Hanel-Torsch/Anderl/Hörmann: „Equal Pension Day“ am 9. August zeigt: Frauen von Altersarmut verstärkt bedroht

Wien (OTS) – Frauen in Österreich erhalten um ca. 1.050 Euro (39,4
Prozent)
weniger Pension als Männer

Der Equal Pension Day markiert jährlich den Tag, an dem Männer
bereits so viel Pension bezogen haben wie Frauen erst bis zum
Jahresende erhalten haben werden. Im Jahr 2026 ist dies in Österreich
der 9. August.

Frauen bekommen im Durchschnitt um 39,4 Prozent niedrigere
Pensionsbezüge als Männer.

Lohnschere und Pensionslücke schließen

„Wir wissen, dass Altersarmut überwiegend weiblich ist. Das
dürfen wir nicht einfach so hinnehmen. Es ist einfach nicht zu
akzeptieren, dass Frauen eine dramatisch niedrigere Pension erhalten
als Männer“, bekräftigt Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch anlässlich
des österreichweiten Equal Pension Day.

„Wir wissen, wo es anzusetzen gilt und woran wir weiter intensiv
arbeiten müssen: faire Einkommen für Frauen! Das ist die
Grundvoraussetzung für eine gerechte Pension. Frauen sind nach wie
vor mehrfach belastet. Unbezahlte Arbeit wird größtenteils von Frauen
verrichtet. Diese Zeit fehlt beim Lebenseinkommen und wirkt sich
gnadenlos auf die monatliche Pensionshöhe aus. Unser klares Ziel muss
es sein, die unbezahlte Care-Arbeit gerecht zu verteilen, um die
Lohnschere zu schließen. Denn nur eine gerechte Verteilung der Arbeit
gibt Frauen die Sicherheit für ein unabhängiges und selbstbestimmtes
Leben – gerade auch im Alter! Dafür brauchen wir gleichen Lohn für
gleiche Arbeit und Lohntransparenz“, so Hanel-Torsch.

„Wer Altersarmut von Frauen wirklich bekämpfen will, muss dort
ansetzen, wo sie entsteht: im Erwerbsleben“, fordert AK Präsidentin
Renate Anderl. „Viele Frauen arbeiten Teilzeit, weil Unternehmen
keine Vollzeitstellen anbieten und die Arbeitsbedingungen in vielen
Branchen belastend sind. Frauen tragen zudem den Großteil der
unbezahlten Arbeit – sie kümmern sich um Kinder, übernehmen die
Hausarbeit und pflegen Angehörige. Wer heute in Teilzeit gedrängt
wird, weniger verdient und mehr unbezahlte Arbeit leistet, hat später
eine geringere Pension. Solange es keine gerechten Vollzeitangebote
gibt und die unbezahlte Arbeit fast ausschließlich von Frauen
getragen wird, bleibt die Pensionslücke bestehen. Wir brauchen
gleiche Chancen, bessere Rahmenbedingungen und eine gerechte
Verteilung der unbezahlten Arbeit.“

„Politik und Betriebe müssen dafür sorgen, dass Arbeiten bis zur
Pension möglich ist, hier gilt es an mehreren Hebeln anzusetzen.
Transparenz ist ein wesentlicher Schlüssel zu mehr Gerechtigkeit. Nur
wenn Entgeltstrukturen transparent sind und daher nachvollziehbar
ist, wer warum wie viel verdient, kann die Lohnschere geschlossen
werden“, fordert Christa Hörmann, geschäftsführende ÖGB-
Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzende einmal mehr die rasche
Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie. Natürlich braucht es auch
gute Arbeitsbedingungen, präventive Gesundheitsförderung und
altersgerechte Lösungen. Ebenso wesentlich zur Schließung der
Lohnschere und der Pensionslücke ist es, Rahmenbedingungen für echte
Gleichstellung von Männern und Frauen im Berufsleben zu schaffen: Das
funktioniert nur wenn es in Österreich leistbare
Kinderbetreuungsplätzen gibt. Kinderbetreuung ist keine Privatsache,
alle Frauen sollen die Möglichkeit zur Vereinbarkeit von Beruf und
Familie bekommen“, so Hörmann.

Unbezahlte Arbeit wirkt sich auf Einkommen und Pension aus

Frauen beziehen eine wesentlich niedrigere Pension als Männer. Je
höher das monatliche Erwerbseinkommen ist und umso mehr
Beitragsmonate geleistet werden, umso höher ist auch die spätere
Pension. Während ihrer Erwerbstätigkeit verdienen Frauen jedoch
weniger als Männer und zahlen daher niedrigere Beiträge in die
Pensionskasse ein.

Frauen leisten zudem mehr unbezahlte Arbeit, wodurch die
Vereinbarkeit von Arbeit und Familie schwieriger wird. Das ist einer
der Gründe, warum viele Frauen in Teilzeit arbeiten – allerdings
verringert jedes Jahr in Teilzeit- statt Vollzeit-Beschäftigung die
spätere Pensionshöhe. Während Männer in Österreich im Durchschnitt
aller Alterspensionen gerundet monatlich 2.664 Euro beziehen,
erhalten Frauen gerundet mit 1.614 Euro um ca. 1.050 Euro weniger.

In Wien sind die Pensionen von Frauen höher als im Rest
Österreichs

Frauen in Wien beziehen mit 1.834 Euro pro Monat österreichweit
die höchste Pension. In Wien liegt der Pensionsunterschied zwischen
Frauen und Männern bei 27,4 Prozent. So findet in Wien auch der
späteste Equal Pension Day Österreichs statt: am 21. September.

Informationsoffensive am 7.8. auf der Mariahilfer Straße und
online

Das Frauenservice Wien informiert in Kooperation mit den ÖGB-
Frauen und der AK Wien – Frauen und Gleichstellungspolitik,
anlässlich des österreichweiten Equal Pension Days am Freitag, den
7.8.2026 von 11 Uhr bis 14 Uhr auf der Mariahilfer Straße (Höhe Nr.
45) zum Thema. Der Städtebund unterstützt auch heuer wieder mit
Informationsmaterialien zum Thema Pensionen und
Einkommensgerechtigkeit.

Alle Alterspensionen

Österreich/Wien

Alle Alterspensionen monatlich: 2.060/2.103

Männer: 2.664/2.527

Frauen: 1.614/1.834

Differenz in Prozent/“Pension Gap“: 39,4/27,4

Pension Gap in Tagen (= Minus): 144/100

Equal Pension Day 2025: 07.08./19.09.

Im Vergleich zu 2025: +2/+2

Berechnung: MA 23 – Wirtschaft, Arbeit und Statistik der Stadt
Wien

Verbesserung Equal Pension Day in Tagen 2015 – 2026

2015/2026

Wien: 31 Tage – 21.08./21.09.

Burgenland: 23 Tage – 15.07./07.08.

Niederösterreich: 18 Tage – 21.07./08.08.

Österreich: 14 Tage – 26.07./09.08.

Oberösterreich: 13 Tage – 07.07./20.07.

Steiermark: 12 Tage – 21.07./02.08.

Salzburg: 11 Tage – 25.07./05.08.

Vorarlberg: 11 Tage – 03.07./14.07.

Kärnten: 9 Tage – 02.08./11.08.

Tirol: 6 Tag – 19.07./25.07.

Die Kampagne des Österreichischen Städtebundes informiert u.a.
mit einem Erklärvideo: https://www.staedtebund.gv.at/equal-pension-
day/