Wirtschaft

Schallmeiner/Grüne zu Adipositas: Adipositas behandeln statt verwalten

Wien (OTS) – Im Vorfeld der für heute anberaumten Pressekonferenz der
Österreichischen Adipositas Gesellschaft und der Ärztekammern für
Wien und Niederösterreich legt der Gesundheitssprecher der Grünen,
Ralph Schallmeiner, einen Vorschlag für einen öffentlich finanzierten
Zugang zu leitliniengerechter Adipositastherapie vor. „Rund 17
Prozent der Menschen in Österreich leben mit Adipositas. Trotzdem
hängt der Zugang zu modernen, medizinisch sinnvollen Therapien
vielfach vom eigenen Einkommen ab. Wer eine Behandlung braucht, muss
sie bekommen – nicht nur dann, wenn mehrere hundert Euro im Monat
privat bezahlt werden können“, sagt Schallmeiner.

Der Antrag „Adipositas behandeln statt verwalten“ sieht eine Zwei
-Stufen-Strategie vor: Als rasch umsetzbare Übergangslösung soll ein
öffentlich finanziertes Therapieprogramm geschaffen werden, bei dem
Patient:innen die Medikamentenkosten nicht vorfinanzieren müssen.
Parallel dazu soll die aus dem Jahr 2004 stammende Liste nicht
erstattungsfähiger Arzneimittelkategorien an den heutigen Stand der
Wissenschaft angepasst und geeignete medikamentöse
Adipositastherapien in die reguläre Erstattung überführt werden.
Voraussetzung sind eine klare medizinische Indikation und ein
verbindliches, strukturiertes Therapie- und Kontrollprogramm. „Die
sogenannte Abnehmspritze ist weder Lifestyle-Produkt noch
Wundermittel. Sie kann aber ein wichtiger Teil einer umfassenden
Therapie sein. Dann darf nicht die Kreditkarte über den Zugang
entscheiden“, betont Schallmeiner.

„Adipositas ist keine Frage mangelnder Disziplin. Einkommen,
Bildung, Arbeitsbedingungen und psychosoziale Belastungen
beeinflussen das Erkrankungsrisiko und den Zugang zu medizinischer
Hilfe. Ausgerechnet jene Menschen, die häufiger betroffen sind,
können sich eine private Langzeittherapie oftmals am wenigsten
leisten“, so Schallmeiner. Der Antrag fordert innerhalb von sechs
Monaten nach seiner Annahme ein mit Ländern und Sozialversicherung
abgestimmtes Umsetzungskonzept und spätestens nach neun Monaten den
österreichweiten Start des Übergangsprogramms.

„Wir werden den Antrag in der kommenden Sitzung des Nationalrats
einbringen und hoffen im Oktober im Gesundheitsausschuss auf breite
Zustimmung. Wenn Expert:innen und Ärztekammern heute die eklatante
Versorgungslücke aufzeigen, liegt ein konkreter politischer
Lösungsvorschlag auf dem Tisch. Gesundheitsministerin Korinna
Schumann darf diese Lücke nicht länger nur verwalten, sondern muss
sie endlich schließen“, betont Schallmeiner.