltechniker:innen sind
weiblich. Dabei prägen Architektinnen und Zivilingenieurinnen die
Baukultur seit Jahrzehnten maßgeblich mit. Ihre Leistungen sichtbar
zu machen, sie zu würdigen und jungen Frauen starke Vorbilder
aufzuzeigen – das ist das Anliegen des anotHERVIEWture Award. In vier
Kategorien können nationale sowie internationale Leistungen
eingereicht werden.

Zwtl.: Frauen in Baukultur weiterhin unterrepräsentiert

Gerade in technischen Bereichen werden Frauen immer noch häufig
durch stereotype Geschlechtszuordnungen, männlich dominierte
Netzwerke und Arbeitsbedingungen, die nicht mit anderen
Lebensanforderungen vereinbar sind, behindert. Doch es gibt auch
Lichtblicke: Wie die “ Sector Study ” des Architects‘ Council of
Europe (ACE) zeigt, ist der Anteil der weiblichen Architektinnen in
Europa von 2014 bis 2024 von 36 auf 45 Prozent gestiegen. Bei der
Gender-Pay-Gap sind die Unterschiede dagegen weiterhin deutlich.

Dabei ist Gleichberechtigung und Vielfalt nicht nur eine Frage
der Fairness, sondern auch der Qualität unserer gebauten Umwelt. Denn
unterschiedliche Perspektiven fördern Innovation, Nachhaltigkeit und
soziale Verantwortung – zentrale Faktoren für eine zukunftsfähige
Baukultur.

Zwtl.: „Es macht einen Unterschied, wer unsere Welt gestaltet!“

Der Name des anotHERVIEWture Award verweist auf eine neue
Perspektive – Her View – und damit auf das zentrale Anliegen, die
Leistungen von Architektinnen und Zivilingenieurinnen sichtbar zu
machen. Auch Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner betont die
Wichtigkeit der weiblichen Perspektive:

„Wer Wohnräume, Gemeinden und Städte plant, gestaltet die
Gesellschaft. […] Wenn dabei nur männliche Lebensrealitäten
mitgedacht werden, werden Frauen und ihre Bedürfnisse oft unsichtbar
gemacht. Deshalb ist es so wichtig, dass Frauen gleichberechtigt
unser Land und unsere Welt gestalten, dass sie planen und bauen. Der
anotHERVIEWture Award macht genau das sichtbar: die Leistungen von
Architektinnen und Ingenieurinnen, die Räume mit den Augen einer Frau
gestalten. […] Denn es macht einen Unterschied, wer unsere Welt
gestaltet!“ – Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen,
Wissenschaft und Forschung

Zwtl.: Fakten zum Award

Der anotHERVIEWture Award ist der erste österreichische
Baukulturpreis, der sich gezielt der Sichtbarkeit und Anerkennung von
Architektinnen und Zivilingenieurinnen widmet. Mit dem Vorbild des
französischen Prix des Femmes Architectes initiierte die Bundeskammer
der Ziviltechniker:innen den Award 2022, um ein deutliches Zeichen
für eine zukunftsorientierte Baukultur zu setzen. Er wird unter dem
Ehrenschutz der „First Lady“ Österreichs, Doris Schmidauer, biennal
ausgelobt.

Einreichungen sind von 31. März bis 30. Juni 2026 möglich. Die
Auszeichnung wird von einer 16-köpfigen Jury namhafter europäischer
Expertinnen in vier Kategorien vergeben:

– Kategorie I: Female Architect of the Year

– Kategorie II: Emerging Female Architect of the Year

– Kategorie III: National / International Female Engineering
Achievement of the Year

– Kategorie IV: International Female Architect of the Year

Ziele des zum dritten Mal ausgeschriebenen Frauenpreises für
Baukultur sind:

– Erhöhung des Frauenanteils in technischen Berufen

– Sichtbarmachung des Beitrags von Frauen an Baukultur

– Vernetzung und Stärkung von Frauen in technisch-planerischen
Berufen

– Schaffung von Vorbildern für junge Frauen

– Bewusstseinsbildung, dass Frauenförderung (insbesondere im Bereich
der Technik) nach wie vor wichtig und notwendig ist

Zwtl.: Wer sind Ziviltechniker:innen?

Ziviltechniker:in ist eine spezifisch österreichische
Berufsbezeichnung für freiberuflich tätige, staatlich befugte und
beeidete Personen, die in den Fachgebieten Architektur und
Ingenieurwesen tätig sind. Sie sind Expert:innen in den jeweiligen
Fachgebieten einer technischen, naturwissenschaftlichen oder
montanistischen Studienrichtung.