Bundesregierung plan- und tatenlos: Wassermangel, Hitzerekorde, Ernteausfälle

Wien (OTS) – Die aktuellen klimatischen Entwicklungen und die
Temperaturextreme in
Österreich kommen nicht überraschend. Vor den Folgen solcher Wetter-
Ereignisse warnen Expert:innen seit Jahrzehnten, seit vielen Jahren
ist klar, welche Ziele erreicht und welche Maßnahmen gesetzt werden
müssen.

„Was gegen die Klimakrise hilft, ist kein Geheimnis: Konsequenter
Klimaschutz und massive Emissionsreduktion auf der einen Seite,
Investitionen in Katastrophenschutz und Anpassungsmaßnahmen auf der
anderen Seite“, so Hannah Keller, Klima- und Energiesprecherin bei
GLOBAL 2000. „Doch statt Klimaschutzgesetz und Maßnahmenbudget schaut
die Bundesregierung tatenlos zu, während Österreich unter Rekordhitze
leidet.“

Zwtl.: Trinkwasserknappheit

In vielen Gemeinden Österreichs wurden Einwohner:innen in den
letzten Tagen und Wochen dazu aufgerufen, Trinkwasser zu sparen.
Pools sollen nicht befüllt, Autos nicht gewaschen und Gärten nur
sparsam gegossen werden. Die Stadt Wien musste einige Gemeinden, die
an der Wiener Hochquellleitung hängen, von der Wasserzufuhr nehmen,
um den eigenen Bedarf sicher decken zu können. Gleichzeitig sinkt
auch die Qualität der heimischen Gewässer, wo immer öfter vor
Blaualgen, kippendem Wasser und anderen hitzebedingten
Qualitätsmängeln gewarnt und dringend vom Baden abgeraten wird.

„Die Klimakrise ist auch in Österreich kein Komfortproblem mehr!
Kein etwas wärmerer Sommer, sondern eine tatsächliche Gefahr für die
Gesundheit. Die letzte Hitzewelle brachte mehrere hundert Hitzetote
mit sich. Durch Wasserknappheit werden auch Möglichkeiten zum
Abkühlen weniger. Darunter leiden besonders Menschen, die im
mehrgeschossigen Wohnbau ohne Garten, Balkon oder Klimaanlage
auskommen müssen“, so Keller. „Gleichzeitig sollen bei Rechenzentren-
Projekten wie in Kronstorf tausende Liter Wasser die Sekunde in
Kühlsysteme fließen. Es wird Zeit, dass die Regierung hier klar das
Wohlergehen der Bevölkerung priorisiert und Wasserversorgung
sicherstellt, nicht die Profite von Milliardenkonzernen – und dafür
braucht es mehr als einen Trinkwassergipfel ohne konkrete
Ergebnisse.“

Zwtl.: Wirtschaftliche Katastrophe

Nicht nur Bürger:innen leiden unter der Hitze. Der heimischen
Landwirtschaft machen Tempertur und Trockenheit massiv zu schaffen.
Manche Landwirte berichten von bis zu 100% Ernteausfällen.
Futtermangel lässt Viehzüchter ihre Tiere vorzeitig zur Schlachtung
bringen. „Oft werden wir mit der Erzählung konfrontiert, dass
Klimaschutz schlecht für die Wirtschaft sei, doch was Expert:innen
seit Jahren sagen, wird jetzt sichtbar: Die größte Bedrohung für die
Wirtschaft ist die Klimakrise“, erklärt Keller. „Wetterextreme wie
wir sie im Moment sehen sind für viele Landwirt:innen
existenzbedrohend und werden mit jedem Zehntel Grad globalem
Temperaturanstieg häufiger.“

Zwtl.: Tatenlosigkeit nicht mehr tragbar

Während Wasserknappheit, Ernteausfälle und Trockenheit die
Bürger:innen Österreichs vor immense Herausforderungen stellen,
fehlen die Antworten der Bundesregierung. „Tatenlos zusehen darf
keine Option mehr sein. Die Bundesregierung muss schnellstmöglich ein
effektives Klimaschutzgesetz auf den Weg bringen. Vor allem muss sie
jetzt handeln und Budget und Ressourcen zur Verfügung stellen um
betroffene Menschen zu unterstützen. Milliardenbudgets für
Autobahnprojekte und klimaschädliche Subventionen einzuplanen,
Konzerne und Superreiche nicht fair zu besteuern und gleichzeitig bei
der dringend nötigen Hilfe für Betroffene zu sparen, zeugt von
absoluter Verantwortungslosigkeit“, so Keller abschließend.