Wien (OTS) – Der fünfte Hate-Crime-Lagebericht des Bundesministeriums
für Inneres
zeigt ein stabiles, aber weiterhin hohes Anzeigenaufkommen: Mit 6.751
vorurteilsmotivierten Straftaten und 7.327 Vorurteilsmotiven blieben
die Zahlen im Jahr 2025 gegenüber 2024 konstant. Zugleich stieg die
Aufklärungsquote auf 71 Prozent. Häufigster Tatort bleibt das
Internet – und ein Drittel der Tatverdächtigen ist jünger als 21
Jahre.
Der Bericht dokumentiert Straftaten mit vorurteilsmotivierten
Tatmotiven wie Herkunft, Religion, Geschlecht oder Weltanschauung.
Ziel ist, ein Bild über Ausmaß und Entwicklung von Hasskriminalität
zu zeichnen und die Gegenmaßnahmen sichtbar zu machen.
„Die Bekämpfung von Hasskriminalität ist eine konkrete,
alltägliche Herausforderung und notwendig für unseren
gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die konsequente Ermittlungstätigkeit
der Sicherheitsbehörden hat zu einer gestiegenen Aufklärungsquote von
nunmehr 71 Prozent geführt“, sagte Innenminister Gerhard Karner.
Hasskriminalität passiert vor allem online
Der häufigste Tatort ist mit 1.917 Fällen das Internet. Drei
Viertel aller Hasspostings waren Verstöße gegen das Verbotsgesetz,
ein Fünftel entfiel auf Straftaten gegen den öffentlichen Frieden,
wie Verhetzung. Ein Drittel der Tatverdächtigen ist jünger als 21
Jahre. Hass wird vorwiegend im Netz gesät und trifft meist junge
Menschen zuerst. Genau dort setzen Präventionsschwerpunkte wie
‚Sicher und FAIRnetzt‘ und der Nationale Aktionsplan der
Bundesregierung gegen Hasskriminalität an.
Verstöße gegen das Verbotsgesetz am häufigsten
86 Prozent der Tatverdächtigen sind Männer (Gesamtkriminalität:
78 Prozent), 28 Prozent haben keine österreichische
Staatsbürgerschaft (Gesamtkriminalität: 48 Prozent). Ein Drittel der
Tatverdächtigen war zum Zeitpunkt der Registrierung unter 21 Jahre
alt.
62 Prozent der 1.575 Opfer gewaltbezogener Hasskriminalität sind
Männer. Bei den häufigsten Delikten – Körperverletzung, gefährliche
Drohung und Nötigung – war die nationale bzw. ethnische Herkunft in
allen Altersgruppen das dominante Motiv.
Den größten Anteil der dokumentierten Vorurteilsmotive machten
Verstöße gegen § 3g Verbotsgesetz mit 2.939 Motiven (rund 40 Prozent)
aus, gefolgt von Sachbeschädigungen (1.021 Motive, 14 Prozent),
Körperverletzungen (595 Motive, acht Prozent), Verhetzungen (545
Motive) und gefährlichen Drohungen (529 Motive).
Zur Bekämpfung von Hasskriminalität setzt das Innenministerium
auf gezielte Maßnahmen, wie die intensive Schulung von Polizistinnen
und Polizisten, um Vorurteilsmotive besser zu erkennen und konsequent
zu verfolgen. Ergänzend fördert das BMI Sensibilisierungs- und
Präventionsarbeit – auch an Schulen, um junge Menschen frühzeitig
aufzuklären.
Der Bericht steht auf www.bmi.gv.at zum Download zur Verfügung.
Link:
https://www.bmi.gv.at/408/projekt/files/244_2026_hate_crime_bericht_-
2025_v20260717_webbf.pdf