Vösendorf/Salzburg (OTS) – Trotz eines seit 1992 geltenden totalen
Fütterungsverbots für
Stadttauben hat sich die Situation in Salzburg nicht verbessert. Im
Gegenteil: In Zeiten anhaltender Hitze und Trockenheit verschärft das
strikte Verbot das Leiden der Tiere massiv. Der Wiener
Tierschutzverein/Tierschutz Austria fordert ein modernes,
evidenzbasiertes Taubenmanagement mit betreuten Taubenschlägen,
kontrollierter Fütterung und Wasserversorgung.
„Sinnlose Verbote haben seit 34 Jahren nichts gebracht“ ,
kritisiert Dr.in Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener
Tierschutzvereins/Tierschutz Austria. “Statt einer Reduktion der
Population entstehen durch das Fehlen eines aktiven Managements
weiterhin Krankheitsherde, Kadaver und unnötiges Tierleid.”
Besonders dramatisch wird die Lage in den aktuellen
Hitzeperioden. Ohne Fütterung und ohne die Möglichkeit, Wasser
bereitzustellen, sind die Tauben extremer Dehydration und Hitzestress
ausgesetzt. Stadttauben sind keine selbstversorgenden Wildtiere – sie
sind ehemalige Haustiere, die in der Stadt auf menschliche
Unterstützung angewiesen sind. Ein reines Verbotsregime ohne
Alternativen führt zu Leid und ist tierschutzwidrig.
Der Wiener Tierschutzverein/Tierschutz Austria steht der Stadt
Salzburg mit langjährigem Fachwissen zur Verfügung und fordert die
rasche Umsetzung eines zeitgemäßen Konzepts mit Taubenschlägen,
Eientnahme und artgerechter Versorgung – besonders unter
Berücksichtigung der zunehmenden Hitzebelastung in Städten.
Eine Stadt, die sich als Kulturstadt und Tourismusdestination
positioniert, sollte barbarische Bilder von leidenden und verendenden
Tieren in der Innenstadt dringend vermeiden. Tierschutz ist auch
Tourismusschutz.
„Tierquälereien aller Art werden wir weiter laut anprangern. Die
Gesundheitsministerin ist gefordert: Tierschutz-Organisationen
gehören endlich in den Vollzugs-Beirat!“, so Petrovic abschließend.