Wien (OTS) – Wien, 13.8.26 – In Wien stehen rund 2.127 Hektar
gewidmete
Betriebsflächen zur Verfügung, das entspricht rund 5 Prozent der
Stadtfläche. Gleichzeitig sind nur noch 6 Prozent der Betriebszonen
unbebaut, während rund zwei Drittel des Bestands hohen
Erneuerungsbedarf aufweisen.
„Wer heute einen bestehenden Standort modernisieren oder
erweitern will, stößt oft auf Regeln, Verfahren und Kostenstrukturen,
die eher auf Neubau als auf Umbau ausgerichtet sind“, erklärt Stefan
Ehrlich-Adám, Obmann der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer
Wien. „Dabei brauchen wir gerade im Bestand mehr Flexibilität,
schnellere Verfahren und rechtliche Klarheit, damit Betriebe in Wien
investieren können.“
Gerade darin liegt aus Sicht der Wiener Industrie die zentrale
Herausforderung: Viele Bestandsimmobilien sind für heutige
Produktionsabläufe, technische Anforderungen, Energiefragen oder
Logistik nur schwer und teuer adaptierbar. Dazu kommen hohe Grund-,
Bau- und Finanzierungskosten sowie langwierige und zersplitterte
Genehmigungsverfahren, die Investitionen zusätzlich erschweren.
Eine einzige Ansprechstelle
Die Sparte Industrie fordert daher einen One-Stop-Shop für
produktive Vorhaben, der Betriebsanlagen-, Bau- und Umweltverfahren
bündelt, sowie eine Fast-Track-Schiene für industrielle Neubau- und
Umbauprojekte. Planungs- und Investitionssicherheit steigen nur dann,
wenn Zuständigkeiten klar, Abläufe transparent und Verfahren deutlich
schneller werden.
„Mehrgeschoßige und vertikale Produktionslösungen sind in einer
wachsenden Stadt sicher ein Teil der Antwort. Aber man darf nicht so
tun, als wäre das einfach. Solche Projekte sind komplex, teuer und
nur dann realistisch, wenn Widmung, Infrastruktur,
Betriebsanlagenrecht und Bauvorgaben wirklich zusammenspielen“, sagt
Ehrlich-Adám.
Moderne Betriebsflächen für modern Betriebe
Neben der Sicherung gewidmeter Betriebsflächen braucht es daher
vor allem bessere Bedingungen für den Bestand: praxistaugliche
Umbauvorgaben, klare Regeln für Adaptierungen und einen Rechtsrahmen,
der Bestandserneuerung nicht wie Neubau behandelt. Denn leistbare
Flächen entstehen in Wien künftig vor allem durch Nachverdichtung und
die Modernisierung bestehender Standorte.
Der produktive Sektor sichert in Wien rund 112.000 Arbeitsplätze
und steht für etwa 12 Prozent aller unselbstständig Beschäftigten.
„Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass die Wiener Industrie kaum
etwas mit dem veralteten Bild rauchender Fabrikschlote zu tun hat“,
unterstreicht Ehrlich-Adám. „Bei unseren Betrieben handelt es sich
größtenteils um hochmoderne und vor allem saubere Betriebe, die zum
Beispiel in den Bereichen Pharmazeutik, Nahrungsmittel oder
Elektronik arbeiten. Daher ist auch eine Durchmischung von
Wohngebieten und Gebieten mit produktiven Unternehmen anzustreben.
Denn schlussendlich geht es darum, dass Menschen, die in Wien leben,
auch in Wien arbeiten wollen.“
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