Baden (OTS) – Der aktuelle Arbeitsmarkt-Kompass, eine
Längsschnittuntersuchung zur
Stimmung am österreichischen Arbeitsmarkt des Online Research
Instituts Marketagent in Kooperation mit Leitbetriebe Austria, zeigt
im zweiten Quartal 2026 erste Zeichen einer Stabilisierung: Die
Wechselbereitschaft der heimischen Beschäftigten geht zurück, während
die Zufriedenheit mit dem aktuellen Job weiter steigt. Gleichzeitig
bleibt die Einschätzung der eigenen Chancen am Arbeitsmarkt
verhalten. Fairness wird dabei mehr denn je zum zentralen Maßstab für
attraktive Arbeitgeber.
Zwtl.: Fact Box
–
Jobsuche bleibt herausfordernd : Nur 44% der unselbstständig
Beschäftigten in Österreich empfinden es als leicht, aktuell einen
neuen Job zu finden.
–
Gehaltserwartungen bleiben gedämpft : Die erwartete
Gehaltserhöhung bei einem Jobwechsel liegt im Schnitt bei 23%.
–
Wechselbereitschaft geht zurück : 33% zeigen eine (eher) hohe
Bereitschaft, den Job zu wechseln – nach 38% im ersten Quartal 2026.
–
Jobzufriedenheit steigt : 84% sind derzeit mit ihrem aktuellen
Job (sehr) zufrieden.
–
Der ideale Arbeitsalltag bleibt konstant : Die bevorzugte
Wochenarbeitszeit liegt bei durchschnittlich 33,5 Stunden, der ideale
Home-Office-Anteil bei 40,5%. Die maximal akzeptierte Pendeldistanz
beträgt rund 23 Kilometer.
– Fairness ist Trumpf : Faires Gehalt (62%), gutes Arbeitsklima (53%)
und flexible Arbeitszeiten (42%) sind die drei wichtigsten Kriterien
bei der Jobsuche. 87% akzeptieren Überstunden, sofern diese fair
abgegolten werden.
Der österreichische Arbeitsmarkt bleibt aus Sicht der
Beschäftigten herausfordernd, gleichzeitig zeichnet sich bei der
Stimmung eine gewisse Stabilisierung ab. Das zeigt die neueste
Ausgabe des Arbeitsmarkt-Kompass‘ von Marketagent in Kooperation mit
Leitbetriebe Austria. Die wahrgenommenen Chancen, rasch einen neuen
Job zu finden, verharren auf niedrigem Niveau. Auch die Erwartungen
an einen finanziellen Sprung bei einem Wechsel bleiben zurückhaltend.
Der Drang nach beruflicher Veränderung scheint vorerst etwas
nachzulassen: Die Wechselbereitschaft sinkt gegenüber dem ersten
Quartal, während die Zufriedenheit mit dem aktuellen Arbeitgeber
weiter steigt.
Zwtl.: Weniger Lust auf Jobwechsel, mehr Zufriedenheit im aktuellen
Job
Ein Drittel der unselbstständig Beschäftigten in Österreich zeigt
aktuell eine (eher) hohe Bereitschaft, den Job zu wechseln. Mit 33
Prozent liegt dieser Wert unter dem Niveau des ersten Quartals 2026,
als noch 38 Prozent eine hohe Wechselbereitschaft signalisierten.
Gleichzeitig steigt die Jobzufriedenheit leicht auf 84 Prozent. Die
Entwicklung könnte darauf hindeuten, dass Beschäftigte, angesichts
eines als schwieriger wahrgenommenen Arbeitsmarktes, den eigenen Job
wieder mehr zu schätzen wissen.
„ Die große Wechselwelle bleibt vorerst aus. Wir sehen aktuell
eine gewisse Rückbesinnung auf das, was man hat: Die Zufriedenheit
mit dem eigenen Job ist hoch, während die Bereitschaft für einen
Wechsel wieder etwas zurückgeht. Das ist kein Zeichen von Stillstand,
sondern möglicherweise Ausdruck einer nüchterneren Abwägung von
Chancen und Risiken “, analysiert Thomas Schwabl , Gründer und
Geschäftsführer von Marketagent.
Zwtl.: Arbeitsmarkt bleibt aus Sicht der Beschäftigten anspruchsvoll
Denn die Einschätzung der persönlichen Jobaussichten bleibt
weiterhin verhalten. Lediglich 44 Prozent der unselbstständig
Beschäftigten empfinden es aktuell als leicht, einen neuen Job zu
finden. Damit verharrt dieser Wert auf dem Tiefstand des ersten
Quartals. Zu Beginn der Langzeitmessung im dritten Quartal 2023
gingen noch 68 Prozent von positiven Chancen am Arbeitsmarkt aus.
Auch bei den Gehaltsvorstellungen zeigt sich keine neuerliche
Aufwärtsbewegung. Im Schnitt erwarten Beschäftigte bei einem
Jobwechsel eine Gehaltserhöhung von 23 Prozent. Zum Start der
Erhebung Mitte 2023 lag die erwartete Steigerung noch bei rund 29
Prozent.
Zwtl.: Faires Gehalt und gutes Arbeitsklima schlagen Hochglanz-
Benefits
Sehr klar und stabil im Langzeitvergleich fällt die Antwort auf
die Frage aus, was einen attraktiven Arbeitsplatz ausmacht. An erster
Stelle steht ein faires Gehalt: 62 Prozent zählen eine angemessene
Bezahlung zu den wichtigsten Kriterien bei der Jobsuche. Dahinter
folgen ein gutes Arbeitsklima mit 53 Prozent und flexible
Arbeitszeiten mit 42 Prozent. Damit setzt sich ein Trend fort, der
sich bereits in den vergangenen Erhebungen abgezeichnet hat:
Arbeitnehmer*innen legen verstärkt Wert auf verlässliche und
unmittelbar spürbare Rahmenbedingungen.
„ Die Studie bestätigt, dass sich nachhaltige Personalarbeit
auszahlt. Unternehmen, die auf faire Arbeitsbedingungen, transparente
Führung und eine wertschätzende Unternehmenskultur setzen, schaffen
die Grundlage für Motivation, Loyalität und langfristigen Erfolg.
Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten wird deutlich:
Attraktive Arbeitgeber überzeugen nicht durch kurzfristige Anreize,
sondern durch Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit “, so Monica
Rintersbacher , Geschäftsführerin von Leitbetriebe Austria.
Zwtl.: Leistungsbereitschaft ja, aber nicht um jeden Preis
Dass die Beschäftigten keineswegs immer weniger leisten wollen,
zeigt der Blick auf die Einstellung zu Überstunden. 87 Prozent
akzeptieren Mehrarbeit, sofern diese fair abgegolten wird. Der Wunsch
nach einem ausgewogenen Arbeitsalltag bleibt dennoch stabil. Die
ideale Wochenarbeitszeit liegt im Schnitt bei 33,5 Stunden.
Durchschnittlich rund 41 Prozent der Arbeitszeit würden Beschäftigte
bevorzugt im Home-Office verbringen. Für den Arbeitsweg werden im
Schnitt maximal 23 Kilometer in Kauf genommen. Diese Vorstellungen
zeigen sich im Zeitverlauf bemerkenswert konstant und wurden bereits
in der ersten Erhebung Mitte 2023 in sehr ähnlicher Größenordnung
ausgewiesen.