Zadić/Grüne: Greenpeace-Bericht zu Klebetattoos ist weiteres Alarmsignal – Kinder endlich wirksam vor giftigen Chemikalien schützen

Wien (OTS) – „Der neue Greenpeace-Bericht zeigt einmal mehr, dass
Kinder noch
immer nicht ausreichend vor gefährlichen Chemikalien in
Alltagsprodukten geschützt werden. Es ist nicht der erste
Produkttest, der problematische Stoffe in Kinderprodukten aufdeckt –
und genau das ist das eigentliche Problem. Es kann nicht sein, dass
diese Produkte unkontrolliert erhältlich sind. Hier sind die Behörden
gefordert und sollten dringend handeln“, kritisiert Alma Zadić,
stellvertretende Klubobfrau und Konsument:innenschutzsprecherin der
Grünen.

In sämtlichen getesteten Produkten wurden Schadstoffe gefunden.
Diese reichen von PFAS über Weichmacher bis hin zu Schwermetallen wie
Blei und Nickel. Die gefundenen Stoffe gelten als reproduktions- und
entwicklungstoxisch und sind daher in Kosmetika in der EU verboten.
Klebetattoos sind ein Grenzfall zwischen Spielzeug und Kosmetik, ein
sogenanntes „Borderline Produkt“. Weil Klebetattoos solange auf der
Haut von Kindern verbleiben, sollten sie sowohl den europäischen
Chemikalienschutzbestimmungen der REACH-Verordnung entsprechen als
auch unter die besonderen Vorgaben der europäischen
Spielzeugverordnung fallen.

Zadić verweist auf die strengen Anforderungen an Spielzeug, weil
Kinder einen besonderen Schutz genießen: „Wenn Produkte direkt auf
die Haut von Kindern aufgebracht werden, darf ein gefährlicher
Chemiekalien-Cocktail darin keinen Platz haben.“

Besonders alarmierend sei, dass laut dem Bericht erneut jene
Produkte, die auf Billigplattformen wie Temu und SHEIN verkauft
werden, zu den am stärksten belasteten zählen, so Zadić: „Diese
Plattformen bringen immer wieder Produkte auf den europäischen Markt,
die unsere Sicherheitsstandards unterlaufen. Eltern müssen über die
Risiken solcher Angebote besser informiert werden.“

Die Grünen fordern daher eine umfassende Informations- und
Aufklärungskampagne der Bundesregierung über Schadstoffe in Konsum-
und insbesondere Kinderprodukten sowie gezielte Information über die
Risiken von Billigplattformen.

Zudem fordern die Grünen ein umfassendes PFAS-Verbot in
Konsumprodukten auf nationaler und europäischer Ebene sowie einen
entschlossenen Einsatz Österreichs für starke europäische
Schutzstandards für Konsument:innen. „Ewigkeitschemikalien,
Weichmacher oder Schwermetalle haben in Produkten des täglichen
Gebrauchs nichts verloren – schon gar nicht in solchen, die direkt
mit der Haut von Kindern in Kontakt kommen“, betont Zadić.

Abschließend fordert sie strengere Regeln für Kinderprodukte,
mehr Kontrollen und eine klare Verantwortung von Herstellern,
Händlern und Online-Plattformen: „Konsument:innen müssen sich darauf
verlassen können, dass Produkte für Kinder sicher sind. Dafür braucht
es wirksame Marktüberwachung, klare Verantwortlichkeiten und
konsequente Sanktionen. Familien müssen sich darauf verlassen können,
dass Produkte für Kinder nicht potenziell gesundheitsschädlich sind.“