10. Todestag von Mag. Karl Duffek: SPÖ-Bildung erinnert an einen prägenden Vordenker der sozialdemokratischen Bildungsarbeit

Wien (OTS) – Anlässlich des 10. Todestages von Mag. Karl Duffek
erinnert die SPÖ-
Bildung an einen der bedeutendsten Gestalter der sozialdemokratischen
Bildungsarbeit in Österreich. Als Bundesbildungssekretär der SPÖ,
langjähriger Direktor des Dr.-Karl-Renner-Instituts, Internationaler
Sekretär der SPÖ und Vizepräsident der Foundation for European
Progressive Studies (FEPS) prägte Duffek über Jahrzehnte die
politische Bildungsarbeit sowie die programmatische Entwicklung der
österreichischen und europäischen Sozialdemokratie. Prof. Dr. Gerhard
Schmid, Bundesbildungsvorsitzender der SPÖ, würdigt Mag. Karl Duffek
als einen der prägenden Köpfe der sozialdemokratischen
Bildungsarbeit: „Wir haben an Karl Duffek vor allem seine
außergewöhnliche Vielseitigkeit geschätzt. Er war Vordenker,
Organisator, Brückenbauer und Intellektueller zugleich. Er hat an
zahlreichen Grundsatz- und Wahlprogrammen der SPÖ mitgearbeitet,
politische Bildungsarbeit auf höchstem Niveau gestaltet und immer
dort Verantwortung übernommen, wo seine Kompetenz gefragt war. Sein
Anspruch, Wissenschaft, politische Praxis und gesellschaftlichen
Dialog miteinander zu verbinden, prägt unsere Arbeit bis heute.“ ****

Wolfgang Markytan, Bundesbildungsgeschäftsführer der SPÖ,
erinnert an Duffeks besondere Rolle in der politischen
Bildungsarbeit: „Mag. Karl Duffek war über viele Jahre hinweg immer
wieder Vortragender in der Wiener Parteischule. Mit seiner
beeindruckenden fachlichen Kompetenz, seiner analytischen Klarheit
und seinem feinen Humor hat er die Teilnehmer*innen begeistert und
nachhaltig geprägt. Es war ihm ein großes Anliegen, politische
Zusammenhänge verständlich zu machen und Menschen zum kritischen
Denken anzuregen. Viele erinnern sich bis heute an seine Vorträge,
die fachlich brillant und zugleich inspirierend waren. Dieses
Verständnis von politischer Bildung ist bis heute Vorbild für unsere
Arbeit.“

Dr.in Barbara Rosenberg, ehemalige Bundesbildungssekretärin der
SPÖ, langjährige stellvertretende Direktorin des Dr. Karl-Renner-
Instituts und Wegbegleiterin von Mag. Karl Duffek, erinnert an
„Charlie“ Duffek: „‚Charlie‘ Duffek war ein außergewöhnlicher
Intellektueller, der politische Bildung mit Leidenschaft und
Weitblick gestaltet hat. Er konnte Menschen zusammenbringen, Debatten
anstoßen und Räume schaffen, in denen neue Ideen entstehen konnten.
Wer mit ihm gearbeitet hat, erinnert sich nicht nur an seine
analytische Schärfe, sondern auch an seinen feinen Humor und seine
große Menschlichkeit.“

Mag. Karl Duffek verstarb am 7. August 2016 nach kurzer schwerer
Krankheit im Alter von nur 54 Jahren. Sein Wirken war geprägt von
intellektueller Klarheit, politischer Integrität und der tiefen
Überzeugung, dass politische Bildung die Grundlage einer lebendigen
Demokratie ist.

Nach seinem Studium der Germanistik, Anglistik und
Sozialwissenschaften begann Duffek seine Tätigkeit am Karl-Renner-
Institut als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Bald übernahm er
Führungsverantwortung als stellvertretender Direktor und leitete das
Institut ab 1999 als Direktor. Von 1998 bis 2001 war er zudem
Bundesbildungssekretär der SPÖ. In all seinen Funktionen setzte er
sich dafür ein, politische Bildung als Ort des kritischen Denkens und
des Dialogs zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu
stärken. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Dr.-Karl-Renner-
Institut zu einem anerkannten Forum für gesellschaftspolitische
Debatten.

Mag. Karl Duffek spielte eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung
des SPÖ-Grundsatzprogramms 1998, initiierte das Diskursprojekt
„Netzwerk Innovation – Zukunftsfähige Politikprojekte“ und trug
wesentlich dazu bei, den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch
zu einer weit über Österreich hinaus anerkannten Auszeichnung
weiterzuentwickeln.

Auch auf europäischer Ebene setzte er nachhaltige Impulse. Als
Internationaler Sekretär der SPÖ war er treibende Kraft bei der
Gründung der Foundation for European Progressive Studies (FEPS), die
2008 ihre Arbeit in Brüssel aufnahm. Bis zu seinem Tod fungierte
Duffek als deren Vizepräsident.

Seine Überzeugungen haben bis heute nichts an Aktualität
verloren. Bereits 2013 schrieb Mag. Karl Duffek: „Die
Sozialdemokratie muss im Dialog definieren, welche Gesellschaft aus
ihrer Sicht wünschenswert wäre. Diese Verantwortung kann ihr nicht
abgenommen werden.“ Wenige Monate vor seinem Tod formulierte er in
seinem Beitrag Wege aus der Krise. Gedanken zur Lage der europäischen
Sozialdemokratie : „Macht und Eigeninteressen werden in der Politik
immer eine Rolle spielen, vor allem aber geht es um die Absicht, dem
Gemeinwesen zu dienen und zu dessen positiver Weiterentwicklung und
auch Veränderung beizutragen. Das mag sich ein wenig utopisch
anhören, Utopie gehört aber zum Wesen der Sozialdemokratie. Darauf
könnte sie sich vielleicht ein bisschen mehr besinnen.“

Mit dem Gedenken an Mag. Karl Duffek erinnert die SPÖ-Bildung an
einen herausragenden Intellektuellen, überzeugten Sozialdemokraten
und Europäer, dessen Wirken die politische Bildungsarbeit weit über
seine Zeit hinaus geprägt hat. Sein Einsatz für demokratischen
Diskurs, kritisches Denken und internationale Vernetzung bleibt
Auftrag und Inspiration für die sozialdemokratische Bildungsarbeit. (
Schluss) bj