Wien (OTS) – Die anhaltende Dürre trifft Bauernfamilien in ganz
Österreich mit
voller Härte. Auf seinem eigenen Hof in Nöchling zeigt Bauernbund-
Präsident Abg.z.NR DI Georg Strasser , was die außergewöhnliche
Trockenheit konkret bedeutet: Wo normalerweise das Futter für seine
Kühe wächst, ist die Wiese heuer völlig verdörrt. Was hier sichtbar
wird, erleben derzeit viele Bäuerinnen und Bauern im ganzen Land:
Wiesen und Äcker vertrocknen, Ernten fallen geringer aus und auf
tierhaltenden Betrieben wird das Futter knapp.
„Da, wo ich jetzt stehe, sollte eigentlich das Futter für unsere
Kühe wachsen. Aber die Wiese ist komplett ausgedörrt. Hier wächst
heuer fast nichts mehr. Der Klimawandel ist für uns Bäuerinnen und
Bauern keine abstrakte Debatte. Wir erleben seine Folgen jeden Tag
auf unseren Äckern, Wiesen und in den Ställen“, betont Strasser .
Zwtl.: Bauernfamilien arbeiten täglich für Österreich
Die Folgen der Dürre reichen weit über geringere Erträge hinaus.
Fehlendes Futter, steigende Kosten und wirtschaftliche Unsicherheit
bringen zahlreiche Betriebe an ihre Grenzen. Gleichzeitig arbeiten
die Bäuerinnen und Bauern jeden Tag dafür, die Menschen in Österreich
verlässlich mit hochwertigen Lebensmitteln zu versorgen.
„Unsere bäuerlichen Familienbetriebe kümmern sich um ihre Tiere,
bewirtschaften ihre Felder und Wiesen und stehen bei jedem Wetter
draußen. Wenn eine solche Dürre kommt, geht es nicht nur um ein paar
Prozent weniger Ertrag. Es geht um die Zukunft ganzer Höfe und damit
auch um die heimische Lebensmittelversorgung“, erklärt Strasser .
Zwtl.: „Pauschale Schuldzuweisungen ärgern uns gewaltig“
Strasser wehrt sich entschieden dagegen, dass die Landwirtschaft
in der öffentlichen Klimadebatte immer wieder pauschal als
Verursacher und Sündenbock dargestellt wird.
„Wir sehen, wie Wiesen verdorren, Ernten ausfallen und das Futter
für unsere Tiere fehlt. Und trotzdem werden ausgerechnet wir
Bäuerinnen und Bauern immer wieder pauschal als Schuldige
hingestellt. Das ärgert uns gewaltig und wird den vielen Leistungen
unserer Bauernfamilien für den Klimaschutz in keiner Weise gerecht“,
so Strasser .
Zwtl.: Konkrete Leistungen für Klima und Artenvielfalt
Die österreichische Landwirtschaft hat ihre
Treibhausgasemissionen seit 1990 um knapp 16 Prozent gesenkt. Mehr
als 80 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe nehmen am
Agrarumweltprogramm ÖPUL teil. Sie setzen freiwillig Maßnahmen um,
die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen und der gesamten
Gesellschaft zugutekommen.
Ein konkretes Beispiel ist der Anbau von Zwischenfrüchten auf
rund 270.000 Hektar Ackerfläche. Dadurch bleiben die Böden länger
bedeckt, werden vor Erosion geschützt und können mehr Humus aufbauen
und Kohlenstoff speichern.
Darüber hinaus werden in Österreich rund 240.000 Hektar als
Naturschutz- und Biodiversitätsflächen bewirtschaftet. Das entspricht
mehr als jedem zehnten Hektar der landwirtschaftlichen Nutzfläche
außerhalb der Almen. Blühflächen, Streuobstwiesen, Feuchtwiesen und
Trockenrasen bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten wertvolle
Lebens-, Nahrungs- und Rückzugsräume.
„Wir Bäuerinnen und Bauern gehören zu den wenigen Berufsgruppen,
die bei ihrer täglichen Arbeit auch CO₂ binden. Wir produzieren
hochwertige Lebensmittel, bauen Humus auf, bewirtschaften unsere
Wälder und erhalten wertvolle Lebensräume. Wer über Klimaschutz
spricht, darf diese Leistungen nicht einfach ausblenden. Die
Landwirtschaft ist beim Klimaschutz ein unverzichtbarer Teil der
Lösung“, unterstreicht Strasser .
Zwtl.: Unterstützung statt Schuldzuweisungen
Auch umfassende Vorsorge und konkrete Klimaschutzmaßnahmen können
eine außergewöhnliche Dürre wie heuer nicht verhindern. Für besonders
betroffene Betriebe braucht es deshalb rasche, unbürokratische und
treffsichere Unterstützung.
„Unsere Bauernfamilien wollen auch in Zukunft hochwertige
Lebensmittel für Österreich produzieren. Dafür arbeiten sie jeden Tag
hart. Wer die heimische Versorgung sichern will, muss jetzt hinter
ihnen stehen. Was sie brauchen, sind rasche Hilfe, Anerkennung für
ihre Leistungen und ein Ende der pauschalen Schuldzuweisungen“, so
Strasser abschließend.
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