Wels (OTS) – Schon früh im Leben ist man Lärm ausgesetzt, seinen
Folgen ebenso.
Aktuelle Studien zeigen, dass Hörprobleme und Tinnitus bereits in
jungen Jahren auftreten können. Besonders auffällig: Viele
Jugendliche berichten aufgrund von Freizeitlärm, etwa nach
Konzertbesuche oder bei lautem Musikhören mit Kopfhörern, von
Ohrgeräuschen. Um langfristige Lärmschäden zu vermeiden, ist ein
bewusster Umgang mit Lautstärke entscheidend. Hörakustiker
informieren, wie sich das Gehör im Alltag schützen lässt und welche
Möglichkeiten es gibt, belastende Ohrgeräusche zu lindern. Mehr dazu
unter scharfsinn2.at
Lärm zählt nach Luftverschmutzung zu den größten umweltbedingten
Gesundheitsrisiken.[1] Eine der häufigsten Folgen ist Tinnitus – ein
dauerhaftes Pfeifen, Klingeln, Rauschen oder Summen im Ohr, das zur
enormen Belastung werden kann. Fast 15 Prozent der erwachsenen
Bevölkerung in Europa leidet darunter.[2] In Österreich entspricht
das deutlich mehr als eine Million Menschen. Viele unterschätzen die
langfristigen Folgen von Lärm. Was kurzfristig harmlos erscheint,
kann das Gehör nachhaltig schädigen. Entscheidend sind dabei
Lautstärke und Dauer der Belastung. Ein temporärer Tinnitus ist ein
Warnsignal des Gehörs, dass die Belastungsgrenze erreicht wurde.
Wiederholte Lärmeinwirkung erhöht das Risiko für einen chronische
Ohrgeräusche oder dauerhafte Hörschäden.
Zwtl.: Studien zeigen: Probleme beginnen früh
Wie früh die Problematik beginnen kann, zeigt die polnischen
PICTURE-Studie[3]: In einer aktuellen Auswertung von 1.250 Kindern im
Alter von 7 bis 17 Jahren lag die Tinnitus-Häufigkeit bei 4,7 %.
Anders gesagt: 1 von 20 Kindern ist bereits im Schulalter von
belastenden Ohrgeräuschen betroffen. Hörverlust wurde bei 4,5 % der
Burschen und 2,5 % der Mädchen festgestellt. Die Studienautoren
betonen, dass Hörbeeinträchtigungen zunehmend als wichtige Probleme
der öffentlichen Gesundheit mit potenziellen langfristigen Folgen für
die Entwicklung und Kommunikation der Kinder gesehen werden.
Bei Jugendlichen tritt Tinnitus häufig im Zusammenhang mit
Freizeitlärm auf. Eine aktuelle brasilianische Studie ergab, dass 7
von 10 der jungen Menschen von (temporärem) Tinnitus berichten.[4]
Besonders betroffen sind jene, die häufig Kopfhörer bei hoher
Lautstärke nutzen oder sich regelmäßig intensiver Lärmbelastung durch
Konzerte etc. aussetzen. Diese Erkenntnisse zeigen deutlich, dass
Hörprobleme kein Problem des Alters sind, sondern bereits in jungen
Jahren beginnen können.
Zwtl.: Vorbeugen ist entscheidend
Ein Tinnitus kann von selbst abklingen, wenn die Lärmeinwirkung
nur kurzfristig war. Wird der Hörschaden jedoch chronisch (mind. 3
Monate), bleibt er meist lebenslang bestehen. Umso wichtiger ist die
Prävention: Gehörschutz ist einfach sowie effektiv und sollte bei
hoher Lärmbelastung selbstverständlich sein. Speziell für Musiker und
Konzertbesucher gibt es unauffällige Gehörschutzsysteme, die
individuell angepasst werden und die Lautstärke reduzieren, ohne das
Klangerlebnis wesentlich zu verfälschen. Dazu helfen Ruhephasen für
die Ohren und ein bewusster Umgang mit Lautstärke im Alltag.
Für Menschen, die mit lauten Maschinen arbeiten – etwa im Bau,
Handwerk oder in der Industrie – ist Gehörschutz unverzichtbar. Neben
einfachen Ohrstöpseln gibt es heute auch intelligente Systeme mit
elektronischen Filtern. Sie dämpfen schädliche Lärmspitzen,
ermöglichen aber gleichzeitig normales Hören und Kommunizieren. Diese
Schutzstöpsel werden beim Hörgeräteakustiker perfekt an den Gehörgang
angepasst und sind für all jene zu empfehlen, die regelmäßig
übermäßiger Lautstärke ausgesetzt sind.
Zwtl.: 5 Tipps vom Hörakustiker, die einen Tinnitus vorbeugen können:
– Ohren vor lauten Geräuschen schützen; idealerweise mit individuell
angepasstem Gehörschutz
– Beim Musikhören 60:60 Regel beachten: 60 % der Lautstärke für
maximal 60 Minuten am Tag und On-Ear Kopfhörer anstatt In-Ear
Ohrstöpseln tragen (durch Kopfhörer wird der Schall besser verteilt)
– Ruhephasen nach hoher Lärmbelastung. Ein Beispiel: Nach einem
lauten Konzert dem Gehör eine Pause von 10 Stunden gönnen
– Auf einen gesunden Lebensstil achten: Stress reduzieren,
ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Alkohol in Maßen,
Nichtrauchen, gute Schlafhygiene
– Hörminderungen frühzeitig abklären und versorgen lassen
Zwtl.: Was bei Tinnitus hilft
Auch für Betroffene gibt es Unterstützung: Sogenannte Noiser
wirken bei Tinnitus entlastend. Ein Noiser ist ein kleines Gerät im
oder hinter dem Ohr oder eine integrierte Funktion in Hörgeräten. Er
erzeugt ein leises, gleichmäßiges Geräusch – ähnlich wie ein fernes
Meeresrauschen oder das Rascheln von Blättern – und lassen den
Tinnitus in den Hintergrund treten. Auf diese Weise werden die oft
als schrill empfundenen Tinnitus-Töne überlagert. Vielen fällt es
dadurch leichter, die Ohrgeräusche auszublenden. Gleichzeitig setzt
ein Gewöhnungseffekt ein, sodass der Tinnitus im Alltag zunehmend als
weniger störend wahrgenommen wird. Gute Nachricht auch für
Hörgeräteträger: Moderne Hörhilfen verbessern nicht nur das Hören,
sondern können auch den Tinnitus positiv beeinflussen.
Zwtl.: Mehr zur Initiative „Österreich hört hin“
Die Initiative „Österreich hört hin“ möchte das Bewusstsein für
Hörgesundheit in der Bevölkerung stärken und Hemmschwellen abbauen.
Wer rechtzeitig hinhört, hört länger gut – so die zentrale Botschaft.
Ziel ist es, mehr Menschen zu einem Hörtest beim HNO-Arzt oder
Akustiker motivieren und so Hörverlust früh zu erkennen. Hinter der
Initiative steht OPTICON, Dienstleister für rund 80 österreichische
inhabergeführte Hörakustiker. Auf scharfsinn2.at finden Interessierte
umfassende Informationen, einen Online-Selbsttest, einen Hörverlust-
Simulator sowie einen Experten-Finder.
Link-Tipp scharfsinn2.at/oesterreich-hoert-hin
Info-Portal mit
– Information rund um Hörgesundheit
– Online-Hörtest : Selbst-Check für eine erste Einschätzung über
das Hörvermögen
– Hörverlust-Simulator : Erleben wie Hörverlust klingt
– Experten-Finder hilft bei der Suche nach einem Hörakustiker in
der Nähe
Zwtl.: Über die OPTICON Handels GmbH
Seit über 35 Jahren steht die OPTICON Handels GmbH als größter
Dienstleister in Österreich an der Seite inhabergeführter Augenoptik-
und Hörakustikbetriebe. Unter dem Motto „Gemeinsam einzigartig
bleiben“ unterstützt das oberösterreichische Unternehmen mit Sitz in
Wels seine über 240 Mitglieder in den Bereichen Einkauf, Marketing
bis hin zu strategischen Fragen der Unternehmensführung. Ziel ist es,
inhabergeführte Fachbetriebe zu stärken und ihre Wettbewerbsfähigkeit
zu sichern – trotz der Herausforderungen durch große Filialisten und
Discounter.
Mit der OPTICON Akademie gibt es zudem ein breites Angebot an Aus
– und Weiterbildungen – zertifiziert mit dem Ö-Cert Gütesiegel für
Erwachsenenbildung. Damit sorgt OPTICON für eine kontinuierliche
Weiterentwicklung der österreichischen Optik- und Hörakustikbetriebe.
OPTICON beschäftigt aktuell elf Mitarbeiter. Mehr auf
https://www.opticon.co.at
1 https://environment.ec.europa.eu/topics/noise_en?utm_source=
chatgpt.com
2 Biswas R et al. The Lancet Regional Health- Europe; Volume 12,
2022.
3 Piotrowski J et al. Front Public Health. 2026 Mar
25:14:1703400.
4 Allenstein Gondim LM et al.Am J Audiol. 2026 Mar 5;35(1):141-
149.