Wien (OTS) – Den jüngsten offenen Brief, in dem unter anderem das
Mauthausen
Komitee, die Katholische Aktion Oberösterreich sowie Künstler wie
Elfriede Jelinek und Gerhard Haderer die Umbenennung der von nach
Franz Seraph Dinghofer benannten Straße in Linz fordern, wies der
oberösterreichische freiheitliche Nationalratsabgeordnete und Obmann
des Dinghofer-Instituts Mag. Gerhard Kaniak heute entschieden zurück.
Die darin geäußerten Vorwürfe entbehrten jeder historischen Grundlage
und seien der Versuch, einen verdienten Staatsmann nachträglich zu
diffamieren.
„Es ist zutiefst bedauerlich, dass sich namhafte Künstler und
Organisationen vor den Karren einer unreflektierten Cancel Culture
spannen lassen. Anstatt sich einem echten, wissenschaftlich
fundierten Diskurs zu stellen, wird hier der Versuch unternommen,
einen Gründervater unserer Republik mit falschen Behauptungen aus dem
öffentlichen Raum zu tilgen. Wer Franz Dinghofer pauschal als
Antisemiten verunglimpft, ignoriert bewusst die historischen Fakten
und betreibt eine gefährliche Geschichtsklitterung“, erklärte Kaniak.
Dinghofer, der am 12. November 1918 die Republik
Deutschösterreich von der Rampe des Parlaments ausrief, habe sich
laut historischen Dokumenten stets für Toleranz eingesetzt. So habe
er sich im Linzer Gemeinderat für Religionsfreiheit und den jüdischen
Schächtritus starkgemacht und als Justizminister die Auslieferung des
jüdischen Kommunisten Béla Kun verweigert. Nach der Machtübernahme
der Nationalsozialisten sei er 1938 unter Gewaltandrohung als
Präsident des Obersten Gerichtshofes in den Zwangsruhestand versetzt
worden, da er sich durch seine harte Rechtsprechung gegen
Nationalsozialisten zum Feind des NS-Staates gemacht habe, welcher
auch seinen Gutsbesitz enteignet hatte.
„Wenn man bedenkt, dass Dinghofer von den Nationalsozialisten aus
dem Amt gejagt wurde und sich schützend vor jüdische Mitbürger
gestellt hat, sind die aktuellen Vorwürfe dieser Gruppierungen
geradezu absurd. Diese Cancel Culture, die blindwütig alles
ausradieren will, was nicht in ein enges linkes Weltbild passt, ist
ein direkter Angriff auf unsere politische Kultur“, so der Obmann des
Dinghofer-Instituts.
Das Dinghofer-Institut werde auch weiterhin im Rahmen seines
jährlichen Symposiums jene ehren, die sich um Wissenschaft und
Demokratie verdient machen. Abschließend betonte Kaniak: „Wir lassen
uns unsere identitätsstiftenden Persönlichkeiten nicht von einer
moralisierenden Minderheit aberkennen. Franz Dinghofer bleibt ein
Wegweiser für die freiheitliche Gesinnungsgemeinschaft und ein
Mahnmal für den Wert unserer hart erkämpften Demokratie!“