Diakonie: Anrechenbarkeit des Freiwilligen Sozialjahrs auf den Zivildienst bewahren!

Wien (OTS) – „Mit großer Sorge blicken wir auf Pläne, die
Anrechenbarkeit des
Freiwilligen Sozialjahres auf den Zivildienst abzuschaffen“,
appelliert die Diakonie im Namen tausender engagierter Jugendlicher
an die Parlamentsparteien. „Sollte Wehr- und Zivildienst verlängert
werden, ist es wiederum sinnvoll, das Freiwillige Sozialjahr nicht
über zwölf Monate hinaus zu verlängern, da die Dauer des Dienstes mit
den Bildungs- und Lebenswegen der Jugendlichen vereinbar bleiben
muss.“

Zwtl.: Keine Bestrafung von Engagement

Es ist widersprüchlich, junges Engagement fördern zu wollen,
während man gleichzeitig Hürden für jene aufbaut, die bereit sind,
sich für andere einzusetzen. Eine Abschaffung der Anrechenbarkeit von
FSJ auf den Zivildienst wäre ein falsches Signal für engagierte junge
Männer.

Zwtl.: Mehr Männer in Sozialberufen

Die Verschlechterungen im FSJ würden nicht nur das Engagement
junger Männer schwächen, sondern auch die Bemühungen, sie für
Sozialberufe zu gewinnen. Mehr als 70 % der FSJ-Absolvent:innen
entscheiden sich im Anschluss für eine Tätigkeit im Sozial- oder
Pflegebereich. Der Zivildienst und das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ)
sind für Jugendliche bedeutende Phasen, in denen sie nicht nur
gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, sondern auch wesentliche
berufliche und persönliche Erfahrungen sammeln können.

Zwtl.: Stärkung statt Diskriminierung von Zivildienern: Tätigkeiten
erweitern, Kindergarten aufwerten

Kritisch sieht die Diakonie Bestrebungen den Zivildienst noch
weiter der militärischen Landesverteidigung unterzuordnen. Vielmehr
sollte der Zivildienst der sozialen Sicherheit des Landes dienen und
zu einem Sozial- und Friedensdienst verbessert werden. Genauso wie
internationale Einsätze. Demokratie, Frieden und soziale Sicherheit
müssen international gefördert werden.
Um den Zivildienst zu stärken, sollten die Hilfstätigkeiten der
Zivildienstleistenden erweitert werden. Ein qualifizierter Einsatz
der jungen Menschen ist immer noch mit bürokratischen, praktischen
und finanziellen Hürden verbunden. Weiters ist eine Aufwertung des
Zivildienstes in Kindergärten wichtig. Jetzt sind sie in Kategorie 3
eingestuft, d.h. es gibt kein Zivildienstgeld vom Bund. „Wieso
Kindergärten nicht gefördert werden, ist für uns nicht erschließbar“,
so die Diakonie.

Zwtl.: Engagement Jugendlicher: lange diakonische Tradition

Sowohl der Zivildienst als auch das Freiwillige Sozialjahr (FSJ)
haben eine lange Tradition in der Diakonie. Die Geschichte des FSJ
reicht in das 19. Jahrhundert zurück, damals wurde es „diakonisches
Jahr“ genannt. Ein formelles „Freiwilliges Soziales Jahr“ (FSJ)
erhielt durch das Freiwilligengesetz 2012 seine moderne gesetzliche
Grundlage.