Rail4Climate: Vier Projekte bringen die Schiene auf Digitalisierungskurs

Wien (OTS) – Der Call des FTI-Förderprogramms Rail4Climate ist
abgeschlossen. Eine
internationale Fachjury hat vier Projekte zur Förderung empfohlen,
die nun ihre Arbeit aufnehmen. Mit Rail4Climate unterstützt der Klima
– und Energiefonds, dotiert aus Mitteln des Bundesministeriums für
Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI), gezielt
Innovationsvorhaben, die Kapazität und Produktivität der Eisenbahn
steigern, den Wirtschaftsstandort Österreich stärken und die
Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen ausbauen. Gefördert
werden kooperative Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit einer
Laufzeit von bis zu 36 Monaten.

Die vier ausgewählten Vorhaben setzen an unterschiedlichen
Stellen des Bahnbetriebs an: INNO4LEGACY schafft die technischen
Grundlagen für die Nachrüstung bestehender Lokomotiven mit der
Digitalen Automatischen Kupplung. SARI-Lumberjack 2 entwickelt
selbstfahrende, elektrisch angetriebene Güterwagen für den
wirtschaftlichen Transport auf der ersten und letzten Meile. HERD-AT
verbindet Daten aus Radsatz- und Lärmmonitoring zu einer
harmonisierten Basis für die zustandsorientierte Instandhaltung von
Güterwagen. SMACS4M setzt auf Künstliche Intelligenz und Digital
Twins, um die Instandhaltung von Schienenfahrzeugen vorausschauend zu
gestalten.

Mobilitätsminister Peter Hanke : „Ein moderner Bahnsektor ist ein
zentraler Wettbewerbsfaktor für den Wirtschaftsstandort Österreich.
Mit Rail4Climate bringen wir innovative Entwicklungen rascher in die
Anwendung und schaffen die Voraussetzungen dafür, Kapazitäten
auszubauen, Prozesse zu automatisieren und die Leistungsfähigkeit der
Schiene nachhaltig zu erhöhen. Davon profitieren Unternehmen,
Beschäftigte und der Klimaschutz gleichermaßen.“

Bernd Vogl , Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds:
„Österreich verfügt über eine starke Bahnindustrie und hohe
technologische Kompetenz. Rail4Climate unterstützt Unternehmen und
Forschungseinrichtungen dabei, innovative Lösungen bis zur
industriellen Umsetzung weiterzuentwickeln. Damit stärken wir die
Innovationskraft heimischer Betriebe, schaffen Wertschöpfung am
Standort und leisten einen Beitrag zu einem leistungsfähigen und
nachhaltigen Verkehrssystem.“

Ein leistungsfähiger Bahnsektor ist eine wesentliche
Voraussetzung für ein nachhaltiges, energieeffizientes Verkehrssystem
und für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Österreich.
Digitalisierung und Automatisierung schaffen die Grundlage dafür,
bestehende Infrastrukturen besser auszulasten, Prozesse effizienter
zu gestalten und Innovationen rascher in die industrielle Anwendung
zu überführen. Rail4Climate schließt dabei gezielt die Lücke zwischen
Forschung und Markt und stärkt die Position heimischer Unternehmen in
einem international wachsenden Zukunftsmarkt. Gleichzeitig tragen die
Projekte dazu bei, die Produktivität des Bahnsektors zu erhöhen,
Ressourcen effizienter einzusetzen und die Resilienz des
österreichischen Mobilitätssystems weiter auszubauen.

Zwtl.: Über das Programm „Rail4Climate“

Das Förderprogramm Rail4Climate richtet sich an industrielle und
produzierende Unternehmen, Infrastrukturbetreiber:innen,
Eisenbahnverkehrsunternehmen, Dienstleister:innen des Bahnsektors
sowie Forschungseinrichtungen. Gefördert werden Projekte mit hohem
Technologiereifegrad, die eine Brücke zwischen Forschung und
industrieller Anwendung schlagen. Das Förderprogramm konzentriert
sich auf drei Schwerpunkte: den Bahnbetrieb, die Datennutzung und die
Instandhaltung. Die nun ausgewählten Projekte setzen genau an diesen
Hebeln an und schaffen die Grundlage dafür, neue Technologien
schneller in den betrieblichen Einsatz zu bringen. Rail4Climate steht
damit für einen starken, zukunftsweisenden Bahnsektor in Österreich
und stellt die Weichen für noch mehr Leistung und Effizienz bei
klimafreundlicher Mobilität. Der aktuelle Fördercall ist noch bis
16.9.2026 geöffnet, nähre Informationen dazu unter
https://www.klimafonds.gv.at/foerderung/rail4climate/ und unter
https://rail4climate.gv.at/ .

Zwtl.: Die geförderten Projekte im Überblick

INNO4LEGACY Das Projekt analysiert die Nachrüstung bestehender
Lokomotiven mit der Digitalen Automatischen Kupplung (DAK) und
entwickelt einen Leitfaden für deren Zulassung. Damit werden wichtige
Grundlagen für die Digitalisierung des europäischen
Schienengüterverkehrs geschaffen und die Einführung neuer
Technologien in Bestandsflotten erleichtert.

SARI-Lumberjack 2 entwickelt selbstfahrende Güterwagen mit
elektrischem Antrieb für Verschub sowie Transporte auf der ersten und
letzten Meile weiter. Ziel ist es, den Schienengüterverkehr
wirtschaftlicher zu machen, Transportleistungen von der Straße auf
die Schiene zu verlagern und den Übergang in den Realbetrieb
vorzubereiten.

HERD-AT verknüpft Daten aus Radsatz- und Lärmmonitoring mit
Informationen aus Wartung und Instandhaltung, um die Grundlage für
eine zustandsorientierte Instandhaltung von Güterwagen zu schaffen.
Gleichzeitig wird eine harmonisierte Datenbasis entwickelt, die eine
internationale Vergleichbarkeit der Diagnosedaten ermöglicht.

SMACS4M entwickelt und validiert intelligente
Instandhaltungslösungen auf Basis von Künstlicher Intelligenz,
Machine Learning und Digital Twins. Dadurch sollen Wartungskosten
gesenkt, die Verfügbarkeit von Fahrzeugen erhöht sowie Ressourcen
effizienter eingesetzt werden. Die entwickelten Methoden sind auch
auf weitere Anwendungen im Mobilitäts- und Gebäudebereich
übertragbar.