Wien (OTS) – Einkaufen gehen, Amtswege erledigen, auf Urlaub fahren –
was für
viele selbstverständlich ist, stellt Menschen mit Behinderung im
Alltag häufig vor Herausforderungen. Barrierefreiheit hat viele
Dimensionen, zwei wesentliche davon sind Information und
Kommunikation. Im Fonds Soziales Wien (FSW) ist das Kund:innenservice
genau dafür zuständig, und berät und unterstützt jene Menschen, die
soziale Leistungen in Anspruch nehmen oder dies künftig tun.
„Als Kund:innenservice sind wir die erste Anlaufstelle für
Wiener:innen, die Unterstützung brauchen, darum ist es essenziell,
dass uns die Menschen auch gut erreichen. Wir setzen daher auf viele
unterschiedliche Kanäle und Kontaktpunkte. Um die Barrierefreiheit
unserer Beratung noch zu steigern, ist unser Beratung & Service-
Center am Standort Guglgasse mit zahlreichen barrierefreien Features
ausgestattet. Zusätzlich haben wir ÖGS-Kompetenzen ausgebaut. Unsere
Kund:innenschreiben sind in einfacher Sprache verfasst“ , erklärt
Petra Gottwald, Leiterin des FSW-Kund:innenservice. „Damit erreichen
wir unsere Kund:innen mit Behinderung künftig noch besser.“
Standort Guglgasse mit multifunktionalem Sanitärraum und
induktivem Hörsystem
Der großzügige Empfangsbereich am modernisierten
Beratungsstandort in der Guglgasse erlaubt viel Bewegungsfreiheit mit
Rollstuhl oder Gehhilfe. Für Kommunikation auf Augenhöhe ist im
Empfangspult ein unterfahrbarer Bereich für Kund:innen im Rollstuhl
integriert. Die automatische Türöffnung erleichtert das Hereinkommen.
Für Kund:innen mit Hörbehinderung gibt es außerdem ein mobiles,
induktives Hörsystem. Damit wird das Gesagte von der Hörhilfe
aufgefangen und in angenehmer Lautstärke und Schärfe wiedergegeben,
auch Störgeräusche werden gefiltert. Eine Mitarbeiterin mit ÖGS-
Kompetenz führt Beratungen in Gebärdensprache durch. Im Ernstfall
warnt ein visueller Brandalarm auch lautlos. Ein taktiles Leitsystem
am Boden erleichtert die Orientierung für Menschen mit
Sehbehinderung. Zwischen Boden und Wand sowie bei Applikationen gibt
es einen hohen Farbkontrast, Beschriftungen sind groß und sofort
sichtbar.
Neu und besonders ist außerdem ein spezieller multifunktionaler
Sanitärraum – einer der ersten dieser Art in Wien. Der Zugang für
alle Menschen mit Behinderung soll künftig während der Öffnungszeiten
möglich sein. Neben einem höhenverstellbaren WC sowie Waschbecken
gibt es einen Hebelifter, der im ganzen Raum beweglich ist. Eine
spezielle Duschliege ermöglicht die Körperwäsche.
Verbesserte Beratung auch für Menschen mit psychischer Erkrankung
Der modernisierte Beratungsbereich erleichtert nicht nur die
Erreichbarkeit von Menschen etwa mit Sinnes- oder Gehbehinderung.
„Gemeinsam mit 78 Partnerorganisationen unterstützen wir in der
Behindertenhilfe rund 15.300 FSW-Kund:innen. Auch innerhalb unserer
Zielgruppe gibt es Kund:innen, die für andere sichtbare und weniger
sichtbare Barrieren haben. So ergeben sich für Menschen mit
psychischen Erkrankungen bei der Barrierefreiheit ganz andere
Herausforderungen. Ihnen kann es schwerfallen, sich auf die
Beratungsgespräche zu fokussieren oder manchmal auch, überhaupt das
Haus zu verlassen“ , erklärt Susanne Gabrle, Strategische Leiterin
des Bereichs Behinderung und Inklusion im FSW.
In den neu gestalteten Beratungsräumen gibt es daher spezielle
Wandpaneele, die Umgebungsgeräusche reduzieren. Reizarmut ermöglicht
Kund:innen mit entsprechender Symptomatik eine stressfreie
Beratungssituation. Auch können Video-Beratungen angeboten werden, um
noch niederschwelliger zu informieren.
FSW-Kund:innenservice: Fünf Beratungsstandorte und Erreichbarkeit
an 365 Tagen im Jahr
Das FSW-Kund:innenservice ist die erste Anlaufstelle für
Betroffene und Angehörige in Wien, die Unterstützung durch Angebote
des FSW brauchen. Die Mitarbeiter:innen betrachten Kund:innenanliegen
individuell und ganzheitlich, klären Bedarfe und beraten zu
entsprechenden Angeboten. Gerade weil es innerhalb der
Kund:innengruppe der Menschen mit Behinderung vielfältige Barrieren
gibt, ist das FSW-Kund:innenservice über eine Vielzahl an Kanälen
erreichbar.
Telefonisch gibt es täglich von 8:00 bis 20:00 Uhr unter der
Nummer 01/24 5 24 Auskunft, auch per Mail werden Kund:innenanliegen
bearbeitet. Allein im vergangenen Jahr gingen über 330.000 Anrufe ein
und es wurden mehr als 55.000 Bedarfserhebungen durchgeführt.
Persönliche Beratungsgespräche können an fünf Standorten in Wien
geführt werden. Das Case Management führt zudem Hausbesuche durch und
berät direkt Kund:innen und ihre An- und Zugehörige im vertrauten
Umfeld. Mit „Mitten in Wien“ berät das Kund:innenservice zudem
niederschwellig dort, wo die Wiener:innen im Alltag unterwegs sind –
sei es im Freibad, im Einkaufszentrum oder der Bank.
Fotos
Honorarfreie Fotos zur redaktionellen Nutzung auf Anfrage an
[email protected] .