Wien (OTS) – Anlässlich des Europäischen Antibiotikatages am 18.
November 2025
erinnert die Österreichische Tierärztekammer an die weiterhin
drängende globale Bedrohung durch Antibiotikaresistenzen.
„Antibiotikaresistenzen entstehen vor allem dort, wo antimikrobielle
Substanzen unnötig oder unsachgemäß eingesetzt werden“, erklärt ÖTK-
Präsident Mag. Kurt Frühwirth. „Wir Tierärztinnen und Tierärzte
arbeiten seit Jahren daran, den Einsatz verantwortungsvoll zu
minimieren und nehmen dafür intensive bürokratische Anforderungen in
Kauf. Damit das One Health-Prinzip wirksam umgesetzt werden kann,
braucht es jedoch deutlich mehr Entschlossenheit – insbesondere auch
in der Humanmedizin.“
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist seit Langem darauf hin,
dass jeder vermeidbare Antibiotikaeinsatz das Risiko resistenter
Keime erhöht. Während im Veterinärbereich strenge gesetzliche
Vorgaben, verpflichtendes Antibiotikamonitoring und laufende
Kontrollen seit Jahren etabliert sind, zeigt sich in anderen Sektoren
weiterhin Handlungsbedarf. „Sachgemäßer, zurückhaltender Einsatz muss
überall gelten – alle Verantwortlichen müssen dies auch konsequent
verfolgen und umsetzen“, so Frühwirth.
Zwtl.: Die Tierärzteschaft hat vorgelegt: Antibiotika-Monitoring,
Prävention und Reduktion greifen nun sichtbar
Österreichs Tierärzt*innen unterstreichen, dass sie ihre
Verantwortung bereits seit Jahren wahrnehmen. „Wir haben unsere
Hausaufgaben gemacht: sorgfältige Diagnostik, hoher Beratungsaufwand,
konsequente Präventionsarbeit und ein gesetzlich verpflichtendes,
detailliertes Monitoring – dies haben wir alles umgesetzt“, betont
Frühwirth. Die Verbrauchsmengen im Nutztierbereich sind in den
vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken – ein Erfolg, der auch nur
durch intensive Aufklärungsarbeit und enge Zusammenarbeit mit
Landwirt*innen und Tierhalter*innen möglich war.
Zwtl.: Gemeinsam gegen Resistenzen: One Health als Verpflichtung
Der Europäische Antibiotikatag führt deutlich vor Augen: Weder
Human- noch Veterinärmedizin, weder Landwirtschaft noch Umweltbereich
können die Herausforderung allein bewältigen. „One Health ist kein
Schlagwort, sondern eine Notwendigkeit“, sagt Frühwirth. „Solange
einzelne Sektoren hinterherhinken, ist der gemeinsame Erfolg
gefährdet. Jeder Beitrag, der unnötigen Einsatz verhindert, stärkt
die Zukunft der modernen Medizin – in der Humanmedizin wie in der
Tiergesundheit.“