Wien (OTS) – Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften bleibt trotz
aktueller
Rezession eine große Herausforderung für die Unternehmen. Vor dem
Hintergrund der aktuellen Pensionierungswelle der Babyboomer-
Generation wird nun immer deutlicher: Eine verstärkte Beschäftigung
von Personen über 50 wird erfolgskritisch für heimische Betriebe.
Diese nutzen das vorhandene Potenzial jedoch noch nicht ausreichend,
wie eine Studie des Beratungsunternehmens Deloitte zeigt. Was es
braucht, sind klare Strategien und tiefgreifende Maßnahmen zur
Gewinnung und Bindung älterer Mitarbeitender.
Die Beschäftigung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wird
immer wichtiger, um den Arbeitskräftemangel abzufedern. Wie eine
österreichweite Erhebung von Deloitte unter rund 550
Unternehmensvertreterinnen und -vertretern zeigt, ist dem Großteil
der Befragten die hohe Relevanz der Zielgruppe 50+ bewusst. Bei der
Rekrutierung und dem Halten ebendieser lassen die meisten Betriebe
allerdings noch Potenzial liegen.
„Das Arbeitsmarktpotenzial älterer Personen ist unbestritten. Doch
obwohl über drei Viertel der Unternehmen die Relevanz dieser
Zielgruppe erkennen, spiegelt sich das in den
Personalgewinnungsprozessen noch nicht wider. Mit 22 % spricht laut
der Studie nur jeder fünfte Betrieb bewusst potenzielle Bewerberinnen
und Bewerber über 50 an“, erklärt Elisa Aichinger, Partnerin bei
Deloitte Österreich. „Obwohl die Unternehmen also um das Potenzial
dieser Zielgruppe wissen, wird es nach wie vor noch nicht ausreichend
genutzt.“
Öffentlich diskutiert wird in diesem Zusammenhang die Anhebung des
Pensionsantrittsalters. „Das könnte die angespannte Situation am
Arbeitsmarkt zwar etwas entspannen. Jedoch gilt es, unabhängig vom
Ergebnis dieser Diskussion, Konzepte zu entwickeln und umzusetzen,
die ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der
Personalgewinnung mitdenken und ihren längeren Verbleib im
Unternehmen ermöglichen. Voraussetzung dafür ist der Abbau von
Altersstereotypen und die Aufwertung von Erfahrungswissen“, so Elisa
Aichinger.
Zwtl.: Luft nach oben bei Bindung älterer Mitarbeitenden
Fast der Hälfte der Unternehmen, die ältere Personen
beschäftigen, tun dies vorrangig aufgrund der natürlichen Alterung
der Belegschaft. Laut Umfrage ergreifen jedoch bislang nur 26 % der
Betriebe gezielte Maßnahmen zur Bindung dieser Altersgruppe, wie etwa
eine lebensphasenorientierte Gestaltung der Arbeitszeit oder gezielte
Gesundheitsförderung. Die strategische Verankerung von Active-Aging-
Maßnahmen bleibt die Ausnahme, dementsprechend groß ist auch die
Sorge vor gesundheitlichen Einschränkungen und höheren Ausfallzeiten.
„Unternehmen schaffen sich einen zentralen Wettbewerbsfaktor, wenn
sie die Zielgruppe 50+ proaktiv in ihrer Leistungsfähigkeit
unterstützen. Je früher man hier im Berufslebenszyklus mit
maßgeschneiderten Acitve-Aging-Maßnahmen ansetzt, desto besser“, weiß
Katrin Hintermeier, Expertin für Active Aging und Workforce
Sustainability bei Deloitte Österreich.
Zwtl.: Wenig Vertrauen in technologische Skills
18 % der Unternehmen befürchten, dass Skills und Know-how von
älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern nicht mehr auf dem
aktuellen Stand sind. Dies wird insbesondere in Zusammenhang mit den
technologischen Entwicklungen als problematisch gesehen. Ein Viertel
der Befragten ist der Meinung, dass die Zielgruppe 50+ über weniger
digitale Kompetenzen verfügt als ihre jüngeren Kolleginnen und
Kollegen. Und ebenso ein knappes Viertel ist der Meinung, dass die
technologischen Entwicklungen ältere Mitarbeitende überfordern.
„Obwohl zahlreiche Studien beweisen, dass ältere Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer genauso gut mit AI umgehen können wie jüngere, sind
die Befürchtungen der Unternehmen ernst zu nehmen. Doch Fakt ist
auch: AI hat nicht nur das Potenzial, den Arbeitsalltag enorm zu
erleichtern, sondern kann auch entscheidend dazu beitragen, ein
alters- und alternsgerechtes Arbeitsumfeld zu schaffen sowie
Altersdiskriminierung im Bewerbungsprozess zu verringern“, erklärt
Katrin Hintermeier abschließend.
Zum Download:
Deloitte Aging Workforce Survey 2025
Foto Elisa Aichinger Credits Deloitte/feelimage
Foto Katrin Hintermeier Credits Deloitte/feelimage
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