Wien (OTS) – Deutliche Worte zum Thema Gewalt gegen Frauen fand die
freiheitliche
Nationalratsabgeordnete Mag. Katayun Pracher-Hilander in ihrer
gestrigen Rede im Nationalrat. Gewalt gegen Frauen sei ein „massives
Problem, das auch auf Regierungsebene angegangen werden muss“, so
Pracher-Hilander. Die Zahl der Übergriffe nehme stetig zu, „das ist
nicht nur ein österreichweites Phänomen, sondern auch ein
europaweites“.
Unter Verweis auf den aktuellen Bericht der GREVIO betonte
Pracher-Hilander die Notwendigkeit eines evidenzbasierten Zugangs.
„Dort wird darauf hingewiesen, dass häuslicher Gewalt evidenzbasiert
begegnet werden muss“, so Pracher-Hilander.
Evidenzbasierte Politik setze jedoch entsprechende Grundlagen
voraus: „Das setzt voraus, dass wir auf Daten und Fakten
zurückgreifen können, die umfassend interpretierbar sind, um sowohl
Präventions- als auch Interventionsmaßnahmen und in Folge auch
Evaluationsmaßnahmen setzen zu können“, so Pracher-Hilander.
Kritisch hielt Pracher-Hilander fest, dass diese Datengrundlage
derzeit unvollständig sei. „Ohne ein komplettes Datensetting ist es
nicht möglich, evidenzbasiert zu arbeiten“, so Pracher-Hilander.
Insbesondere sei es notwendig, auch soziodemografische Daten
umfassend zu erheben: „Es ist wichtig, dass wir hier den
Migrationshintergrund miterheben, weil wir sonst überhaupt nicht
wissen, wovon wir sprechen und wo wir ansetzen können“, so Pracher-
Hilander.
„Das hat nichts mit Rassismus zu tun. Das hat einfach etwas mit
wissenschaftlichem Arbeiten zu tun, nämlich alle relevanten
Einflussfaktoren mitzudenken.“ Als Beispiel verwies Pracher-Hilander
auf den im Jahr 2024 im Auftrag des Parlaments erstellten
Antisemitismusbericht: „Auch dort wurde ein eigener Datensatz
erhoben, um festzustellen, wie es mit antisemitischer Einstellung bei
Nichtösterreichern mit muslimischem Hintergrund ausschaut“, so
Pracher-Hilander.
„Da gibt es überhaupt keine Alternative. Das muss einfach sein,
wenn die Regierung schon von evidenzbasierter Politik spricht, dann
muss sie den momentanen Worthülsen auch Taten folgen lassen.“ so
Pracher-Hilander.
„Wir Freiheitlichen haben dazu einen Entschließungsantrag
eingebracht“, so Pracher-Hilander. Darin wird die Bundesregierung
aufgefordert, unter Wahrung aller datenschutzrechtlichen Vorgaben die
soziodemografische Datenerhebung bei Gewaltdelikten auszuweiten und
insbesondere den Migrationshintergrund von Tätern als zusätzliche
Erhebungsvariable in polizeiliche, staatsanwaltschaftliche und
gerichtliche Datensysteme aufzunehmen.