Graz (OTS) – Burnout wird zum Leistungstreiber und die Arbeitswelt
sieht sich
einem tiefgreifenden Wandel gegenüber – das zeigt der Employee Mental
Health Barometer von Instahelp. Erstmals hängt Job-Performance in den
Daten stärker mit Burnout zusammen als mit Engagement. Grundlage sind
Befragungen von mehr als 2.900 Beschäftigten in Deutschland und
Österreich aus den Jahren 2023 bis 2025.
Zwtl.: Key Facts:
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Befragung von über 2.900 Beschäftigten in Deutschland und
Österreich
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Grundlage: „Mental Wellbeing Check“ nach dem JDR-Modell von Prof.
Schaufeli
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Burnout korreliert erstmals stärker mit Job-Performance als
Engagement
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Anteil resilienter Mitarbeitender sinkt deutlich , gleichzeitig
wächst die Gruppe funktionierender, aber erschöpfter Beschäftigter
Zwtl.: Stress steigt, Energielevel sinkt
Die Ergebnisse deuten auf einen tiefgreifenden Wandel in der
Arbeitswelt hin: Der Stress-Index stieg im Untersuchungszeitraum von
45 auf 51, während der Energie-Index – zusammengesetzt aus
Engagement, Selbstwirksamkeit und Resilienz – von 59 auf 56 sank.
Belastung wird damit zunehmend zum Normalzustand, während mentale
Energie zur knappen Ressource wird. Burnout hat sich damit in der
Arbeitswelt von der Ausnahme zum stillen Antrieb entwickelt.
Kurzfristig mag das noch funktionieren – langfristig droht jedoch das
System zu kippen.
Zwtl.: Resiliente werden weniger, funktionierende Erschöpfte mehr
Besonders deutlich zeigt sich der Wandel in der Zusammensetzung
der Belegschaften: Der Anteil der „Resilienten Selbstwirksamen“ sank
von 24,2 Prozent im Jahr 2023 auf 16 Prozent im Jahr 2025.
Gleichzeitig wuchs die Gruppe der „Stabilen Routiniers“ von 13,1
Prozent auf 32,5 Prozent. Diese Mitarbeitenden gelten als
leistungsfähig und funktional, wirken aber zunehmend erschöpft und
kaum noch inspiriert. Der Anteil an Mitarbeitenden in der Arbeitswelt
der „Engagierten Hochdrehenden“ wächst ebenfalls – doch ihre hohe
Leistung wird nicht mehr durch ausreichend Erholung gestützt: Ein
deutliches Warnsignal. Die „Verunsicherten Erschöpften“ sanken auf 7
Prozent (von 22,7 % in 2023)– ein Hinweis auf eine Verschiebung in
funktionale Rollen im Gegensatz zu echter Regeneration.
Einzige Konstante: Die Gruppe der „Überforderten Getriebenen“
bleibt mit rund 20 Prozent unverändert hoch – ein Indiz für
chronische Belastung ohne ausreichende Entlastungsperspektive.
„Wir beobachten einen Wechsel vom Begeisterungsmodus in den
Überlebensmodus“, sagt Dr. Bernadette Frech, CEO von Instahelp.
„Menschen funktionieren weiterhin, aber ihre mentale Reserve
schrumpft. Leistung entsteht immer häufiger nicht aus Energie und
Motivation, sondern aus Erschöpfung und dem Gefühl, einfach
durchhalten zu müssen.“
Zwtl.: Burnout wird zum Leistungstreiber
Grundlage der Auswertung ist der „Mental Wellbeing Check“ von
Instahelp der Mental-Health-Plattform für psychologische Beratung und
Online-Therapie mit 40 Fragen auf Basis des Job-Demands-Resources-
Modells (JDR) nach Prof. Schaufeli. Die Daten zeigen nicht nur eine
Zunahme der Belastung, sondern auch eine veränderte Logik von
Leistung: Während in den Jahren 2023 und 2024 vor allem
Selbstwirksamkeit der stärkste Treiber von Job-Performance war, rückt
2025 erstmals Wertschätzung an die Spitze. Auch beim Burnout-Risiko
zeigt sich ein Wandel: Statt primär von Work-Life-Balance wird es
zunehmend von Selbstwirksamkeit und der Fähigkeit beeinflusst, klare
Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben zu ziehen.
Zwtl.: Post-Krisen-Realität trifft Arbeitsalltag
Die Entwicklungen in den Instahelp Daten fallen in eine Phase
anhaltender Unsicherheit. Die Jahre 2023 bis 2025 waren geprägt von
Energie- und Inflationsschocks, wirtschaftlicher Schwäche, hoher
Veränderungsgeschwindigkeit und zunehmend verschwimmenden Grenzen
zwischen Arbeit und Freizeit. Dass diese äußeren Rahmenbedingungen
die Arbeitswelt spürbar verändern, zeigen auch aktuelle Analysen von
Aon plc und EY, die auf wachsenden Druck, zunehmende Unsicherheit und
neue Anforderungen an Unternehmen und Beschäftigte hinweisen. Auch
der DAK-Psychreport 2025 verweist auf neue Höchststände bei psychisch
bedingten Fehlzeiten. Die Instahelp Daten fügen sich in dieses Bild
ein: Ressourcendefizite, steigende Workload und mentale Erschöpfung
werden immer stärker zu strukturellen Merkmalen moderner Arbeit.
Zwtl.: Wertschätzung und Selbstwirksamkeit werden zum Hebel
Für Unternehmen ist das ein klares Warnsignal. Denn die Daten
zeigen auch, welche Faktoren gegensteuern können: Wertschätzung und
Selbstwirksamkeit sind 2026 die zentralen Hebel, um Burnout zu senken
und Engagement zu stärken. Auffällig dabei: Besonders wirksam ist
nicht nur Anerkennung im Team, sondern vor allem das Gefühl, durch
die eigene Arbeit auch bei Kund:innen Wertschätzung zu erfahren.
„Führungskräfte haben jetzt die Chance, gegenzusteuern. Wenn
Unternehmen Wertschätzung gezielt stärken und Mitarbeitenden mehr
Selbstwirksamkeit ermöglichen, kann aus Erschöpfung wieder Energie
werden und aus bloßem Funktionieren wieder echtes Engagement.“
Quellen:
DAK-Gesundheit (2025): Psychreport 2025
Aon (2025): Global Risk Management Survey
EY (2024): Mittelstandsbarometer
Grafiken zum Barometer: Instahelp Employee Mental Health Barometer