Wien (OTS) – Seit 2015 bringt Community Cooking in Wien-Favoriten
Menschen
unterschiedlichster Herkunft an einen Tisch. Was als offene,
interkulturelle Kochrunde in der Gemeinschaftsküche im Kulturhaus
Brotfabrik begann, ist heute ein lebendiger Ort des Austauschs und
der sozialen Teilhabe. „Die Idee hinter Community Cooking ist die,
dass Essen verbindet. Wenn Menschen gemeinsam am Herd stehen, wird
ganz viel möglich. Hier geht es nicht nur um Essen. Es geht um
Begegnung, um Austausch und um Gemeinschaft,“ betont Klaus
Schwertner, Caritasdirektor der Erzdiözese Wien. „Für die Caritas ist
soziale Inklusion das wichtigste Zukunftsthema. Wir setzen uns dafür
ein, dass Menschen mitreden können, vor Armut und Einsamkeit
geschützt werden und Zugang zu leistbarem Wohnen, Bildung und Arbeit
haben. Dafür braucht es starke soziale Netzwerke – Beziehungen,
gelebtes Miteinander und Engagement in der Gesellschaft. Community
Cooking lebt es vor: Gemeinsam kochen verbindet und schafft Nähe“, so
Schwertner weiter.
Projektleiterin Salwa Salib, die seit den Anfängen des Projekts dabei
ist, beschreibt die Idee hinter Community Cooking so: „Seit zehn
Jahren kommen viele Besucher*innen in unserer Küche zusammen, bringen
ihre Inspirationen und Sprachen, ihren Humor und ihre Kultur mit.
Community Cooking ist nicht nur ein Projekt zum gemeinsamen Kochen,
sondern ein Ort zum gegenseitigen Stärken und gemeinsamen Wachsen.“
Gemeinsam wurde am Donnerstag Abend gefeiert und natürlich auch gut
gegessen.
Die Zahlen aus dem Jahr 2024 machen die Wirkung sichtbar: In 39
offenen Kochgruppen kochten rund 900 Gäste gemeinsam. Bei 12 Social
Team Days von Unternehmen wurden von 203 Teilnehmer*innen insgesamt
1.440 Mahlzeiten für armutsbetroffene Menschen in Caritas-
Einrichtungen zubereitet. 886 Personen nahmen an Workshops aus dem
Programm „Gesunde Ernährung Erleben“ teil, 109 Kinder waren bei
Aktivitäten dabei. Rund 50 Mal wurde die Küche an Nachbar*innen oder
externe Gruppen vermietet. Zudem fanden 30 Offene Kochrunden mit
insgesamt 710 Gästen statt. Diese Vielfalt zeigt, dass Community
Cooking in der lokalen Nachbarschaft bereits gut verankert ist.
Salib: „Die Freiwilligengruppe ist ebenso vielfältig wie unsere
Community: Gemeinsam sprechen sie fast 15 Sprachen. Seit 2018
engagiert sich die Gruppe kontinuierlich – und das mit viel Herz.
Besonders schön: Rund die Hälfte der Mitglieder war anfangs selbst
als Besucher*innen bei der Offenen Kochrunde dabei und ist später
Schritt für Schritt in die Rolle von aktiven Unterstützer*innen
hineingewachsen. Gemeinsam gestalten sie heute fast alle
Veranstaltungen mit.“
Ein besonderes Anliegen ist das Thema Nachhaltigkeit: Das Kulturhaus
Brotfabrik ist als Green Location zertifiziert – es wird bewusst auf
Energieeinsparung, Müllreduktion und die Verwendung saisonaler,
regionaler, fair gehandelter und biologischer Lebensmittel geachtet.
Gekocht wird überwiegend vegetarisch oder vegan.
Zwtl.: Treffpunkt Offene Kochrunde
Jeden Dienstag von 17 bis 20 Uhr sind alle Interessierten
herzlich eingeladen, in der Gemeinschaftsküche im Kulturhaus
Brotfabrik mitzukochen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine freiwillige
Spende ist willkommen. Jede Woche werden neue Gerichte aus
verschiedenen Ländern gekocht.