Die nächste Hitzewelle ist da: GBH auf Baustellen österreichweit unterwegs

Wien (OTS) – Die nächste Hitzewelle hat Österreich erreicht. Für
tausende
Arbeitnehmer:innen bedeutet das Schwerarbeit bei Temperaturen weit
über 30 Grad. Die Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH) ist deshalb weiter
österreichweit auf Baustellen unterwegs, informiert über die
geltenden Hitzeschutzbestimmungen, verteilt Wasser und spricht mit
den Beschäftigten darüber, wie die Schutzmaßnahmen in der Praxis
umgesetzt werden. GBH-Bundesvorsitzender Abg. z. NR Josef Muchitsch
besucht im Zuge seiner Tirol-Tour auch wieder Baustellen vor Ort.

Erste Zahlen der BUAK zeigen einen Rekord

Die Hitzefrei-Regelung wird heuer so stark genutzt wie noch nie.
Bereits jetzt haben mehr Bauarbeiter:innen Hitzefrei erhalten als in
jedem gesamten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Jede:r dritte
Bauarbeiter:in in Österreich profitiert heuer bereits von der
Regelung. „Das zeigt: Unsere Aufklärungsarbeit wirkt. Immer mehr
Beschäftigte kennen ihre Rechte und immer mehr Betriebe nutzen die
Hitzefrei-Regelung dort, wo sie notwendig ist“, sagt Muchitsch. Die
endgültigen Zahlen für Juli präsentiert die GBH im August.

„Wenn es heiß wird, sind wir dort, wo unsere Mitglieder arbeiten
– direkt auf den Baustellen. Wir informieren über ihre Rechte und
Gefahren, hören zu und sehen uns an, wie der Hitzeschutz in der
Praxis funktioniert. Unser Ziel ist klar: Alle sollen gesund nach
Hause kommen. Wir bleiben dran“, so Muchitsch.

Sieben Maßnahmen für besseren Hitzeschutz

Die Vorschläge der GBH kosten kaum zusätzliches Geld.
Entscheidend sind gute Planung und die konsequente Umsetzung der
bestehenden Hitzeschutzverordnung.

1. Früher beginnen, wo es möglich ist: Die heißesten Stunden des
Tages vermeiden.

2. Hitzefrei verbindlich regeln: Ab 32,5 Grad rasch handeln.

3. Prognosen nutzen: Das BUAK-Prognosemodell ermöglicht rechtzeitige
Planung.

4. Hitzeschutzverordnung umsetzen: Schutzmaßnahmen auf jeder
Baustelle vorbereiten und konsequent umsetzen.

5. Öffentliche Vergaben nutzen: Hitzeschutz als Qualitätskriterium
verankern – ganz im Sinne der ROT-WEISS-ROTEN VERGABEN.

6. Auch Auftraggeber in die Verantwortung nehmen: Hitzetage bereits
bei Fertigstellungsterminen einplanen.

7. Hitzeschutz dauerhaft verankern: Bauplanung und
Arbeitsorganisation an heiße Sommer anpassen.

Die Regeln sind da – jetzt weiter umsetzen

Seit 1. Jänner 2026 gilt die Hitzeschutzverordnung. Bereits ab
Hitzewarnstufe 2 (30 Grad) der GeoSphere Austria müssen Arbeitgeber
Schutzmaßnahmen wie Trinkwasser, Beschattung oder organisatorische
Anpassungen der Arbeitszeit setzen.

Zusätzlich kann am Bau ab 32,5 Grad an der nächstgelegenen
GeoSphere-Messstation Hitzefrei nach dem Bauarbeiter-
Schlechtwetterentschädigungsgesetz (BSchEG) in Anspruch genommen
werden. Die Entscheidung trifft der Arbeitgeber.

Auch kurzfristige Planung ist möglich: Zeigt die Drei-Tages-
Prognose der BUAK mehr als 34 Grad, können Betriebe bereits vorab bis
zu drei Schlechtwetterstunden ab 13 Uhr einplanen. Die Regelung gilt
auch dann, wenn die prognostizierten 34 Grad später nicht erreicht
werden, und schafft Rechtssicherheit.

Im Zuge seiner Tirol-Tour besucht Josef Muchitsch auch Baustellen
vor Ort und spricht dort mit den Beschäftigten über ihre Erfahrungen.

„Die gesetzlichen Möglichkeiten sind vorhanden. Jetzt müssen sie
überall konsequent angewendet werden. Kein Fertigstellungstermin darf
wichtiger sein als die Gesundheit jener Menschen, die unsere Häuser,
Straßen und Infrastruktur errichten. Hitzeschutz macht Bauen nicht
teurer – er braucht gute Planung und den Willen, Gesundheit vor
Zeitdruck zu stellen“, betont Muchitsch.

Hitze.App zeigt Hitzefrei in Echtzeit

Die kostenlose Hitze.App der GBH zeigt per Postleitzahl in
Echtzeit, ob die maßgebliche Temperatur von 32,5 Grad für Hitzefrei
erreicht wurde. Grundlage sind die Daten der GeoSphere Austria.
Download: gbh-news.at/hitze-app

Wer ist die Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH)? Die Gewerkschaft BAU-
HOLZ (GBH) ist die österreichische Gewerkschaft für rund 240.000
Beschäftigte in der Bau-, Holz- und Steinbranche. Sie verhandelt
Kollektivverträge, setzt sich für faire Löhne, sichere
Arbeitsbedingungen und soziale Gerechtigkeit ein — und kämpft für
faire öffentliche Vergaben sowie konsequent gegen Lohn- und
Sozialdumping. Ziel ist der Schutz der Beschäftigten und fairer
Wettbewerb für jene Betriebe, die sich an die Regeln halten.
Bundesvorsitzender der GBH ist Josef Muchitsch. Weitere Informationen
auf gbh.at.